TOURISMUS: Engelberg verärgert Zweitwohnungsbesitzer

Die Gemeinde Engelberg will die Tourismusabgabe für Besitzer einer Ferienwohnung erhöhen. Jetzt zeigt sich: Die Abgabe ist höher als erwartet.

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Zweitwohnungsbesitzer sind in Engelberg über das Vorgehen der Gemeinde verärgert. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue OZ)

Zweitwohnungsbesitzer sind in Engelberg über das Vorgehen der Gemeinde verärgert. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue OZ)

Die IG Engelberg, ein Zusammenschluss von 700 Ferienhaus-Besitzern, spricht in einer Mitteilung vom Mittwoch von einem «krassen Vertrauensbruch, den sich der Gemeinderat von Engelberg geleistet hat». Was war passiert?

Der Gemeinderat habe ohne Rücksprache mit den Beteiligten eine wesentliche materielle Veränderung des Tourismusreglements beschlossen und löse damit unnötigen Widerstand und Ärger einer Vielzahl von Gästen aus. Hintergrund ist eine Infoveranstaltung vom Dienstagabend, an der eine Erhöhung der Tourismusabgabe von 8 auf 10 Franken pro Quadratmeter und Jahr vorgestellt wurde. Der Vorschlag der Kommission zuhanden des Gemeinderates für das neue Tourismusreglement sah eine Abgabe von 8 Franken pro Quadratmeter und Jahr auf Zweitwohnungen vor. Der Vorstand der IG habe sich mit dieser Erhöhung einverstanden erklärt und in der Vernehmlassung mitgearbeitet. Die IG habe erst am Dienstagnachmittag erfahren, dass die Abgabe noch höher werde als erwartet. Auch in der Abstimmungsbotschaft sei diese Erhöhung nicht erwähnt, führt die IG in einer Mitteilung aus. Die Gemeinde Engelberg rechnet mit Mehreinnahmen von 700'000 Franken. Sie will damit eine ausreichende und langfristige Tourismusfinanzierung im Klosterdorf sicherstellen.

Der Vorstand der IG Engelberg werde im Namen seiner Mitglieder diese Erhöhung nicht akzeptieren und diese mit allen möglichen Mitteln bekämpfen. Wie viele Einsprachen der 2000 Zweitwohnungsbesitzer gegen die neuen Tourismusabgaberechnungen erfolgen, bleibe offen. Von der höheren Abgabe sind rund 6000 bis 7000 Dauergäste betroffen. Der Gemeinderat nehme in Kauf, dass er mit einer Unzahl von Beschwerden, mit entsprechenden Kosten für die Gemeinde, zu kämpfen haben werde.

Am 24. November entscheiden die Stimmbürger von Engelberg an der Urne, ob sie das neue Tourismusreglement annehmen wollen oder nicht. Der Kanton Obwalden hat dem Tourismusgesetz im Frühling 2012 zugestimmt. Ausgenommen von der neuen Regelung ist Engelberg, das sich im internationalen Tourismus als eigene Destination vermarktet. Engelberg kann auch wie bisher eine Tourismusförderungsabgabe und eine Kurtaxe erheben. Im restlichen Kantonsgebiet gibt es nur noch eine einzige Abgabe. Dadurch zahlen Zweitwohnungsbesitzer massiv höhere Gebühren. Engelberger Hoteliers werden leicht entlastet.

pd/rem