Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Um halb zwei Uhr grellte das Feuerhorn in Sarnen

Vor 100 Jahren legte ein Feuer das Joller-Haus und den benachbarten Gasthof zum Schlüssel in Schutt und Asche. Drei Menschen mussten ihr Leben lassen. Dramatisch wurde das Ereignis in den Zeitungen damals geschildert.
Matthias Piazza
In der Nacht vom 5. auf den 6. April 1919 brannte das Joller-Haus und der benachbarte Gasthof zum Schlüssel ab. Bild: PD/Historisches Museum Obwalden.In der Nacht vom 5. auf den 6. April 1919 brannte das Joller-Haus und der benachbarte Gasthof zum Schlüssel ab. Bild: PD/Historisches Museum Obwalden.
So präsentiert sich der Dorfplatz 100 Jahre später. Bild: Nadia Schärli (Sarnen, 14. März 2019)So präsentiert sich der Dorfplatz 100 Jahre später. Bild: Nadia Schärli (Sarnen, 14. März 2019)
Nur noch die Inschrift am Haus beim Dorfplatz 12 erinnert an den Brand. Bild: Nadia Schärli (Sarnen, 14. März 2019).Nur noch die Inschrift am Haus beim Dorfplatz 12 erinnert an den Brand. Bild: Nadia Schärli (Sarnen, 14. März 2019).
3 Bilder

Der Dorfbrand von Sarnen in der Nacht vom 5. auf den 6. April 1919

«Aus Schutt und Brand dies Haus erstand, oh seliger Klaus beschirm das Haus.» Einzig diese Inschrift an dem Haus am Dorfplatz 12, in dem heute ein Modegeschäft untergebracht ist, erinnert an das Ereignis vor 100 Jahren. Es war in der Nacht vom 5. auf den 6. April 1919, als der Dorfkern von Sarnen von einer schrecklichen Feuersbrunst heimgesucht wurde.

Das Haus der Familie Joller am Dorfplatz 12 brannte fast vollständig ab. Nur verkohlte Balken und Wände und teilweise zertrümmerte Zimmer blieben übrig. Vom Gasthof zum Schlüssel, der direkt mit dem Joller-Haus verbunden war, brannten der Dachstuhl und der obere Stock ab. Gierige Flammen züngelten auch auf das Dach der nahen Bäckerei Barmettler hinüber. Drei Menschen erlitten in den Flammen den Tod – Mathilda Joller und ihre zwei Töchter Josefina und Agnes.

«Zeitlebens in erschütternder Erinnerung»

Der «Unterwaldner» schrieb am 9. April 1919: «Die Sonntagnacht wird uns zeitlebens in erschütternder Erinnerung bleiben. Gewiss, wir haben schon Grausigeres erlebt, aber Herzerschütterndes nicht! Gegen halb zwei Uhr grellte das Feuerhorn die Schläfer auf. Den Berichterstatter hatte schon vorher sein Knabe geweckt, den der grelle Brandschein aufgeschreckt hatte. Die Trommel schlägt Alarm. Das wimmernde Sturmglöcklein der Dorfkapelle schrillt in die Nacht ...»

Sehr anschaulich wurde die Szenerie beschrieben: «Haushoch schlagen schwarzrote, nachtdunkelgeborene Fladen in die Luft, Feuerfunkeln wirbeln, trotz Windstille, weiterhin gleich blitzende Flocken durch die heilige Sonntagsnacht. Es brennt lichterloh, die Nacht blutrot durchflutend.»

Die Magd schlug Feueralarm

Dem Zeitungsbericht nach bemerkte die Frau zuerst das Feuer, weckte ihre Magd und ihre beiden Töchter. Während die Magd Feueralarm schlug, wollte Mathilda Joller ihre in einem anderen Zimmer schlafende Tochter Josefina wecken und retten. Offenbar lief ihr die 13-jährige Agnes nach. Alle drei starben im brennenden Schlafzimmer. «Seit Menschengedenken ist unsere Ortschaft nicht von einem ähnlichen Unglück heimgesucht worden», schrieb der «Obwaldner Volksfreund» gleichentags in seiner Ausgabe.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.