Vier Obwaldner Gemeinden profitieren von neuer Berggebiet-Förderung

Die Obwaldner Gemeinden Kerns, Giswil, Lungern und Engelberg kommen in den Genuss eines neuen Förderprogramms für Berggebiete von Bund und Kanton. Für das vierjährige Pilotprojekt stehen 860'000 Franken bereit, erste Projektideen wie Loipen oder Bike Trails sind skizziert.

Martin Uebelhart
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Als Folge der unterdurchschnittlichen Wirtschafts- und Bevölkerungsentwicklung in den Berggebieten führt der Bund laut einer Medienmitteilung des Obwaldner Regierungsrats in den kommenden vier Jahren spezielle Pilotmassnahmen durch. «Mit der Neuen Regionalpolitik möchte der Bund Gebiete unterstützen, die etwas abseits der wirtschaftlichen Zentren stehen», sagt der Obwaldner Volkswirtschaftsdirektor Daniel Wyler. Um von solchen Geldern profitieren zu können, müssen sich die Kantone ebenfalls finanziell beteiligen.

Vergangenen März hat der Bund ein Konzept zur wirtschaftlichen Förderung der Berggebiete verabschiedet. Im Kanton Obwalden entsprächen die Einwohnergemeinden Engelberg, Giswil, Kerns und Lungern den vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) festgelegten Kriterien. Normalerweise könnten bei der Neuen Regionalpolitik (NRP) Projekte nicht von einer Firma allein getragen werden. «Es braucht dazu eine finanzielle Trägerschaft», hält Wyler fest. «In dem Pilotprogramm können auch Einzelfirmen Projektträger sein, und die Fördermöglichkeiten sind wesentlich flexibler», sagt Wyler weiter. So können zum Beispiel laut der Mitteilung kleinere, lokal systemrelevante Infrastrukturen wie zum Beispiel Bike-Trails mit À-Fonds-perdu-Beiträgen unterstützt werden. Allerdings müsse die Wirkung der Massnahme über den Einzelbetrieb hinausgehen. «Es darf nicht das Ziel sein, einfach einzelne Unternehmen mit Geld zu unterstützen», betont Wyler.

Berggemeinden begrüssen Fördermöglichkeiten

Die Umsetzung der Massnahmen erfolgt über die Kantone. Das Volkswirtschaftsdepartement hat die Gemeinden Engelberg, Giswil, Kerns und Lungern konsultiert. Sie begrüssen die neuen Fördermöglichkeiten explizit und haben bereits mögliche Projektideen skizziert, wie etwa den Ausbau von Langlaufloipen oder Mountainbike-Trails. Die neuen NRP-Massnahmen seien auch für den Kanton Obwalden in wirtschaftlicher Hinsicht von Interesse. Gerade angesichts der Auswirkungen der Covid-19-Massnahmen auf die Wirtschaft könne das NRP-Pilotprogramm positive Impulse setzen, schreibt der Regierungsrat.

Ein weiterer Pluspunkt des Pilotprojekts sei, dass der Finanzierungsanteil des Bundes höher ausfällt. Bei der NRP tragen Bund und Kanton je die Hälfte der Finanzierung. Bei Projekten, die über die NRP-Massnahmen für die Berggebiete gefördert werden, liegt der Bundesanteil bei maximal 70 Prozent.

Projektideen können vorbesprochen werden

Für die vierjährige Umsetzung stehen insgesamt 860 000 Franken zur Verfügung. Der Anteil Obwaldens beträgt 260 000 Franken. Diese Mittel dürfen nicht an die bereits im Jahr 2019 bewilligten regulären NRP-Mittel in der Höhe von 1,8 Millionen Franken angerechnet werden und sind vom Kanton zusätzlich zu finanzieren. Neu stehen damit für die Periode 2020 bis 2023 insgesamt 2,66 Millionen À-fonds-perdu-Beiträge zur Verfügung. 1,16 Millionen davon kommen vom Kanton.

Projektideen zur wirtschaftlichen Entwicklung auf dem Gebiet der Gemeinden Kerns, Giswil, Lungern oder Engelberg könnten unverbindlich mit dem Volkswirtschaftsamt oder mit den zuständigen Regionalentwicklungsverbänden Sarneraatal respektive Nidwalden und Engelberg vorbesprochen werden, hält die Medienmitteilung weiter fest. Für innovative und wertschöpfungsorientierte Projekte auf dem ganzen Kantonsgebiet bilde nach wie vor die NRP die entsprechende Finanzierungsmöglichkeit.