Vertrauen «systematisch missbraucht»

Im Veruntreuungsfall bei Titlisbahnen hat die Obwaldner Oberstaatsanwältin in ihrem Plädoyer dem ehemaligen Buchhalter Skrupellosigkeit und Gewinnsucht vorgeworfen. Er hätte das Vertrauen seines Arbeitgebers systematisch missbraucht.

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Die Titlis-Rotair-Gondel. (Bild: PD)

Die Titlis-Rotair-Gondel. (Bild: PD)

Der Mann überwies innerhalb von 14 Monaten bis Sommer 2010 in 24 Transaktionen rund 10 Mio. Franken vom Konto der Titlisbahnen zu Investitionsgesellschaften in Asien. Die Obwaldner Oberstaatsanwälting Esther Omlin sagte am Donnerstag in ihrem Plädoyer, der Buchhalter habe sich persönlich bereichern wollen. Schliesslich habe er ein neues privates Konto für allfällige Rückzahlungen aus den Firmen-Investments eröffnet.

Die Oberstaatsanwältin führte weiter aus, dass der ehemalige Buchhalter absolut keine Kompetenz gehabt habe, Überweisungen zu Investmentgesellschaften alleine zu tätigen. Er sei kein Vermögensverwalter gewesen.

Das Verschulden des Angeklagten wiege schwer, er habe vorsätzlich und aus gewinnsüchtigen Beweggründen bei seiner Arbeitgeberin einen immensen Schaden angerichtet. Er habe immer wieder den Entschluss gefasst, weitere Beiträge zu überwiesen. Zur Vertuschung seiner illegalen Überweisungen habe er die Buchhaltung frisiert.

Die Oberstaatsanwältin fordert für den heute 37-jährigen ehemaligen Buchhalter der Titlisbahnen eine vierjährige unbedingte Freiheitsstrafe. Ihre Anklage lautet unter anderem auf 24-fache Veruntreuung, ungetreue Geschäftsbesorgung und Urkundenfälschung.

Die Privatklägerin, die Titlisbahnen, unterstützt die Anträge der Staatsanwaltschaft vollumfänglich. Der Schaden von rund 10 Mio. Franken habe die Titlisbahnen damals an den Rand der Zahlungsunfähigkeit gebracht, erklärte der Vertreter der Titlisbahnen im Gericht. Der Betrieb habe überlebt, unter anderem weil die Obwaldner Kantonalbank über die nötige Liquidität gesorgt hatte.

sda