Uri
Roadcross zeigt den Jungen die Gefahren im Strassenverkehr

Mit realistischen Alltagssituationen und Erfahrungsberichten aus dem Strassenverkehr will die Stiftung Roadcross Schweiz angehende Neulenkerinnen und Neulenker sensibilisieren. Das Berufs- und Weiterbildungszentrum Uri nutzt das Angebot seit Jahren.

Valentina Blaser
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Gespannt hören die Lernenden des zweiten und dritten Lehrjahrs am Präventionsanlass Roadcross zu.

Gespannt hören die Lernenden des zweiten und dritten Lehrjahrs am Präventionsanlass Roadcross zu.

Bild: Valentina Blaser (Altdorf, 14. April 2022)

«Ein Bruchteil einer Sekunde. Das kann dein Leben verändern.» Ein missglücktes Überholmanöver, zwei Schwerverletzte und eine tote Person. Die Worte eines Unfallopfers hallen in der Aula des Berufs- und Weiterbildungszentrums Uri. Dass der Kurzfilm von einer wahren Geschichte handelt, fährt bei den anwesenden Berufsschülerinnen und Berufsschülern ziemlich ein. Die Folgen für das 18-jährige Unfallopfer: physische Einschränkungen, berufliche Umschulung, psychische Belastungen und offene Fragen. «Diese offenen Fragen kann mir niemand beantworten. Ich werde sie ins Grab mitnehmen.»

Die Berufsschülerinnen und -schüler vom zweiten und dritten Lehrjahr nahmen am Donnerstag an einem Präventionsanlass von Roadcross Schweiz, organisiert vom Berufs- und Weiterbildungszentrum Uri, teil.

Beispiel mit verheerenden Konsequenzen

Özlem Balci, Fachspezialistin Prävention von Roadcross Schweiz.

Özlem Balci, Fachspezialistin Prävention von Roadcross Schweiz.

Bild: PD

Was den Anlass für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen spannend macht: Sie können sich mit den Beispielen und Situationen identifizieren. Das ist auch der Sinn und Zweck für Moderatorin Özlem Balci, Fachspezialistin Prävention von Roadcross Schweiz. Sie kann die angehenden Neulenkenden mit realistischen Alltagssituationen im Strassenverkehr gut abholen. Das oberste Ziel von Roadcross Schweiz ist es, die Jugendlichen und jungen Erwachsenen für den Strassenverkehr zu sensibilisieren. Der beste Zeitpunkt dafür ist gemäss Özlem Balci bei der Zielgruppe im Alter zwischen 16 und 25 Jahren. «In diesem Alter beginnen neue Lebensabschnitte und die Beteiligung im Strassenverkehr wird aktiv», so Özlem Balci. Die Identifikation mit einigen Unfallursachen ist bei ein paar Anwesenden voll da. So zum Beispiel zwei Berufsschüler, 18- und 21-jährig: «Was Alkohol und Handygebrauch betrifft, hat man auch schon einiges mitbekommen. Alles haben wir bis heute aber nicht gewusst.»

Özlem Balci griff unter anderem die Themen der Unfallursachen, das Rasen und die Airbag-Funktion anhand eines Kurzfilms, mit Fotos und verschiedenen Erklärungen auf. Das Interesse ist bei den jungen Erwachsenen geweckt. So sagt Nik Küttel, 18-jährig: «Dass der Airbag im Auto nur den gewünschten Zweck erfüllt, wenn man angeschnallt ist, hat mich beeindruckt. Auch dass Cannabis im Blut bis zu 72 Stunden nachgewiesen werden kann, hörte ich das erste Mal. Das ist spannend.»

Unfallfolgen hat Özlem Balci ebenfalls thematisiert. Sie zeigte ein Beispiel von einem 23-jährigen Verursacher eines Auffahrunfalls. Die Fahrerin im vorderen Auto erlitt schwere Verletzungen. Die Versicherung vom Unfallverursacher verlangte von ihm eine Beteiligung von 20 Prozent an die Gesamtkosten von 1’366’500 Franken. Der Grund dafür war der Cannabis-Nachweis in seinem Blut. Doch wie sollte der 23-Jährige die rund 273’000 Franken bezahlen? Die Lösung war eine monatliche Ratenzahlung über 15 Jahre. Was den Berufsschülerinnen und Berufsschülern in dieser Lektion klar wurde: Gewisse Entscheidungen im Strassenverkehr können andauernde und verheerende Konsequenzen mit sich tragen.

Auch zukünftig erwünscht

Seit über 15 Jahren bietet das Berufs- und Weitbildungszentrum Uri für die Berufsschülerinnen und Berufsschüler vom zweiten Lehrjahr diese Präventionsanlässe an. Dies seit Beginn in Zusammenarbeit mit der Stiftung Roadcross Schweiz. Wie Christine Stadler, Rektorin Berufs- und Weiterbildungszentrum Uri, sagt, ist der jährliche Anlass bei den Lehrpersonen und auch den Berufsschülerinnen und Berufsschülern noch immer sehr willkommen. «Dieser Präventionsanlass liegt uns am Herzen», so Christine Stadler. Auch ein Berufsschüler sagt, dass es ein guter Anlass sei, der weiterhin durchgeführt werden soll. Obwohl nicht alles im Gedächtnis bleibe, nütze es ihm viel.

«Unabhängig von Unfallstatistiken ist dies eine langfristige Arbeit, die von uns weiterhin ausgeführt wird», so Özlem Balci. Der Fokus dieser Präventionsanlässe liege bei den Kantons- und Berufsschulen, aber beispielsweise auch Jugendanstalten, die Armee oder Gefängnisse werden besucht. Roadcross Schweiz bietet gleichzeitig auch eine Anlaufstelle für Informationen, Beratung und Begleitung von unfallbetroffenen Personen.

Stiftung für sichere Mobilität

Roadcross Schweiz ist eine politisch neutrale Stiftung für Verkehrssicherheit. Sie setzt sich ein für eine sichere Mobilität und hilft Betroffenen von Verkehrsunfällen. Weitere Informationen: www.roadcross.ch

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