Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Verwandte Steine und beredte Bilder auf dem Landenberg

Hanna Furrer aus Sarnen und Beatrix Schären aus Feuerthalen sind Künstlerfreundinnen. In Sarnen zeigen sie ihr Werk.
Romano Cuonz
Kunst auf dem Landenberg: Hanna Furrer zeigt ihre verwandelten Steine, hier «Nach dem Fest». (Bild: Romano Cuonz, Sarnen, 2. November 2019)

Kunst auf dem Landenberg: Hanna Furrer zeigt ihre verwandelten Steine, hier «Nach dem Fest». (Bild: Romano Cuonz, Sarnen, 2. November 2019)

Seit einem eher zufälligen Zusammentreffen auf dem Vierwaldstättersee sind die Künstlerinnen Hanna Furrer und Beatrix Schären miteinander befreundet. Obwohl die Lebens- und Arbeitsorte der beiden Frauen viele Kilometer voneinander entfernt liegen, haben sie einiges gemeinsam.

Die Sarnerin Hanna Furrer ist wie auch Beatrix Schären aus dem zürcherischen Feuerthalen mehrfache Mutter und Grossmutter. Für beide war das Kunstschaffen ein Leben lang eine grosse Passion. Beide haben auch Werke eigens für Kinder geschaffen. Und beide ziehen sich oft und gerne zurück: Nach Norditalien, wo ihre Familien alte Häuser stilgerecht restauriert haben. Beatrix Schären liebt das Leben im mittelalterlichen Borgo Canova in Oira. Hanna Furrer arbeitet gerne in einem alten Bauernhaus am Ortasee.

«An Orten, wo Hanna Furrer lebt und arbeitet, gibt es zahlreiche zauberhafte Dinge zu bewundern», sagte Christoph Schmid an der Vernissage. Sie verstehe es, mit ihrer Kunst Orte aufzuwerten.

Hanna Furrer: Lebende Steine

Früher habe die immer schon künstlerisch aktive Kindergärtnerin und Logopädin Puppen mit wunderschönen Gesichtern angefertigt. Mit ihnen spielte sie oft auch Theater für Kinder. Über ihre Ausstellung auf dem Sarner Landenberg aber schreibt Hanna Furrer den Titel «Verwandelte Steine». Vor sieben Jahren lernte sie, dank Brigitte Bauder, die Faszination von hellen und dunklen, von grauen, grünen, rotgrauweissen, gelbgrünen Specksteinen kennen. Ab nun beginnt sie damit, solche Steine in Figuren zu verwandeln. Und sie gibt ihnen, oft spielerisch, ihr ganz eigenes Leben. Sogar Namen erhalten die Steine: Seppli, Marion, Isabelle, Renate, Sofie, Nora. Kinder sind es und Mütter. Menschen, aber auch Tiere wie Käuzchen, Vögel oder eine Schnecke im Häuschen. Vernissagenredner Christoph Schmid sagt treffend, was die Kunst der bescheidenen Sarnerin auszeichnet: «Hanna weiss nicht, und will nicht wissen, wie gut sie ist!»

Die in Schleitheim SH geborene Beatrix Schären schloss ihr Studium in Zürich mit dem Diplom in Textildesign ab. Seit 1964 arbeitet sie unermüdlich als selbstständige Künstlerin und Illustratorin von Kinderbüchern. Reich ist ihr Werk. Gross die Zahl ihrer Ausstellungen. Ihre Kunst wurde im In- und Ausland, ja bis nach Tokyo und New York gezeigt.

In Sarnen präsentiert Beatrix Schären einen Querschnitt durch ihr reiches Schaffen. Im Erdgeschoss beschäftigt sie sich auf faszinierende Weise mit dem Thema «Spuren der Vorfahren». Lässt sich, etwa von einem alten Schulklassenfoto, inspirieren. Kommt dabei mit den Kindern, die grau und ernst aus dem Bild gucken, ins Gespräch. Christoph Schmid sagt es so: «Das ganz Besondere an Beatrix Schärens Bildern ist, dass sie einen unwillkürlich berühren.»

Beatrix Schären lässt die Seele eines Hauses aufleben

In der Tat: Das tut auch eine Installation mit dem Titel «Hommage à Canova» in der Raummitte: Die Künstlerin rettet eine alte Staffelei und versieht diese rundherum mit Bruch- und Fundstücken und lässt so die Seele eines 600 Jahre alten Hauses aufleben. Wunderschön, ja wirklich märchenhaft, sind 17 Bildtafeln zur Geschichte «Der Drachenprinz» im Dachstock. Und wenn Beatrix Schären auch noch zu erzählen beginnt, glaubt Gross und Klein zu träumen.

Beatrix Schären präsentiert ihr Ölbild «Schwebende Räume». (Bild: Romano Cuonz, Sarnen, 2. November 2019)

Beatrix Schären präsentiert ihr Ölbild «Schwebende Räume». (Bild: Romano Cuonz, Sarnen, 2. November 2019)

Die Zahl von Techniken und Motiven, die die Künstlerin dem Publikum auf dem Landenberg vorstellt, ist gross. Das geht von Häusern und Landschaften in Öl über ihr Tagebuch aus atmosphärischen Aquarellen bis hin zu zahlreichen abstrakten Bildern. Sie selber sagt es so: «Ich lasse dem Zufall Raum, greife Unbekanntes auf, verdeutliche es, ohne etwas zu erzwingen. Es ist ein Spielen und Schaukeln!» Dazu lädt sie in Sarnen ein. Zusammen mit Hanna Furrer.

Kunst auf dem Landenberg, Sarnen. Altes Zeughaus. Hanna Furrer und Beatrix Schären. Öffnungszeiten: 9. / 10. / 16. / 17. November von 14 bis 17 Uhr. Beatrix Schären erzählt jeweils am Sonntag um 15 Uhr Märchen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.