Vier Parteien wollen Sitz im Alpnacher Gemeinderat erben

FDP, CVP, SVP und GLP stellen je einen neuen Kandidaten für die Alpnacher Gemeinderatswahlen.

Matthias Piazza
Hören
Drucken
Teilen

Die Gesamterneuerungswahlen in Alpnach vom 9. Februar versprechen insbesondere in parteipolitischer Hinsicht Spannung – selbst, wenn wie erwartet die vier Bisherigen Marcel Moser (CVP), Willy Fallegger (SVP), Regula Gerig und Sibylle Wallimann (CSP) wiedergewählt werden. Denn der Sitz des zurücktretenden Parteilosen Heinz Krummenacher (auch Präsident) ist begehrt. Sowohl SVP wie auch FDP, CVP und GLP stellen je einen Gemeinderatskandidaten.

Sollte John de Haan gewählt werden, wäre die FDP erstmals seit der Abwahl von Thomas Küchler im Februar 2016 wieder im Gemeinderat vertreten. «Es ist mir ein Anliegen, dass alle wichtigen Parteien im Gemeinderat eingebunden sind», begründet John de Haan, warum er zugesagt hat, als ihn die Ortspartei für die Kandidatur anfragte. Bei den Kantonsratswahlen 2018 kam die FDP auf einen Wähleranteil von 19 Prozent, was einem Sitz im Gemeinderat entsprechen würde.

John de Haan, FDP.

John de Haan, FDP.

Bild: PD

Seit 5 Jahren wohnt der 67-Jährige, der noch immer in einem reduzierten Pensum als selbstständiger Broker arbeitet, in Alpnach. «Die Arbeit als Gemeinderat würde mir sehr gut gefallen», sagt John de Haan, der seit zwölf Jahren Präsident des Gewerbeverbandes Obwalden ist. Davor war de Haan acht Jahre Präsident der Sarner Fachgeschäfte. Zwischen 2012 und 2014 sass er für Sarnen im Kantonsrat.

Als grösste Herausforderungen für Alpnach erwähnt er die Umsetzung des im vergangenen November angenommenen Hochwasserschutzes der Kleinen Schliere und den geplanten A8-Vollanschluss. Vorderhand kein Thema sei das Gemeindepräsidium.

Die Wahlen dafür finden am 15. März statt, am selben Tag wie der allfällig zweite Wahlgang für die Gemeinderäte. Fürs Präsidium hat Marcel Moser (CVP) bereits seine Kandidatur eingereicht. Er ist seit 2014 Gemeinderat und seit 2017 Vizepräsident. Der 56-jährige Betriebsökonom hat die Finanzen unter sich.

Remo Kuster will stille Wahlen verhindern

Remo Kuster, CVP.

Remo Kuster, CVP. 

Bild:Edi Ettlin

«Man muss und darf öffentliche Aufgaben übernehmen. Insbesondere, wenn man diese durch frühere Kommissionstätigkeiten und andere Funktionen kennt und Wissen und Erfahrungen einbringen kann», begründet CVP-Kandidat Remo Kuster seine Motivation.

Ein grosses Anliegen sind dem ehemaligen langjährigen Alpnacher Feuerwehrkommandanten auch Kampfwahlen. «Als ich mich vor einem Jahr zur Kandidatur entschloss, deutete alles auf stille Wahlen hin. Das wollte ich verhindern. Die Bürger sollen eine Auswahl haben, den aus ihrer Sicht fähigsten Kandidaten wählen.» Dass mit seiner Wahl die FDP nach wie vor aussen vor wäre, ist für den Familienvater mit drei Kindern zweitrangig. «Gemeinderatswahlen sind Kopfwahlen.» Vom Wähleranteil her steht der CVP ein Sitz zu.

Beim Präsidium überlässt er den Vorrang seinem Parteikollegen und bisherigen Vizepräsidenten Marcel Moser. «Das ist ein ungeschriebenes Gesetz, ihm diese Kandidatur nicht streitig zu machen, zumal er seinen Job sehr gut gemacht hat», findet der 50-jährige gelernte Tiefbaupolier Kuster, der als Sachbearbeiter beim Amt für Umwelt des Kantons Nidwalden arbeitet.

Charlotte Scheidegger, SVP.

Charlotte Scheidegger, SVP.

Bild: PD

SVP-Kandidatin Charlotte Scheidegger (63) sass 2004 schon im Alpnacher Gemeinderat, musste aber ein halbes Jahr nach Amtsantritt aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten. «Ich hätte damals das Amt nicht gewissenhaft ausüben können.» Nun sei sie vollständig genesen und fühle sich körperlich und geistig fit dafür. «Als Gemeinderätin will ich Alpnach etwas zurückgeben», meint die Präsidentin des Kirchenchors Cäcilia Alpnach.

Die gebürtige Freiburgerin wohnt seit 31 Jahren in Alpnach. «Hier fühle ich mich sehr wohl.» Gemäss Parteistärke «reicht» es der SVP nur für einen Sitz, der mit Willy Fallegger schon besetzt ist. Trotzdem erachtet Charlotte Scheidegger einen zweiten SVP-Sitz als vertretbar. «Doch am Schluss werden die Stimmbürger entscheiden.»

Vielleicht gibt’s eine parteipolitische Premiere

Patrick Matter, GLP.

Patrick Matter, GLP.

Bild: Corinne Glanzmann

Mit Patrick Matter kandidiert ein Exot (siehe Ausgabe vom Samstag). Mit dem 47-jährigen Besitzer eines Velogeschäftes in Kägiswil wäre erstmals die GLP in einer Obwaldner Exekutive vertreten – eine Partei, die es in Obwalden noch gar nicht gibt. «Die GLP mit ihrer ökologischen und trotzdem liberalen Haltung passt perfekt zu mir», sagte der Familienvater, der einen 9-jährigen Sohn hat, gegenüber unserer Zeitung.

Bei der CSP, welche bei den Obwaldner Kantonsratswahlen vor zwei Jahren einen Wähleranteil von 13 Prozent kantonsweit und 27 Prozent in Alpnach erreichte, hätte er sich nicht zu Hause gefühlt. «Die Partei deckt die Themen Wirtschaft und Umwelt für mich zu wenig ab.» Und bei den Grünen, welche es in Obwalden ebenfalls nicht gibt, fehle ihm das liberale Gedankengut.