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TOURISMUS: Engelberg setzt auf Naturerlebnisse

Der Winter war durchzogen, im Hinblick auf den Sommer ist der Engelberger Tourismusdirektor Frédéric Füssenich voller Optimismus – dank positiven Signalen aus Fernost. Im Interview sagt er, wie er künftig die schwachen Monate wieder beleben will.
Robert Wildi
Yoga in der Abendsonne am Härzlisee auf dem Brunni oberhalb von Engelberg. (Bild: Leserbild Tom Ming)

Yoga in der Abendsonne am Härzlisee auf dem Brunni oberhalb von Engelberg. (Bild: Leserbild Tom Ming)

Frédéric Füssenich, wie optimistisch blicken Sie auf die bevorstehende Sommersaison am Titlis?

Die Indikatoren aus den Fernmärkten Indien und Asien stimmen uns positiv. Diese Gäste können auf dem Titlis auch im Hochsommer ihren ersten Schneeball im Leben werfen. Das zieht nach wie vor sehr gut. Auch in den traditionell wichtigen Nahmärkten Deutschland und Benelux durften wir in den letzten Monaten ein erfreuliches Wachstum verzeichnen. Der Turnaround nach der Währungskrise scheint allmählich geschafft. Für unseren wichtigsten Markt, die Schweiz, spielt im Sommer das Wetter eine entscheidende Rolle.

Im Winter war lange zu wenig Schnee vorhanden. Wie hat sich das ausgewirkt?

Die Bergbahnen haben sehr gut gearbeitet und liegen sogar rund 5 Prozent über dem Vorjahr. Das heisst, dass an den guten Wochenenden wirklich sehr viele Tagesausflugsgäste zum Skifahren oder Schneewandern angereist sind. In der Hotellerie hat uns der schneearme Dezember jedoch tatsächlich einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Verluste bei den Logiernächten gegenüber dem Vorjahr betragen rund 2,2 Prozent.

Können Sie den Sommergästen neue Attraktionen bieten?

Wir hoffen auf die baldige Baubewilligung für den Neubau einer Mountainbike-Strecke im Gebiet Jochpass. Mittelfristig sehen wir ein grosses Potenzial für Mountainbiker in Engelberg. Ansonsten setzen wir diesen Sommer wieder auf unsere populäre «Buiräbähnli-Safari»: Im Engelbergertal gibt es viele urchige kleine Seilbahnen, die von Bauern betrieben und auch für den Personentransport genutzt werden dürfen. Dieses Bahnerlebnis haben wir mit einer spektakulären Höhenwanderung kombiniert.

Braucht es nicht auch Events, um im Sommer die Gästemassen zu mobilisieren?

Doch, auf diese setzen wir natürlich auch. Wir erwarten zu den Vorstellungen des Freilichtspieles «Winnetou 1» nach Karl May von Mitte Juli bis Mitte August über 30000 Zuschauer. Weiter möchten wir mit diversen Events und Angeboten – vom Country-Festival bis zum Kanufahren auf dem Trübsee – den Gästen möglichst viele Gründe geben, in Engelberg zu übernachten.

Die Chinesen, über Jahre ein Hoffnungsträger, blieben Europa letztes Jahr fern. Wie wollen Sie das kompensieren?

Tatsächlich sind wir 2016 bei den chinesischen Logiernächten nach vielen Jahren des Wachstums auf das Niveau von 2014 zurückgerutscht. Die ersten Monate 2017 haben sich, nicht zuletzt dank der verbesserten Visa-Situation vor Ort, jedoch sehr positiv entwickelt. Mittel- bis langfristig sind wir überzeugt vom Potenzial des chinesischen Marktes und erarbeiten Konzepte, wie wir auch vermehrt Individualgäste aus dem Reich der Mitte für Engelberg begeistern können.

Wie kann Engelberg die Zwischensaisonmonate touristisch befeuern?

Wir haben eine der geringsten saisonalen Schwankungen im gesamten Alpenraum. Dies vor allem dank der Tatsache, dass der grösste Teil der für uns sehr wichtigen indischen Gäste im Mai/Juni anreist. Dank neuer Beschneiungsanlagen möchten wir in Zukunft den momentan schwächsten Monat November beleben. Dies explizit für Trainingspisten für Skiclubs aus Skandinavien und Deutschland. Ein richtungsweisendes Projekt ist das Fünfsternhotel Grand ­Hotel Titlis Palace, welches 2019 eröffnet wird. Wir freuen uns sehr, dann auch im Luxussegment ein entsprechendes Angebot offerieren zu können.

Engelberg und Luxus: Passt das zusammen?

Die Vorstellungen von Luxus haben sich in den letzten Jahrzehnten verändert. Früher war Luxus eine teure Uhr oder ein schnelles Auto. Heute spielen Zeit, Sicherheit und Gesundheit eine grössere Rolle. Gäste übernachten eine Nacht in einer SAC-Hütte, dann logieren sie im Fünfsternhotel. Ausgezeichnete SAC-Hütten hat Engelberg bereits. Nun kommt noch ein Spitzenhotel dazu. Engelberg und Luxus passen in diesem Sinne also bestens zusammen.

Vor vier Jahren gerieten die Bergbahnen wegen eines Falls von Veruntreuung negativ in die Schlagzeilen. Ist dieser Fall inzwischen bereinigt?

Der Aktienwert der Titlisbahnen hat sich in den letzten vier Jahren mehr als verdoppelt. Der Vorfall ist abgeschlossen. Persönlich tut es mir leid für den damaligen CEO und den CFO. Sie hatten die Weichen richtig gestellt und grossen Anteil am heutigen Erfolg.

Interview: Robert Wildi

redaktion@zentralschweizamsonntag.ch

Hinweis

Frédéric Füssenich war Tourismusdirektor der Bündner Skiregion Sedrun-Disentis, bevor er 2010 Direktor der Engelberg-Titlis Tourismus AG wurde.

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