ÜBUNG: Kulturgüter sind künftig besser geschützt

Grossalarm am (gestrigen) Donnerstag im Sarner Dorfzentrum: Bei einem «Brand» nach einem Sabotageakt wurde der verbesserte Kulturgüterschutz am Beispiel Rathaus erprobt.

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Rauchschwaden eines fingierten Brandes drangen aus dem Obergeschoss des Sarner Rathauses. (Bild Robert Hess/Neue OZ)

Rauchschwaden eines fingierten Brandes drangen aus dem Obergeschoss des Sarner Rathauses. (Bild Robert Hess/Neue OZ)

Ein Blick zurück auf den 23. August 2005: Die Hochwasserkatastrophe verschonte damals auch das unmittelbar an der Sarneraa gelegene Rathaus nicht. Das eindringende Wasser beschädigte und zerstörte Räume, Einrichtungen, Mobiliar und wertvolle Kulturgüter. Darunter das schöne Renaissancebuffet aus dem Jahre 1561 im Erdgeschoss des Rathauses. «Am Morgen fand ich es im Wasser schwimmend vor», so Landweibel Hubert Imfeld, «nachdem acht kräftige Männer am Vorabend das wertvolle Stück noch um rund einen Meter gehoben hatten, um es vor dem Wasser zu schützen. Nicht zu denken war damals an eine Evakuierung des Buffets an einen sicheren Ort. Das grosse und schwere Buffet konnte nicht rasch genug zerlegt und wegtransportiert werden.

«Sabotage» im Rathaus
«Der Regierungsrat hat die Lehren aus der damaligen Hochwasserkatastrophe gezogen und Massnahmen eingeleitet», sagte Landschreiber Urs Wallimann gestern vor den Medien und zahlreichen Fachleuten aus verschiedenen Kantonen. Am Nachmittag wurde nämlich erstmals der «Kultur-Ernstfall» im Rathaus geprobt. Ein fingierter Sabotageakt führte um 16 Uhr zu einem Brand im 3. Obergeschoss des Gebäudes mit seinen wertvollen Kulturgütern.

Neben Polizei und Feuerwehr wurde gestern neu der Kulturgüterschutz alarmiert. Dessen Vertreter arbeitet künftig bei einem Schadenereignis, das Kulturgüter betreffen kann, eng mit dem Einsatzleiter der Feuerwehr zusammen.

Mit Hilfe von neuen Dokumentationen weiss die Feuerwehr künftig, wo sich welche Kulturgüter im Rathaus befinden und wie deren rasche Sicherung oder Evakuation möglich ist. Zur Verbesserung des Kulturgüterschutzes gehören weitere Massnahmen. So ist das Renaissancebuffet im Rahmen der Rathausrenovation derart umgestaltet worden, dass es künftig rasch in zwei Teile zerlegt und wegtransportiert werden kann.

Robert Hess

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Obwaldner Zeitung.