Engelberg: Der «Vater» der Fürenalpbahn tritt kürzer

Anton Matter hat ein kleines touristisches Unternehmen behutsam und erfolgreich aufgebaut. Nun wurde es Zeit für einen Generationenwechsel – und einen Blick zurück zu den Anfängen der bei Wanderern beliebten Bahn.

Beat Christen
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Die Fürenalp immer fest in seinem Blick: Anton Matter bei der Talstation Fürenalpbahn. (Bild: Corinne Glanzmann, Engelberg, 31. Oktober 2018)

Die Fürenalp immer fest in seinem Blick: Anton Matter bei der Talstation Fürenalpbahn. (Bild: Corinne Glanzmann, Engelberg, 31. Oktober 2018)

Spricht Anton Matter vom Unternehmen der Luftseilbahn Engelberg-Fürenalp AG, dann macht er das immer in der Wir-Form. Dass er dabei durchaus auch einfach nur von sich sprechen könnte, vermeidet er wie der Teufel das Weihwasser. Denn die Geschichte der bei den Engelbergern schlicht als Fürenalpbahn bezeichneten Unternehmung ist sehr eng mit dem heute 79-jährigen ehemaligen Bankprokuristen verbunden. In den vergangenen 40 Jahren hat Anton Matter das Unternehmen als Präsident des Verwaltungsrats geprägt wie kein Zweiter. Unterstützt wird er dabei seit mehr als 20 Jahren von seinem Neffen Daniel Matter.

An der kürzlich abgehaltenen Generalversammlung der Aktiengesellschaft hat er das Präsidium an seinen Sohn abgetreten. Peter Matter wird nun die Geschicke der sich grossmehrheitlich in Familienbesitz befindenden Unternehmung leiten. Ein Teil der Aktien wird seit Beginn der Unternehmung von Personen gehalten, die gemäss Anton Matter «mit unseren Familien verbunden sind».

Seit Kindesbeinen mit der Alp verbunden

Die Verbindung von Matter zur Fürenalp begann schon kurz nach seiner Geburt. Kaum auf der Welt, wurde der kleine Anton von seinen Eltern auf die Alp mitgenommen, wo diese während der Sommermonate die Tiere von verschiedenen Talbauern hüteten. «Dies hat mich geprägt, und ich wusste schon früh um die Schönheiten der Natur, die sich hier auf gut 1800 Metern über Meer dem Betrachter präsentiert.»

«Ich wusste schon früh um die Schönheiten der Natur, die sich hier auf gut 1800 Metern über Meer dem Betrachter präsentiert.»

Die damals noch vom Tourismus nicht in Beschlag genommene Fürenalp war entweder auf einem beschwerlichen Fussweg erreichbar oder über eine Seilbahn mit zwei Sektionen, bei der Wassertanks als Ballast dienten. Die steile Seilbahn war allerdings nicht jedermanns Sache.

Und so war der Bau der heutigen Pendelbahn vor 40 Jahren in erster Linie zur besseren Erschliessung der Alpwirtschaft gedacht. «Natürlich sah ich das touristische Potenzial», erinnert sich Anton Matter. «Überstürzen wollten wir aber nichts, und wir waren froh, wenn wir den nicht ganz billigen Unterhalt der Seilbahnanlage mit den Einnahmen aus dem touristischen Betrieb bezahlen konnten.»

Ganz bewusst sei in den vergangenen 40 Jahren der touristische Rohdiamant nur langsam geschliffen worden, hält der abgetretene Verwaltungsratspräsident fest. «Sämtliche Ausbauschritte erfolgten wohlüberlegt. Uns war es immer ein Anliegen, dass die Fürenalp nicht zu einem touristischen Rummelplatz verkommt und dass die Gäste bei uns das finden, was sie suchen, nämlich Ruhe und Erholung.»

So hat man auch der Versuchung widerstanden, die Transportkapazität mit grösseren Seilbahnkabinen zu erhöhen, indem man zu Ende gedacht hat. «Das hätte unweigerlich zu einem Ausbau des ebenfalls zum Unternehmen gehörenden Bergrestaurants geführt», rechnet Anton Matter vor und meint, dass weniger oft mehr sei. «Das wissen und schätzen unsere Gäste und besuchen uns deshalb.»

Investitionen selber erwirtschaftet

Wurde bei diesem kleinen, aber feinen touristischen Hotspot von Engelberg investiert, dann hatte Anton Matter stets das Gesamtpaket in seinem Blickwinkel. Als Meilenstein seiner 40 Jahre als Präsident bezeichnet er die 2006 in Zusammenarbeit mit dem Elektrizitätswerk Obwalden realisierte Elektrifizierung des Restaurants. Vorbei war damit das Flackern der Lichter, bedingt durch die bescheidene Stromerzeugung des unweit vom Restaurant stationierten Stromaggregats. «Diese nicht ganz billige Investition war bitter notwendig», stellt Matter rückblickend fest und ist gleichzeitig stolz darauf, dass das Unternehmen sämtliche Investitionen – sei es in die Bahnanlage oder touristische Infrastrukturen wie den Naturlehrpfad Grotzliweg oder den Klettersteig – immer aus den selber erwirtschafteten Eigenmitteln finanzieren konnte. Den gleichen Erfolg wünscht er sich nun auch für seinen Nachfolger.

«Es waren stets die erfolgreichen Geschichten, die mir während der vergangenen 40 Jahre die notwendige Kraft gegeben haben, all die Projekte gemeinsam mit unseren Mitarbeitenden anzupacken», verrät der zum Ehrenpräsidenten der Gesellschaft ernannte Anton Matter sein Erfolgsgeheimnis. Und so wie man Matter kennt, wird er wohl auch in Zukunft bei der einen oder anderen Arbeit auf der Fürenalp mitanpacken.