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Obwalden zelebriert den Töffli-Kult

1200 Töffli starteten am 9. Red Bull Alpenbrevet. Pannen blieben dabei nicht aus: Die steilen Anstiege forderten Mensch und Maschine. Eine fahrende Werkstatt leistete gestrandeten Fahrzeugen Erste Hilfe.
Flavia Niederberger
Einheimische Töffli-Fahrer brausen dem Ziel entgegen. (Bild: Flavia Niederberger (Sarnen, 21. Juli 2018))

Einheimische Töffli-Fahrer brausen dem Ziel entgegen. (Bild: Flavia Niederberger (Sarnen, 21. Juli 2018))

Die Atmosphäre auf dem Sarner Dorfplatz ist angespannt. Motoren knattern, der Geruch von Benzin liegt in der Mittagsluft und viele Schaulustige drängen sich an der Strasse. Am Start warten insgesamt 1200 Töffli-Enthusiasten auf das grösste Töffli-Event in Europa. Das 9. Red Bull Alpenbrevet startete am Samstag wie im vergangenen Jahr in Obwalden. Die Töffli-Rundfahrt führte nach Giswil, über die Panoramastrasse ins Entlebuch und über den Glaubenberg wieder nach Sarnen. Die zehn Kilometer lange Strecke bietet mit ihren mehreren steilen Anstiegen eine Herausforderung für Mensch und Maschine.

Für die Töffli, die den Anforderungen nicht gewachsen sind, wartet auch Beat Christen am Start. Mit der fahrenden Werkstatt seiner Berner Firma Scooterama bietet er Ersatzteile und gemeinsam mit seinem Kollegen Michael Lüthi mechanische Unterstützung. «Man hofft, dass möglichst alle ans Ziel fahren können», erklärt Christen seine Motivation. Beim Red Bull Alpenbrevet ist er selbst bereits dreimal auf dem Töffli mitgefahren, einmal davon zusammen mit Michael Lüthi. Das Feeling sei das Wichtigste, betont dieser. Als Mechaniker ist er sonst oft an Rennbahnen unterwegs.

Fahren bis ans Ziel – oder überhaupt fahren

Noch vor dem Start wartet der erste Kunde am Strassenrand. Das Töffli springt nicht an. Besitzer Michael Walker ist mit seinem Kollegen bereits zum 7. Mal am Alpenbrevet. «Bis jetzt hat uns das Töffli nie im Stich gelassen», erklärt der Walliser. Es wäre schade, wenn die ganze Vorfreude umsonst gewesen wäre. Schnell hat Lüthi das Problem gefunden und die Zündkerze ausgewechselt. Fröhlich tuckern Walker und sein Kollege etwas später an der fahrenden Werkstatt vorbei.

Reifen werden repariert und Zündspulen ausgewechselt, in verschiedenen Sprachen wird gefachsimpelt. Die meisten Fahrer kommen aus der Schweiz, doch es gibt auch ein gemischtes Teilnehmerfeld aus ganz Europa. «Es sind hauptsächlich Ausländer, die Mühe haben», stellt Beat Christen fest. «Sie kennen es nicht so mit den Bergen und die Töfflis haben keine Kraft.» Im Allgemeinen bräuchten aber von Jahr zu Jahr immer weniger Fahrer ihre Unterstützung. «Die Leute sind besser ausgerüstet und haben mehr Erfahrung. Viele kennen die Schwachstellen ihrer Töffli und haben Ersatzteile dabei.» Wenn nicht, ist schnell ausgeholfen.

Denise Howald aus Bern braucht eine Zündkerze. Zusammen mit ihrer Freundin Stephanie Ackermann ist sie zum 7. Mal am Alpenbrevet dabei. «Das ist unser ‹Meitschi-Ausflug›, den wir einmal pro Jahr machen.» Mit 50 habe sie ihr erstes Töffli bekommen. «Ich habe mir immer eines gewünscht, doch nie eins bekommen.»

Startklar in Sarnen. Rund 1200 Töffli-Fans nahmen am Samstag am Red Bull Alpenbrevet teil.
Frisiert oder nicht? Die Appenzeller bewahren ihre Geheimnisse.
Schall und Rauch: Start des Alpenbrevets 2018 in Sarnen. Die Rundfahrt führte über 3 Pässe durch die Zentralschweiz.
Unzertrennlich: Auch Asterix und Obelix waren auf Achse.
Da guckst du.
Nur keine Hast.
Immer recht freundlich.
Da guckst du - Teil II.
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Mit Stil den Hang hoch.
Die Fahrt führte durch die hübsche, naturgegebene Kulisse, hier mit Blick auf den Sarnersee und im Hintergrund das Stanserhorn.
Zeit für einen Schnappschuss bleibt.
Die Töfflis sind echt, Bärte und Gitarren weniger.
Ein Päuschen darf sein, der Regen hinderte die Teilnehmer nicht an der Weiterfahrt.
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Nicht mit Blumenschmuck, sondern mit Totenschädel geht es auf die Alpenfahrt.
Besser freifüssig als freihändig – erst mit dem Rücktritt wird es schwierig.
Achtung, wilde Tiere auf der Strasse!
21 Bilder

Das war das Red Bull Alpenbrevet 2018

Nicht alle schaffen es bis zum Ziel. Bei den einen gibt die Maschine auf. Bei anderen wird das geliebte Fahrzeug von der Polizei beschlagnahmt. Gemäss Eventkoordinator Felix Meier sei die grösste Herausforderung des Anlasses, dass die Teilnehmer sich an die Strassengesetze halten müssen. «Wir müssen den Teilnehmern klarmachen, dass das Alpenbrevet keinen Sonderstatus hat, bis auf den Start, wo die Strassen teilweise gesperrt sind.» Die Freude bei den Teilnehmern und auch bei den einheimischen Zuschauern, die in Sarnen oder unterwegs bereitstanden, um die Töffli-Freaks anzufeuern, war auf jeden Fall trotz bewölktem Wetter gross. Wenn auch für die Töffli kein Sonderstatus auf der Strasse gilt, so schien er doch in den Herzen der Menschen zu bestehen.

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