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WK-Soldaten präsentieren sich auf dem Glaubenberg: Viel Action – und Wartezeiten

Wie es an einem WK zugeht, wissen Infanteristen aus Erfahrung. Am Donnerstag lud die Luzerner Regierung Gäste aus Politik und Wirtschaft zum Truppenbesuch ein. Einige hatten ein Déjà-vu, denn trotz Modernisierung blieb eines beim alten.
Roger Rüegger
Die Regierungsräte Robert Küng (links) und Paul Winiker in einem Truppenfahrzeug. (Bild: Philipp Schmidli (Sarnen/Glaubenberg, 18. Oktober 2018))

Die Regierungsräte Robert Küng (links) und Paul Winiker in einem Truppenfahrzeug. (Bild: Philipp Schmidli (Sarnen/Glaubenberg, 18. Oktober 2018))

Auf der Einladung zum Truppenbesuch steht als erster Punkt: «Ab 0900 Abholung kantonale Behörden AAL.» Wie gewohnt beim Militär sind alle Personen pünktlich auf dem Platz. Am Donnerstag war dies im Armee Ausbildungszentrum in Luzern (AAL). Die rund 20 Gäste aus Politik und Wirtschaft, die der Einladung der Luzerner Regierung zum Truppenbesuch folgten, stellten sich bei der Begrüssung durch den Kreiskommandanten Oberst Philippe Achermann fast in einem anständigen «Daher» auf. Fast.

Denn allzu streng soll der Tag für die Besucher nicht werden. Es geht ja darum, einen Eindruck eines Gefechtsschiessens des «Infanterie Bataillons 20» auf den Glaubenberg zu bekommen. Als erstes wurden die Gäste mit Kleinbussen nach Sarnen chauffiert, wo man sich bei Kaffee aus dem Kanister, Gipfeli und Militärschoggi auflockerte.

Bald bemerkt einer der Gäste: «Es ist wie zu meiner Zeit. Es geht ums Warten!» Wer Dienst geleistet hat, weiss, dass da etwas dran ist. Kaum ist der Satz in der Runde verhallt, verlesen Divisionär Hans-Peter Walser und Oberstleutnant im Generalstab Thomas Ineichen den Tagesbefehl. Sie bedanken sich auch für das Interesse der Besucher und lassen es sich nicht nehmen, die WK-Soldaten auf dem Glaubenberg, die besucht werden, zu loben. «Die machen einen guten Job und haben Wertschätzung verdient. Sie werden es sehen. Heute erleben Sie eine Grundausbildung live», erklärte Ineichen.

Abschuss einer Panzerfaust auf dem Glaubenberg.
Demonstration einer Fahrzeugkontrolle und anschliessender Festnahme am Öffentlichkeits- und Behördenanlass des Infanteriebataillons 20 am Donnerstag, 18. Oktober 2018 in Sarnen.
Soldaten stürmen einen Zug in Sarnen.
Soldaten warten am Öffentlichkeits- und Behördenanlass des Infanteriebataillons 20 auf Befehle.
Paul Winiker, Regierungsrat Luzern in Sarnen.
Ein Soldat setzt einen Angreifer mit einem Pefferspray ausser Gefecht.
Marcel Schwerzmann, Regierungsrat Luzern und Hildegard Meier-Schöpfer, Kantonsratspräsidentin beim Armeeausbildungszentrum in Luzern.
Demonstration einer Fahrzeugkontrolle und anschliessender Festnahme eines Eindringlings.
Soldaten sichern die Umgebung eines Gebäudes in Sarnen.
Robert Küng, Regierungsrat Luzern (inks) lässt sich ein Geschütztes Mannschaftstransportfahrzeug (GMTF) erklären.
Reto Sieber, Verwaltungsratspräsident Siga (links) und Paul Winiker, Regierungsrat Luzern verfolgen die Demonstration am Öffentlichkeits- und Behördenanlass des Infanteriebataillons 20 auf dem Glaubenberg.
Fahrzeugausstellung der Armee in Sarnen.
Hildegard Meier-Schöpfer, Kantonsratspräsidentin (links) im Gespräch mit Soldatin Celine Seiger in Sarnen.
Ein Super Puma der Schweizer Luftwaffe startet mit Gästen auf dem Glaubenberg.
Robert Küng, Regierungsrat Luzern (links) und Paul Winiker, Regierungsrat Luzern beim Teilen alter Erinnerungen in Sarnen.
Soldaten und eine Soldatin warten auf weitere Befehle.
Soldaten stürmen ein Gebäude in Sarnen.
Gruppenbild am Öffentlichkeits- und Behördenanlass des Infanteriebataillons 20 am Donnerstag, 18. Oktober 2018 auf dem Glaubenberg. (Bilder: Philipp Schmidli (18. Oktober 2018)
18 Bilder

Behördenvertreter erlebten eine live Grundausbildung auf dem Glaubenberg

Weniger Soldaten als gewünscht sind im Dienst

Er gibt auch einen Einblick in die personelle Situation. Beim Kader ist das Verhältnis zwischen Soll und Haben ausgeglichen. Anders bei den Soldaten. Dort gibt es Luft nach oben. Nur 72 Prozent der Kapazität sind erfüllt. Unter anderen sei der schwache Bestand auf berufliche Gründe zurückzuführen und darauf, dass viele eine Alternative der Armee vorziehen. «7000 Personen gehen in den Zivildienst statt ins Militär», sagt Walser und gibt zu verstehen, dass er dies nicht nachvollziehen kann. «Ich stehe hier in einer Uniform und darf das sagen.»

Danach demonstrieren WK-Soldaten auf dem Platz in Sarnen verschiedene Situationen. Etwa, wie ein Jogger, der sich auf das Gelände begibt, um Fotos eines Panzers zu machen, hinauskomplimentiert wird. Oder wie zwei Personen in einem gestohlenen Militärfahrzeug überwältigt werden. Auch einen Häuser- und Ortskampf simulieren die Soldaten. Bei der Fahrzeugausstellung springt Luzerner Regierungsrat Robert Küng zu einem Motorfahrer in die Kabine eines Iveco Trakker. «Ich hatte 1200 Diensttage und war acht Jahre Kadi. Bei der Transport Offiziersschule und bei der Strassenpolizei habe ich insgesamt drei Jahre gedient. Ich bin stolz und überzeugt von der Organisation», sagt der Willisauer.

Auch Kantonsratspräsidentin Hildegard Meier-Schöpfer, ebenfalls eine Willis­auerin, ist interessiert an der Führung. Sie fragt nach dem Anteil an Frauen und muss erstaunt erfahren, dass nur eine WK-Soldatin auf dem Platz ist. Mit dieser, es ist Céline Seiger aus dem aargauischen Küttigen, lässt sie sich dafür gerne vor dem mobilen Kommandozelt fotografieren. «Ich bewundere die junge Frau, vor allem auch, dass sie mit dieser schweren Ausrüstung den Militäralltag bewältigt», so die FDP-Politikerin. Die Soldatin ihrerseits sagt: «Ich kann das Militär empfehlen. Gerade wenn man eine Zukunft bei der Polizei oder im Sicherheitsdienst anstrebt. In der Rekrutenschule musste ich mich zwar beweisen und vielleicht doppelt so gut sein wie ein Mann, aber dafür habe ich gelernt, mich durchsetzen.»

Danach lautete der Befehl: gefechtsmässige Verschiebung auf den Glaubenberg. Regierungsrat Paul Winiker wählte einen Radschützenpanzer 93. Der Gastgeber des Truppenbesuchs freute sich, dass der Einladung etliche Leute gefolgt sind: «Es hat Tradition, dass der Kanton Luzern einen Anlass organisiert, wo die Soldaten zeigen, was sie können.» Reto Sieber, Inhaber der Firma Siga, verfolgt das Gefechtsschiessen mit Interesse. «Dass ich das als Beobachter erleben darf: Ich verbrachte viele Diensttage vom Soldaten bis zum Kommandanten hier auf dem Schiessplatz Trogen.» Ein Wermutstropfen hatte das Ganze für ihn. «Es beelendet mich, dass der Truppenbestand so tief ist.»

Auch Rolf Galliker, Mitinhaber der Galliker Transporte AG, war anwesend. «Von der Regierung eingeladen zu werden, ist eine Ehre», sagt der Oberleutnant. In der Familie habe das Militär Tradition und im Betrieb werde geschätzt, wenn Mitarbeiter weitermachen. «Die Armee ist eine gute Ausbildungsstätte für Führungspersonen, weil es praxisbezogen ist.» Danach setzte er sich, wie alle andern, in den Helikopter und flog zurück ins Zivilleben.

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