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Obwalden: Trix Limacher nimmt die Zukunft in die Hand

Nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes übernimmt Trix Limacher aus Kägiswil die Leitung des einzigen Unternehmens in der Region, das noch traditionelle Holzschindeln produziert. Kinder, Kunden und das Handwerk geben ihr Halt.
Franziska Herger
Führt eine alte Familientradition weiter: Trix Limacher bringt Holzschindeln an einer Fassade an. (Bild: Corinne Glanzmann (Alpnach, 14. Juni 2018))

Führt eine alte Familientradition weiter: Trix Limacher bringt Holzschindeln an einer Fassade an. (Bild: Corinne Glanzmann (Alpnach, 14. Juni 2018))

«Ich mache meine Arbeit mit Leidenschaft», sagt Trix Limacher, die Geschäftsführerin der Kägiswiler Firma Limacher Holzschindeln. Durch diese Leidenschaft und wegen der langjährigen Kunden habe sie nicht lange gezögert, das Geschäft nach dem Tod ihres Mannes weiterzuführen. Toni Limacher, Schindelbauer in der dritten Generation, starb Mitte April völlig unerwartet mit nur 47 Jahren. Trix Limacher mag nicht über den Schicksalsschlag reden. Dass er die Witwe auch beruflich vor grosse Herausforderungen stellt, ist klar.

23 Jahre lang, seit sie sich 1995 selbstständig gemacht hatten, bestimmten Toni und Trix Limacher gemeinsam die Geschicke der Firma. Zusammen bauten sie das einzige Unternehmen in der Region auf, das noch auf traditionelle Art und Weise Holzschindeln produziert und verarbeitet. Bis heute ist es eines von nur dreien in der Deutschschweiz, das noch dem traditionellen Handwerk frönt.

Aufs Bäumefällen will sie verzichten

«Nun muss ich die Verantwortung alleine tragen», sagt Trix Limacher. Geschäft und Familie mit den beiden 16- und 18-jährigen Söhnen unter einen Hut zu bringen, sei nicht einfach. Doch die Familie bietet auch Unterstützung: Seit Anfang Juni arbeitet die 24-jährige Nichte ihres Mannes als Mitarbeiterin mit Trix Limacher an Schindelfassaden in der Gegend. «Sie ist durch die Familie schon als Kind mit dem Beruf in Kontakt gekommen», meint ihre Tante. Es ist praktisch der einzige Weg, das Handwerk zu lernen. Für den Beruf des Schindelbauers gibt es heute in der Schweiz keine Lehre. Toni Limacher war Dachdecker und erhielt das alte Handwerk von seinem Vater und Grossvater überliefert. Trix Limacher absolvierte eine kaufmännische Lehre, bis sie nur 22-jährig mit ihrem Mann ins Schindeln-Geschäft einstieg.

Seither lebt die heute 46-Jährige fürs Holzschindeln. Die Nachfrage nehme eher zu, erzählt Trix Limacher. An denkmalgeschützten Gebäuden, aber auch in Neubauten seien Schindeln gefragt. Ihr Mann fällte die Fichten für die Schindeln noch selber im Raum Obwalden. Darauf will Trix Limacher verzichten. «Ich werde das Holz wohl von lokalen Forstbetrieben beziehen», erklärt sie. Sämtliche weiteren Arbeitsschritte, von der Herstellung der Schindeln in Handarbeit über das Lufttrocknen bis zur Verlegung an einer Fassade bleiben weiter in ihrer Hand. «Ich bin überzeugt, dass die Kunden uns auch weiterhin ihr Vertrauen schenken werden», sagt die Kägiswilerin.

Fährt Trix Limacher durch Obwalden, sieht sie ihr Handwerk und das ihres Mannes überall: an den Schindelhäusern am Sarner Dorfplatz, am Sarner Pfarrhaus, am Alpnacher Schlosshof, an Kirchen, Hotels und modernen Wohnhäusern. Ob die Söhne der Limachers einmal in vierter Generation das Schindelgeschäft übernehmen, stehe noch in den Sternen, meint ihre Mutter. «Sie müssen erst ihren eigenen Weg finden.» Momentan ist vieles im Umbruch, Trix Limacher konzentriert sich auf den nächsten Tag, den nächsten Schritt für das Geschäft. Was gibt ihr Kraft? «Meine Söhne», sagt sie, «und die Arbeit.»

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