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In Engelberg häufen sich Unfälle mit Hirschen

Kurz vor dem Dorfeingang müssen Automobilisten langsamer fahren, um Zusammenstösse mit Rothirschen zu vermeiden. Diese können nicht nur für die Tiere lebensgefährlich sein. Jüngst kam es zu mehreren Kollisionen.
Franziska Herger
Rothirsche zieht es im Winter in tiefere Lagen. (Bild: Wolfgang Kruck/Fotolia)

Rothirsche zieht es im Winter in tiefere Lagen. (Bild: Wolfgang Kruck/Fotolia)

In Engelberg kommen sich Autofahrer und Wildtiere in die Quere. In den letzten Wochen gab es auf der Kantonsstrasse wenige Kilometer vor dem Dorf gleich drei Kollisionen von Autos mit Rothirschen. Daher wurde die Höchstgeschwindigkeit auf dem Abschnitt Fangseil bis Reinerts (etwa 300 Meter vor und nach der Abzweigung zum Kraftwerk Obermatt) von 80 auf 60 Kilometer pro Stunde reduziert, wie die Kantonspolizei und das Amt für Wald und Landschaft informieren.

Der erste Unfall sei am 17. Januar kurz vor 1 Uhr morgens passiert, sagt der Engelberger Wildhüter Klaus Hurschler. «Die Hirschkuh war sofort tot und wurde auf die Kadaversammelstelle gebracht.» Bei den beiden weiteren Unfällen in kurzer Folge am 24. und 25. Januar sei das verletzte Tier in den Wald verschwunden. «Beide Male wurde es am nächsten Tag gewissenhaft mit einem Schweisshund gesucht, aber leider erfolglos», sagt Hurschler. «Entweder haben die Hirsche überlebt oder sind irgendwo verendet.»

Hirsche werden vom Winter ins Tal gedrängt

Die Autofahrer wurden selber nicht verletzt und meldeten die Kollision dem Wildhüter oder der Polizei (siehe auch Kasten). «Der Schaden an den Autos war beträchtlich», erinnert sich Klaus Hurschler. In allen drei Fällen sprang der Hirsch direkt vor dem Auto auf die Strasse. «Ein Hirsch kann bis zu 250 Kilogramm wiegen. Das kann auch für die Autoinsassen lebensgefährlich sein», sagt der Wildhüter.

Doch warum diese Häufung von Unfällen? «Momentan halten sich im Umkreis von rund 500 Metern um die Unfallstellen bis zu 50 Stück Rotwild auf», sagt Klaus Hurschler. Der Schnee in höheren Lagen dränge die Tiere im Winter ins Tal, ergänzt der kantonale Jagdverwalter Cyrill Kesseli. «Sie finden dort mehr Nahrung und werden vermutlich auch vom Streusalz auf der Strasse angelockt.» Die Tiere seien sich gebietsweise Autos gewohnt, so der Jagdverwalter. «Nehmen sie ein Auto wahr, bleiben sie teilweise stehen und beobachten oder flüchten im dümmsten Moment und springen vor das Auto.»

Die Geschwindigkeitsreduktion sei temporär und könne je nach Schneeverhältnissen ab Ende März wieder aufgehoben werden, sagt Klaus Hurschler. Er ist von deren Wirksamkeit überzeugt. «Sobald die Fahrer die 60er-Tafel mit der Blinklampe und der Wildwarntafel sehen, werden sie vorsichtiger.»

Im Bereich Druckleitung bis Fangseil und Grünenwald vor Engelberg gibt es zudem Wildwarnanlagen, die bei Herannahen eines Tieres blinken. Vergleichbare Anlagen würden ab Frühling versuchsweise auf der Strecke zwischen dem Kernser Industriegebiet Sand und der Kantonsgrenze zu Nidwalden installiert, sagt Kesseli. «Dort werden pro Jahr durchschnittlich 20 Rehe überfahren.» Heute gibt es auf der Strecke eine Warntafel für Autofahrer sowie Reflektoren, die das Wild abschrecken sollen.

So verhalten Sie sich als Autofahrer richtig

Die Kantonspolizei und das Amt für Wald und Landschaft bitten Autofahrer, die Geschwindigkeit einzuhalten und vor allem nachts und in der Dämmerung vorsichtig zu fahren. Nähert sich ein Tier der Fahrbahn oder steht bereits auf der Strasse, soll man anhalten, den Warnblinker betätigen und warten, bis es ganz im Wald verschwunden ist, heisst es in einer Mitteilung zur Tempobegrenzung in Engelberg. Bei blinkenden Wildwarnanlagen soll langsam gefahren werden, auch wenn keine Tiere auf der Strasse zu sehen sind.
Kommt es zur Kollision, ist der für die Gemeinde zuständige Wildhüter zu benachrichtigen, ist dieser nicht erreichbar, soll die Polizei angerufen werden. Wer den Unfall nicht meldet, kann mit Busse bestraft werden und riskiert eine Anzeige wegen Tierquälerei. (fhe)

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