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Obwaldner verwarfen viele Sozialdienst-Varianten

Die Obwaldner Gemeinden prüfen einen gemeinsamen Sozialdienst. Nun zeigt sich: Die Variante setzte sich gegen acht andere durch.
Franziska Herger
Sozialdienst im Gemeindehaus Sarnen. (Bild: OZ)

Sozialdienst im Gemeindehaus Sarnen. (Bild: OZ)

Die Obwaldner Gemeinden planen einen gemeinsamen Sozialdienst, voraussichtlich mit einer Zentrale in Sarnen und einer Filiale in Engelberg. Der künftige Zweckverband solle Spezialisierungen sowie den Aufbau und das Teilen von Fachwissen ermöglichen, teilten die Gemeinden mit. Diese Gelegenheit biete sich heute oft nicht, da der Sozialdienst in jeder Gemeinde zunehmende, vielfältige und immer komplexere Aufgaben wahrnehmen müsse – gerade in den kleinen Gemeinden bei oft tiefen Pensen.

Doch wie kam der Plan zu Stande? Eine Projektgruppe, bestehend aus Vertretern aller Gemeinden und begleitet von einem Experten der Hochschule Luzern, prüfte verschiedene Szenarien. Darunter auch der interkommunale Sozialdienst, der sich als beste Lösung herausstellte. Acht weitere wurden verworfen, wobei neben dem gemeinsamen Sozialdienst nur zwei vertieft betrachtet wurden: einerseits die Trennung der fachlichen und der personellen Ebene in den Sozialdiensten, und andererseits die Bildung von Kompetenzzentren.

Konfliktpotenzial und Koordinationsaufwand

Letztere Variante beinhaltet, dass Aufgaben gebündelt und allenfalls auf verschiedene Gemeinden verteilt würden. Unter anderem mit dem Nachteil, dass unter Umständen verschiedene Sozialdienste im gleichen Fall involviert gewesen wären. «Der Koordinationsaufwand wäre zu gross», sagt Markus Zahno, der den Sozialdienst Sarnen wie auch die Projektgruppe leitet.

Die dritte geprüfte Variante hätte die Sozialdienste im Dorf gelassen, und auch die organisatorische und administrative Leitung sowie die Finanzierung wären bei den Gemeinden geblieben. Fachlich jedoch würden sämtliche Sozialdienste einem kantonalen Leiter unterstellt, was einen einheitlichen fachlichen Standard ermöglicht hätte. Als Nachteile erachtete die Projektgruppe auch hier den hohen Koordinationsaufwand, unklare Kompetenzen und Konfliktpotenzial sowie die unterschiedlichen Anstellungsbedingungen.

Auch gegen die anderen Varianten sprachen gewichtige Gründe, so Zahno. «Ein einziger beim Kanton angegliederter Sozialdienst hätte den Gemeinden zu viele Kompetenzen weggenommen, zudem wollen die Gemeinden Verantwortung übernehmen. Eine Auslagerung gewisser Themen an den Kanton hätte die Gemeindesozialdienste wegen der kleineren Pensen für qualifiziertes Fachpersonal unattraktiver gemacht.»

Verworfen wurde auch die Idee regionaler Sozialdienste, etwa der Gemeinden Sarnen, Kerns und Alpnach (kaum Mehrwert für die Klienten), eine Zusammenarbeit mit Nidwalden («die gesetzlichen Grundlagen sind zu unterschiedlich»), oder eine Auslagerung gewisser Aufgaben an private Anbieter (finanziell uninteressant, schlechtere Erreichbarkeit).

Bleibt also der interkommunale Sozialdienst. Doch auch diese Variante hat einige Haken. So finden Klienten nicht mehr in jeder Gemeinde einen Sozialdienst, und auch die Mitarbeiter haben künftig allenfalls einen anderen Arbeitsort. Zudem müssen die gesetzlichen Grundlagen angepasst und die Frage der Infrastruktur gelöst werden.

Bis Ende 2020 will die Projektgruppe ein Betriebskonzept erarbeiten. Die Gemeinden haben dem Regierungsrat zudem beantragt, den Prozess zur Gesetzesanpassung in Gang zu setzen. Denn klar sei, sagt Markus Zahno, dass die Beibehaltung des Status quo – eine weitere geprüfte Variante – «das Problem der immer grösseren fachlichen Anforderungen nicht lösen kann».

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