TOURISMUS: Die Bike-Arena in Giswil rückt näher

Eine Bike-Arena soll in der Gemeinde den Tourismus ankurbeln. Bislang war es ein eher harziger Weg. Nun aber liegt das Baugesuch für den Natural-Bike-Park auf dem Tisch.

Adrian Venetz
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Die Gemeinde Giswil soll zu einem Bike-Mekka werden. (Bild Boris Bürgisser (Amsteg, 16. Juli 2016))

Die Gemeinde Giswil soll zu einem Bike-Mekka werden. (Bild Boris Bürgisser (Amsteg, 16. Juli 2016))

Adrian Venetz

adrian.venetz@obwaldnerzeitung.ch

Knapp zehn Jahre sind vergangen, seit in Giswil von einer Bike-Arena geträumt wird. Das Projekt kam etwas ins Stocken. Zum einen, weil attraktive Wege nicht einfach als Bike-Strecken ausgeschildert werden dürfen, sondern verschiedene Behörden und Ämter ihren Segen dazu geben müssen. Zum andern, weil ein Teil der Bike-Arena, nämlich der Natural-Bike-Park, im Bereich der Giswiler Laui entstehen soll. Daran haben vor allem Naturschützer und der Bund wenig Freude – Stichwort nationaler Auenschutz (siehe Kasten).

Nun aber kommt wieder Bewegung in die Sache: Ende Januar war das Baugesuch für den Natural-Bike-Park im Amtsblatt publiziert. Es handelt sich hierbei um eine kleine, ungefähr 3 Kilometer lange Rundstrecke, die gemäss Projektbeschrieb ein «Konzentrat von technisch verschieden schwierigen Bike-Passagen» darstellen soll. Der Rundparcours mit 40 beschilderten Posten soll Anfängern und Familien die Freude am Biken vermitteln. Wie fährt man über felsige Partien? Welcher Luftdruck in den Reifen ist dafür ideal? Auf welche Höhe soll der Sattel eingestellt werden? Auf diese und viele weitere Fragen erhält man beim Absolvieren der Strecke Antworten – ähnlich einem Vita-Parcours.

Route bei der Laui wurde angepasst

Trotz erfolgtem Baugesuch: Die Auenschutz-Einschränkungen im Laui-Gebiet sind nicht vom Tisch. Auch mit Einsprachen muss man rechnen. «Wir haben aber in der Zwischenzeit einige Anpassungen gemacht, um Einsprachen möglichst zu vermeiden», sagt Christoph Zumstein, Projektleiter der Bike-Arena und selbst passionierter Biker. «Die Route verläuft nun auf bereits bestehenden Wegen. Zudem haben wir den Streckenverlauf im nördlichen Teil angepasst, damit ein möglichst grosser Teil des Weges ausserhalb des Auengebietes ist.» Das Bike-Park-Team hofft nun, dass es bald losgehen kann. «Wir sind schon lange in den Startlöchern», sagt Zumstein. Läuft alles rund, könnte der Natural-Bike-Park bereits im Herbst eröffnet werden.

Zur Giswiler Bike-Arena gehören gemäss ursprünglichem Plan auch drei beschilderte Bike-Routen: eine 6 Kilometer lange Strecke ins Kleine Melchtal, eine 18 Kilometer lange Strecke im Gebiet Grossteilerberg und eine 57 Kilometer lange Rundstrecke, die von Giswil aufs Älggi und via Seefeld und Lungern wieder zurück nach Giswil führt.

Die Bike-Route Grossteilerberg ist bereits erstellt und beschildert. Dass es hier relativ ­zügig vorwärtsging, hat einen einfachen Grund: Die gesamte Strecke liegt auf Giswiler Boden. Etwas heikler ist die Lage bei der Älggi-Route. Hier führt die Strecke vor allem über die Sachsler und Lungerer Bergwelt – und deshalb harzt es. Gemäss Zumstein hat die Korporation Sachseln bislang wenig Begeisterung für das Vorhaben gezeigt. Offenbar gibt es Bedenken, ob die Strasse aufs Älggi sicher genug für Velofahrer ist. Biker sind auf dieser Strecke zwar regelmässig unterwegs, für eine Beschilderung und Vermarktung der ­Route braucht es aber das Einverständnis der Korporation.

Für die Erstellung des Natural-Bike-Parks und die Beschilderung besagter Routen rechnet man mit Kosten von rund 180 000 Franken. Der Regionalentwicklungsverband Sarneraatal unterstützt das Projekt mit 82 000 Franken. Die Trägerschaft des Projekts liegt bei Giswil-Mörlialp Tourismus, dies mit Unterstützung der Gemeinde Giswil.

«Funkstille» seit September

Auenschutz Mit einer Motion hatte das Parlament der Obwaldner Regierung den klaren Auftrag gegeben: Der Kanton soll sich gegen die nationale Unterschutzstellung der Auen Laui und Steini­bach in Giswil wehren. Diesem Auftrag ist der Regierungsrat Ende 2015 nachgekommen. Er hat sein «Gesuch um Entlassung der Auen Laui und Steinibach aus dem Bundesinventar der Auengebiete von nationaler Bedeutung» – so der Wortlaut – nach Bern geschickt.

Wie Baudirektor Paul Federer auf Anfrage sagt, erhielt die Regierung im Sommer 2016 eine Antwort des Bundesamts für Umwelt (Bafu). In dieser wurden aber «nur Dinge geschrieben, die wir selbst schon wussten», so Federer. «Eine definitive Antwort konnten wir diesem Schreiben nicht entnehmen.» Zudem sei es Usus, dass «ein Brief, der an den Bundesrat gerichtet ist, auch vom Bundesrat beantwortet wird», sagt der Baudirektor weiter. «Im September haben wir dem Bafu mitgeteilt, dass wir vom Bundesrat eine klare Antwort wollen – seither ist Funkstille.» (ve)