Ursache für Panik bei Rinderherde im Melchtal bleibt ein Rätsel

Die genetische Analyse der letzten Haarprobe zeigt, dass das Haar nicht von einem Wolf stammt. Welche Ursache die Tiere so in Panik versetzte, dass acht abstürzten, bleibt unklar.

Philipp Unterschütz
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Es bleibt unklar, was eine Herde Kühe im Juni im Melchtal in Panik versetzte.

Es bleibt unklar, was eine Herde Kühe im Juni im Melchtal in Panik versetzte.

Symbolbild: Obwaldner Zeitung

Nur eine von neun Kühen überlebte, als am 17. Juni im Melchtal eine Herde dermassen in Panik geriet, dass acht Tiere in ein Tobel stürzten. Die Kühe kamen von einer benachbarten Alp, legten also bis zum Absturz mehrere Kilometer zurück. Umgehend nach dem Vorfall ging die Suche nach der Ursache für die Panik der Herde los. Die aufgebotene Wildhut sicherte Kot-, Speichel- und Haarproben und reichte sie zur Auswertung ein. Während die Kotprobe einem Haustier zugewiesen werden konnte, ging die Untersuchung der Speichel- und Haarprobe bei der ersten Laboruntersuchung wegen eines labortechnischen Problems jedoch schief.

Die Haarprobe stammt nicht von einem Wolf

Wie der Kanton nun in einer Mitteilung schreibt, bringt auch die weitere Auswertung keine neuen Erkenntnisse. Die durchgeführte zweite Laboruntersuchung – eine genetische Analyse der letzten vorhandenen Haarprobe – durch das Laboratoire de Biologie de la Conservation der Universität Lausanne hat ergeben, dass die Haare von einem Paarhufer (beispielsweise Rind oder Hirsch) stammen. «Somit ist klar, das Haar stammt nicht von einem Wolf», heisst es in der Mitteilung. Auch seien in den vergangenen drei Wochen im Melchtal keine Anzeichen festgestellt worden, die auf eine Wolfspräsenz hindeuten würden. «Somit bleibt die Ursache für die Panik der Rinder nach wie vor ungeklärt», kommt die Jagdverwaltung zum Schluss.

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