VIERWALDSTÄTTERSEE TOURISMUS: Parteien kritisieren die Organisation

Ist Vierwaldstättersee Tourismus die richtige Institution fürs Sarneraatal? Mehrere Obwaldner Parteien haben ihre Zweifel – und sehen Handlungsbedarf.

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Richtet sich das Sarneraatal touristisch bald neu aus? Die Kritik an Vierwaldstättersee Tourismus wird laut. (Archivbild Robert Hess/Neue OZ)

Richtet sich das Sarneraatal touristisch bald neu aus? Die Kritik an Vierwaldstättersee Tourismus wird laut. (Archivbild Robert Hess/Neue OZ)

Der Tourismus soll in Obwalden mit einer Förderungsabgabe statt wie bisher mit der Kurtaxe mitfinanziert werden. Dies schlägt der Obwaldner Regierungsrat in einem Nachtrag zum Tourismusgesetz vor. Nun krebst er zurück – vorerst. Der Grund: Die Diskussion hat im Rahmen der Vernehmlassung eine ganz andere Dimension angenommen. Im Fokus steht nicht mehr nur die neue Förderungsabgabe, sondern der Leistungsausweis von Vierwaldstättersee Tourismus.

«Gründung einer Dachorganisation in Obwalden ist notwendig»
Mehrere Parteien lassen kein gutes Haar an der Dachorganisation, die im Jahr 2000 gegründet wurde und damals bestehende Organisationen wie Obwalden Tourismus oder Tourismus Vierwaldstättersee Süd ablöste. «Der Tourismus im Sarneraatal krankt seit Jahrzehnten, die Situation hat sich in den letzten Jahren verschlimmert», nimmt die FDP Obwalden die Touristiker in die Verantwortung.

Auch von linker Seite heisst es: «Die heutige Struktur mit Vierwaldstättersee Tourismus weist klare Schwächen auf», so die SP in ihrer Vernehmlassung. Und die CVP fordert gar: «Die Gründung einer Dachorganisation in Obwalden ist notwendig.»

Kritik überrascht Volkswirtschaftsdirektor Bleiker
Zurück auf Feld 1 also? Geht es nach mehreren Parteien in Obwalden, ist dieser Schritt unumgänglich. Nach Ansicht der CVP soll «zuerst die Organisation neu aufgezogen und erst nachher die Einführung einer Tourismusförderungsabgabe ins Auge gefasst werden.» Ähnliches schwebt auch der FDP vor. Im Zentrum stehe dabei die Frage, ob Vierwaldstättersee Tourismus für das Sarneraatal die richtige Organisation ist. Die CSP Obwalden befindet: «Gemeinsame Visionen und Strategien gibt es eigentlich nicht, sicher nicht so, dass Vierwaldstättersee Tourismus für uns schlagkräftig und aktiv auftreten kann.» Woraus die SP ableitet: «Obwalden spielt in diesem Gebilde keine zentrale Rolle.»

Die kritischen Äusserungen überraschten  den Obwaldner Volkswirtschaftsdirektor Niklaus Bleiker. «Wir sind mit der Arbeit zufrieden gewesen. Die Verwendung der Mittel wird transparent aufgezeigt und der Personalbestand schlank gehalten.» Zurzeit leisten Obwalden und Nidwalden laut Hans Jost Hermann, Präsident von Vierwaldstättersee Tourismus, jährlich einen Kantonsbeitrag von je 190'000 Franken.

Erst eine Studie, dann die weiteren Entscheidungen
Das Vernehmlassungsergebnis hat Niklaus Bleiker aufgeschreckt. Die Reaktion liess nicht lange auf sich warten. Der Regierungsrat hat das Institut für Tourismuswirtschaft in Luzern beauftragt, eine Studie zu verfassen. Sie soll die Ausgangslage und Entwicklungsperspektiven des Tourismus in Obwalden aufzeigen. Der Regierungsrat hofft, dass er «schon in wenigen Monaten Entscheidungsgrundlagen für die zukünftige Ausrichtung des Tourismus» erhält. Anschliessend dürfte auch die Frage beantwortet werden, ob der Kanton Obwalden der Organisation Tourismus Vierwaldstättersee weiterhin die Treue hält oder sich abnabelt und neu orientiert.

Oliver Mattmann und Matthias Piazza

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Obwaldner Zeitung.