Beim FC Alpnach rollt bald der Ball wieder – die Vorfreude ist gross, trotz Geldsorgen

Wegen Corona fehlen dem Fussballklub Mehreinnahmen, welche ins Kunstrasenprojekt einfliessen würden. Dennoch spürt der Präsident eine grosse Solidarität. Der Sponsorenlauf soll nächstes Jahr nachgeholt werden.

Ruedi Wechsler
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Sie freuen sich auf den Trainingsbeginn; von links nach rechts: Matteo Barmettler, Trainer Patrik Odermatt und Präsident Güven Coban, vorne liegend Andri.

Sie freuen sich auf den Trainingsbeginn; von links nach rechts: Matteo Barmettler, Trainer Patrik Odermatt und Präsident Güven Coban, vorne liegend Andri.

Bild: Ruedi Wechsler (Alpnach, 1. Juni 2020)

Im zarten Alter von fünf Jahren schnürte Matteo Barmettler in der Fussballschule des FC Alpnach zum ersten Mal die Fussballschuhe. Der 15-Jährige ist B-Junior, hat aber bereits zwei Testspiele mit der 1. Mannschaft bestritten. Sein Ziel: In Zukunft als Stammspieler auflaufen zu können. Von Trainer Patrik Odermatt gibt’s Lob: «Er hat eine tolle Einstellung und ist sehr ehrgeizig.» Matteo bezeichnet sich selbst als Teamplayer. Der künftige Maurerlehrling freut sich sehr auf den Lehrbeginn im August und erwartet eine körperlich anspruchsvolle Zeit. Er hofft, dass für das Training am Abend noch genügend Energie vorhanden ist. Zu seinen Stärken und Schwächen meint der Linksfüsser: «Ich kann das Spiel gut lesen und meine Mitspieler führen. Beim Torabschluss und im Zweikampf muss ich aber noch zulegen.»

In den vergangenen Wochen konnten die Fussballer des Obwaldner 3.-Ligisten wegen Corona nicht trainieren: Der abrupte Saisonabbruch habe sehr geschmerzt, sagt Matteo. Die Schule habe er viel weniger vermisst als den Fussball. Nun freut sich Matteo riesig auf den Trainingsstart. «Ich bin voll motiviert und kann das Wiedersehen mit meinen Kollegen kaum erwarten.» Auch für Trainer Patrik Odermatt, der in Hergiswil mit Fussballspielen begann und in Besitz des A-Diploms ist, war der Lockdown ein Schock. «Wir haben im Winter sehr viel investiert – auch im mentalen Bereich.» Das Diplom berechtigt den zweifachen Familienvater, Mannschaften bis zur Promotions League zu trainieren. «Via den SC Buochs und den FC Sarnen habe ich vor drei Jahren meinen Traumverein im Regionalfussball in der 3.Liga gefunden», sagt Odermatt.

Kunstrasen-Projekt gerät nun ins Wanken

Die Coronapandemie warf nicht nur den Trainingsalltag, sondern auch die Kunstrasenpläne des Vereins über den Haufen. Die Kosten des neuen Kunstrasens betragen rund 325’000 Franken. Die Finanzierung dieses Projekts ist komplex. Rund 100’000 Franken will der FC Alpnach zu Beginn beisteuern. Um solch einen Betrag zusammenzubekommen sind Mehreinnahmen erforderlich. Der geplante Sponsorenlauf sowie das «FC Fäscht» Ende Juni sind aufgrund der Coronapandemie ins Wasser gefallen. Durch grosse Solidarität im Verein, Lohnverzicht der Trainer und Funktionären konnte ein sich anbahnendes grösseres finanzielles Loch jedoch umgangen werden. Der Sponsorenlauf kann nächstes Jahr nachgeholt werden und der FC Alpnach ist bemüht, den finanziellen Beitrag für den Kunstrasen mit anderen Projekten zu erreichen.

«Die Solidarität im Verein ist sehr gross», erklärt Präsident Güven Coban, der mehrere Gastro-Betriebe führt. Aufgewachsen ist er in der Türkei. Nach der Flucht vom Norden der Türkei an den Bosporus, begann für ihn als Zweijähriger das Leben komplett neu. Als 16-Jähriger kam er in die Schweiz. Der 38-Jährige spielte viele Jahre in der 1. Mannschaft. Den Lebensabschnitt in der Schweiz bezeichnet er als den besten und schönsten.

Mitte Juni startet beim FC Alpnach die offizielle Saisonvorbereitung. Trainer Patrik Odermatt geht davon aus, dass am 22. August die neue Saison beginnen kann. Das habe der Innerschweizer Fussballverband vor einigen Tagen bestätigt.