Vier Kandidaten für zwei Gemeinderatssitze in Lungern

Am 27. September findet in Lungern die Ersatzwahl für zwei zurückgetretene Gemeinderäte statt.

Robert Hess
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Zwei Vertreter der CVP und zwei Parteilose bewerben sich um die Nachfolge der auf Ende Juni zurückgetreten Gemeinderäte Martin Gasser (FDP) und Denis Schürmann (CVP). Die vier Kandidaten beantworten im Folgenden Fragen zur Person, ihrer beruflichen und bisherigen politischen Tätigkeit, zu ihren Beweggründen für die Kandidatur sowie zur Zukunft der Gemeinde Lungern.

Walter Ming: «Bessere Voraussetzungen»

Der 57-jährige parteilose Walter Ming steht an der Spitze der ausgelosten Reihenfolge auf dem offiziellen Wahlzettel für die Urnenwahl vom 27. September. Seine berufliche Ausbildung und Tätigkeit umschreibt er mit Sozial- und Rechtspsychologe, lic. phil., Notfallseelsorger/Care-Profi. Er ist Vater eines zweijährigen Sohnes. In den Jahren 2008 bis 2010 gehörte er dem Gemeinderat Lungern an und führte das Sozialdepartement. Seit 2017 gehört der dem Pfarreirat Lungern an, ab 2018 als Co-Präsident.

Walter Ming, parteilos

Walter Ming, parteilos

Bild: PD

Weshalb kandidiert Ming zehn Jahre nach seinem Rücktritt erneut für den Gemeinderat? «Ich hatte bereits damals erklärt, dass ich in diesem Rat sehr gerne mitmachen würde, wenn die Voraussetzungen für eine konstruktive Mitarbeit gegeben wären», antwortet Ming. «Diese Voraussetzungen bestehen heute», ist Ming überzeugt. «Ich bin immer noch motiviert und verfüge über die zeitlichen und fachlichen Möglichkeiten für die Gemeinderatsarbeit.» Sollte er zum Gemeinderat gewählt werden, übernehme er gerne jenes Departement, das der Gesamtgemeinderat in erster Linie für die Stärkung des eigenen Gemeinderatsteams wünscht. «Wichtig ist», betont Ming, «dass der Gemeinderat und die Verwaltung das wirkliche Ziel nicht aus den Augen verlieren. Nämlich das Wohlergehen unserer Gemeinde und der gute Kontakt zu den Lungerern.» Er wünscht sich, dass die alten Streitereien im Rat aufhören. «Lungern ist ein Paradies zum Leben», sagt Ming.

Josef Berchtold: «Stimme der Jungen»

Der 1990 geborene und in Lungern aufgewachsene Josef Berchtold ist mit Abstand der jüngste der vier Kandidaten und er würde bei einer Wahl auch der jüngste Gemeinderat sein. Er hat 2010 seine Lehre als Elektromonteur EFZ abgeschlossen. Weitergebildet hat sich Berchtold zum Telematik-Techniker sowie zum Technischen Kaufmann mit eidgenössischem Fachausweis. Seit 2017/2019 ist er Projektleiter/Teamleiter Automation bei der Firma Egger Enertech AG.

Josef Berchtold, CVP

Josef Berchtold, CVP

Bild: PD

Josef Berchtold ist Mitglied der CVP Ortspartei Lungern. «Mit meiner Kandidatur möchte ich eine Stimme der jungen Generation sein», sagt er zu seiner Motivation. Seine weiteren Gründe für die Kandidatur: «Ich möchte meinen Beitrag zu Gunsten der Allgemeinheit leisten, die Gemeinde und den Gemeinderat nachhaltig weiterentwickeln und den neuen Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht werden.»

Im Gemeinderat würde er gerne das Baudepartement führen. Nicht auf seiner «Wunschliste» stände das Departement Gesundheit/Soziales. Josef Berchtold will sich besonders für ein «aktives Vereinsleben sowie einen strukturierten Tourismus im Einklang mit der Bevölkerung einsetzen.»

Paul Knüsel: «Zuhören ist wichtig»

Der 1950 geborene Paul Knüsel kandidiert als Parteiloser. Er ist Arzt, verheiratet und hat vier Söhne, wovon die drei Jüngsten 4-, 6-, und 7-jährig sind. «Ihre Zukunft in Lungern ist mir wichtig», sagt er, «als Gemeinderat könnte ich im Dienste der Bevölkerung an der nachhaltigen Entwicklung der lebenswerten Siedlungen in unserer wunderschönen Landschaft mitarbeiten.»

Paul Knüsel, parteilos

Paul Knüsel, parteilos

Bild: PD

Paul Knüsel wohnt seit 2007 in Bürglen. Während vieler Jahre war er laut seinen Angaben Facharzt für Allgemeinmedizin mit Schwerpunkt Frauenheilkunde in Kerns, arbeitete als zertifizierter Gutachter für die Sozialversicherungen und die letzten Jahre als Vertrauensarzt der Schweizer Luftwaffe. «Zudem bin ich eidgenössisch anerkannter Psychotherapeut mit langjähriger Erfahrung im innerbetrieblichen Konfliktmanagement.»

Knüsel erklärt sich als «offen für jedes Departement im Gemeinderat». Ein grosses Anliegen sei für ihn «die Pflege der Achtsamkeit, der Wertschätzung und des Vertrauens im Team des Gemeinderates», fährt Knüsel fort. Dazu komme das Zuhören, was die Sorgen, Anliegen und Fragen der Mitmenschen seien. «Ich suche keine Macht im Amt» betont Knüsel, «sondern fühle mich im verantwortungsvollen Dienst an der Gemeinde.» Die arbeitenden Menschen sollten «von unnötigen amtlichen Belastungen bewahrt werden, der öffentliche Verkehr ist zu fördern und die Vereine sollen in ihrer wichtigen sozialen Funktion unterstützt werden.»

Wendelin Imfeld: «Familie ging vor»

Neben Walter Ming plant ein zweiter ehemaliger Gemeinderat ein Comeback. In den Jahren 1999 bis 2007 war der heute 54-jährige Wendelin Imfeld-Wicki (CVP) bereits Mitglied des Einwohnergemeinderates Lungern. Er führte damals die Departemente Bau und Raumplanung, Sicherheit sowie Bildung und Kultur. Zwei Jahre lang war er Vizepräsident.

Wendelin Imfeld, CVP

Wendelin Imfeld, CVP

Bild: PD

Weshalb ist er zurückgetreten und kandidiert jetzt erneut? «Als ich 2007 demissionierte», blickt Imfeld zurück, «hatte ich die Familie vor die politische Tätigkeit gestellt und konnte dann beides zeitlich nicht mehr vereinbaren.» Inzwischen habe er sich so organisiert, dass genügend Zeit für ein Gemeinderatsamt zur Verfügung stehe. «Zum andern bin ich immer noch politisch interessiert und aktiv», begründet er seine Motivation für die erneute Kandidatur.

Wendelin Imfeld-Wicki ist in Bürglen aufgewachsen, verheiratet und Vater von zwei Kindern. Seine beruflichen Tätigkeiten sind: Forstwart, Berufsausbilder, Projektleiter und Unternehmer.

«Bei einer Wahl habe ich kein Wunschdepartement», sagt Imfeld. «Die Departemente sind so zu aufzuteilen, dass der Gemeinderat funktioniert und die Gemeinde den optimalen Nutzen hat.» Imfeld tritt für eine «offene und transparente Kommunikation ein». Sein Anliegen ist, dass die Infrastrukturen wie Schulhaus, MZG-Anlagen und Strassen mittelfristig erneuert werden können und dies der breiten Bevölkerung einen Mehrwert bringt. «Unsere Gemeinde soll wohnattraktiv bleiben», wünscht sich Wendelin Imfeld.