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Verstörende Szene: Polizei in Engelberg bei Taser-Einsatz gefilmt

Es ist ein recht schockierendes Video aus Engelberg, das momentan in den sozialen Medien herumgeistert.
Franziska Herger
Polizei-Schulung mit einem Taser. (Symbolbild Dominik Wunderli).

Polizei-Schulung mit einem Taser. (Symbolbild Dominik Wunderli).

Eine Frau steht nachts auf einem Parkplatz splitternackt zwei Polizisten gegenüber, den Arm vor sich ausgestreckt, ein Messer in der Hand. «Sofort Messer auf den Boden», schreit einer der Polizisten und warnt «Taser!». Doch die Frau gehorcht nicht. «Ich habe keine Angst vor euch! Ich bringe euch beide um!», schreit sie. Als sie sich auf die Polizisten zubewegt, weichen diese zurück. Nach erneuten Warnrufen setzt ein Polizist den Taser ein und die Frau fällt mit einem Schrei zu Boden. Das Video endet mit den beiden Polizisten, die sich über sie beugen.

Im Hintergrund liegt Schnee, weshalb wohl mancher, der das Video gesehen hat, von einem aktuellen Vorfall ausgeht. Doch die Aufnahme sei dreieinhalb Jahre alt, sagt Christoph Fries, Leiter der Kriminalpolizei, auf Anfrage. «Wir können nicht sagen, wieso das Video gerade jetzt den Weg in die sozialen Medien gefunden hat. Der Kantonspolizei Obwalden und insbesondere den handelnden Polizisten war nicht bewusst, dass sie bei diesem Einsatz von einer Drittperson aufgenommen wurden.» Entsprechend habe man erst in den letzten Tagen Kenntnis vom Video erhalten.

Polizei: Veröffentlichung des Videos ist höchst unethisch

Die Frau sei nicht Engelbergerin gewesen, sondern Urlauberin im Klosterdorf, so Fries weiter. Die Polizei sei durch Passanten aufgeboten worden, die von der Frau mit dem Messer bedroht worden seien. Die Frau habe durch die Bedrohung eine gefährliche Situation geschaffen. «Weshalb sie zum Zeitpunkt des Vorfalls nackt war, kann durch die Polizei nicht beurteilt werden.» Die Frau sei bei dem Einsatz nur leicht verletzt worden und habe unmittelbar darauf in medizinische Behandlung gebracht werden können. Sie sei verzeigt worden.

Das Aufnehmen des Einsatzes dürfte zwar im vorliegenden Fall nicht strafbar sein, so Christoph Fries. Er halte die Veröffentlichung jedoch für höchst unethisch. «Das verletzt aus unserer Sicht die Persönlichkeitsrechte der Frau und der Polizisten. Immerhin vergisst das Netz nie.» Es werde immer alltäglicher, dass bei Polizeieinsätzen die Kamera gezückt werde. «Die Kantonspolizei rät klar von solchem Verhalten ab, aus Gründen der eigenen Sicherheit und des Persönlichkeitsschutzes.»

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