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Stararchitekten bauen auf dem Titlis ein Leuchtturmprojekt

Eine neue Bergstation, Restaurant und Bar im Richtstrahlturm und eine von der Rotair unabhängige Entlastungsbahn - am Titlis werden 100 Millionen Franken in das Projekt von Herzog & de Meuron investiert.
Philipp Unterschütz
Eine Visualisierung der neuen Bergstation und des Richtstrahlturms auf dem Titlis. (Bild: PD)

Eine Visualisierung der neuen Bergstation und des Richtstrahlturms auf dem Titlis. (Bild: PD)

«Auch wenn die Finanzierung gesichert ist, braucht es Mut, diese grosse Investition zu tätigen», sagte der Nidwaldner Ständerat Hans Wicki, Verwaltungsratspräsident der Titlis-Bahnen, gestern am Rand der Medienkonferenz. Zuvor hatten er, Geschäftsführer Norbert Patt und Architekt Pierre de Meuron im Richtstrahlturm auf dem Titlis vor über 40 Journalisten aus der ganzen Schweiz das Projekt Titlis 3020 vorgestellt. 100 Millionen Franken wird der komplette Umbau auf dem Gipfel kosten. «Wir bauen ein Leuchtturmprojekt für die nächsten 30 Jahre», sagte Hans Wicki.

Die Titlis-Bahnen, die gegenwärtig jährlich rund 70 Millionen Franken aus dem Kerngeschäft erwirtschaften und einen Cash-Flow von 30 Millionen schreiben, finanzieren das Projekt aus der eigenen Tasche. «Wir werden über 4 bis 6 Jahre jeweils etwa 20 Millionen aus dem Cashflow investieren», erklärt Wicki. Ohne diese Investition nähme in den kommenden Jahren der jetzige Erfolg der Destination ab.

Restaurant und Bar voll verglast

Tatsächlich sind auf dem Gipfel Investitionen dringend nötig. Die Bergstation, die 1967 erbaut wurde und seither diverse Umbauten erlebt hat, ist schlicht veraltet, stösst an ihre Kapazitätsgrenzen und verströmt alles andere als die einladende Atmosphäre, welche sich die Titlis-Bahnen für die Gäste wünschen. «Und wenn man etwas hat, sollte man es auch brauchen», ergänzte Hans Wicki. Gemeint ist der Richtstrahlturm, der in den frühen 1980er Jahren von den PTT (damalige Post- und Telefonbetriebe) gebaut worden war und den die Titlis-Bahnen 2003 kauften. Bis heute war er nicht öffentlich zugänglich. Das wird sich ändern.

Der von den Stararchitekten Herzog & de Meuron entwickelte Masterplan sieht vor, dass zuerst dieser etwa 200 Meter von der Bergstation entfernte Turm umgebaut wird. In die Stahlkonstruktion werden zwei rechtwinklige Prismen kreuzweise übereinander eingeschoben, die weit über den Turm hinausragen. Im unteren entsteht ein Restaurant, im oberen eine Bar - beide mit voll verglasten Fronten. Sie bieten Platz für total 250 Personen. In der obersten Etage entsteht eine öffentliche Aussichtsplattform. Der Turm wird über Lifte und Treppen direkt vom Gletscher und wettersicher über den bestehenden Stollen von der Bergstation her zugänglich sein. Abhängig von den Bewilligungen soll der Bau 2019/20 erfolgen.

Neben der Rotair entsteht eine neue Pendelbahn

Gleichzeitig wird auch eine einspurige Pendelbahn gebaut, die vorerst als Transportbahn für den Bau dienen wird. Dafür wird westseitig von der jetzigen Bergstation eine neue, völlig unabhängige Station entstehen. Dies aus dem Grund, weil die Bahn später als Sicherheitselement dient, um beispielsweise Gäste bei einem Ausfall der Rotair vom Gipfel bringen zu können. «Die Bahn ist keine Kapazitätsausweitung», betonte Norbert Patt, CEO der Titlis-Bahnen.

Auf dem Gipfel des Titlis in Engelberg wird bald nicht nur eine neue Bergstation thronen, auch der Richtstrahlturm wird öffentlich zugänglich gemacht. (Visualisierung: PD)
So sieht der Sendeturm heute aus. (Bild: PD)
Die verantwortlichen Architekten von Herzog & de Meuron haben auf dem Berggipfel das 100-Millionen-Projekt präsentiert. (Visualisierung: PD)
So sieht die Bergstation heute aus. (Bild: PD)
Hans Wicki, Verwaltungsratspräsident der Titlis-Bergbahnen (links) und Architekt Pierre de Meuron, auf dem Sendeturm. (Bild: Nadia Schärli (Engelberg, 5. November 2018))
Das Modell der neuen Bergstation. (Bild: Alexandra Wey / Keystone (Engelberg, 5. November 2018))
Das Modell des Richtstrahlturms auf dem Titlis. (Bild: Alexandra Wey / Keystone (Engelberg, 5. November 2018))
Hans Wicki (links), Verwaltungsratspräsident der Titlis-Bergbahnen und Architekt Pierre de Meurron stellen das Projekt Titlis 3020 an der Pressekonferenz vor. (Bild: Nadia Schärli (Titlis, 5. November 2018))
8 Bilder

Neubau auf dem Titlis

Gipfel bleibt auch während des Baus offen

Die neue Bergstation wird auf und um den bestehenden Betonsockel der heutigen Station mit einer Stahlkonstruktion und viel Glas neu gebaut. «Sie hat eine einfache, funktionelle Form», zeigte Architekt Pierre de Meuron aufgrund von Modellen und Visualisierungen auf. «Wir haben uns von der gitterförmigen Konstruktion des Turms inspirieren lassen, die an die Struktur von Eis und Kristall erinnert.» Drei Restaurants bieten Platz für 550 Personen. Rolltreppen werden die Besucher direkt auf den Gletscher transportieren, auf dem Dach gibt es eine Aussichtsterrasse.

Man habe verschiedene Partner eingeladen, Ideen für die Vorstellungen der Titlis-Bahnen zu liefern. Herzog & de Meuron hätten diese am besten erfüllt. Man spüre die Erfahrung der Firma mit Grossprojekten sowie mit Bauten in den Bergen, meinten Wicki und Patt. Man habe nicht lange überlegen müssen, um das Projekt anzugehen, sagte umgekehrt Pierre de Meuron. «Bergstationen waren bisher meist Zweckbauten. Wir wollen hier Funktion und Ästhetik vereinen.»

Die grössten Herausforderungen sind das Bauen unter Betrieb - der Gipfel wird nie geschlossen werden -, die besonderen Witterungsbedingungen vor Ort und die Kosten. Auch diesbezüglich überzeugte das Konzept von Herzog & de Meuron. Die Stahlkonstruktion wird in vorgefertigten Stücken angeliefert und auf dem Gipfel zusammengesetzt.

Anspruchsvoll würden auch all die verschiedenen Bewilligungsverfahren. Mit den Umweltverbänden habe man bereits 2017 Kontakt gehabt, die ersten Reaktionen auf das Gesamtkonzept seien positiv gewesen, sagte Norbert Patt. Weil ein Teil der Bergstation auf Berner Kantonsgebiet liegt, wird zudem ein Grenzbereinigungsverfahren mit Landabtausch eingeleitet.

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