Virenschutz aus dem 3D-Drucker

Ein Alpnacher Unternehmen hat zusammen mit seiner Mutterfirma eine Hygienemassnahme aus dem 3D-Drucker entwickelt.

Florian Pfister
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Der Alpnacher Griffersatz und Virenschutz von ThinkTEC 3D aus dem 3D-Drucker mit integriertem Desinfektionsmittel.

Der Alpnacher Griffersatz und Virenschutz von ThinkTEC 3D aus dem 3D-Drucker mit integriertem Desinfektionsmittel.

Bild: PD

Was früher in der Öffentlichkeit noch ohne Bedenken angefasst wurde, sollte man nun mit Vorsicht greifen und sich vorher und nachher desinfizieren. Zu Coronazeiten gilt besondere Vorsicht. Überall kann das Virus lauern, sei es auf dem Einkaufswagen oder auf einem Türgriff. Die Alpnacher Firma ThinkTEC 3D Swiss und deren ThinkTEC 3D GmbH in Deutschland haben sich etwas gegen den Schutz überlegt und stellen eine Weltneuheit vor.

Um mögliche Kontaktpunkte zu reduzieren, entwickelten sie die ThinkCleaner-Produkte, die zum kontaktlosen Ziehen, Drücken oder Greifen von Griffen, Knöpfen, Haltestangen in Bus oder Bahn oder anderen Gegenständen verwendet werden können. Der ThinkGrip hat ein Desinfektionsmittel integriert, das nachgefüllt werden kann. «Der Vorteil ist klar. Damit kann man jederzeit seine Hände oder einen Gegenstand desinfizieren», sagt Beat Vogel, Verkaufsberater der ThinkTEC 3D Swiss in Alpnach.

«Nur ein Hilfsmittel von vielen»

Die sogenannten Hygienetools werden Schicht für Schicht von einem industriellen 3D-Drucker gefertigt. «Die ThinkCleaner-Produkte sind ideale Hilfsmittel zur Vermeidung von Infektionen», erklärt Vogel. Er weist darauf hin, dass die Produkte nicht die Lösung gegen das Coronavirus seien. «Es ist nur ein Hilfsmittel von vielen. ThinkTEC 3D ist sich bewusst, dass die Hygienetools unter keinen Umständen die geforderten Hygienemassnahmen ersetzen.» Den Vorteil sieht Vogel besonders in der einfachen Tragart. «Die Hygienetools können an der Hosen- oder Handtasche, am Gürtel oder einem Rucksack befestigt werden. An der Hose getragen, kann man das schon fast mit den Handschellen des Polizisten vergleichen», schmunzelt Beat Vogel.

«Mit den zwei Produkten geht es uns nicht primär darum, nur eine weitere Prävention gegen das Virus zu schaffen, sondern aufzuzeigen, was man mit 3D-Druck in kurzer Zeit alles machen kann», erklärt Vogel weiter. «Wir wollen das Können des Konstrukteurs zeigen, und dass mit 3D-Druck auf eine Situation reagiert werden kann.» Die Hygienetools seien für alle gedacht, die bewusst Abstand halten. Er ist überzeugt, dass die Produkte besonders auch älteren Leuten ein Vorteil sein können. «Sie sind leicht in der Handhabung und ring zu halten.»

Bald wird auch in Alpnach produziert

Auch als Geschenk seien die Hygienetools gedacht. Den ThinkGrip VIP kann man mit der gewünschten Gravur versehen lassen wie etwa einem Namen oder einem Logo. Von der Idee bis zur fertigen Konstruktion dauerte es etwa zweieinhalb Wochen. «Unser Konstrukteur arbeitete immer wieder daran und verbesserte die Produkte in diesem Zeitraum stetig», erklärt Beat Vogel den Entwicklungsprozess. «Die Vorarbeit war schon relativ gross.»

ThinkTEC 3D Swiss aus Alpnach ist Vertriebspartnerin der deutschen Mutterfirma ThinkTEC 3D mit Sitz in Grafenau. Im Sommer soll aus dem Alpnacher Vertriebspartner aber ebenfalls eine GmbH gegründet werden. «Ab dann wird nicht nur in Deutschland, sondern auch in Alpnach Print-on-Demand produziert», freut sich Beat Vogel. «Die Hygienetools sind unser Start in den Schweizer Markt.»