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Volk soll bei Energiemassnahmen in Obwalden mitreden

Paul Federer und die FDP haben sich mit dem Info-Abend «Energie und Ich?» ein ambitioniertes Ziel gesetzt. Sie wollen die Bevölkerung in die Diskussion zu Obwaldner Energiemassnahmen miteinbeziehen.
Romano Cuonz
Paul Federer (links) hat den Vizedirektor des Bundesamtes für Energie, Marc Kenzelmann, nach Obwalden eingeladen. (Bild: Romano Cuonz (Sarnen, 9. Januar 2019))

Paul Federer (links) hat den Vizedirektor des Bundesamtes für Energie, Marc Kenzelmann, nach Obwalden eingeladen. (Bild: Romano Cuonz (Sarnen, 9. Januar 2019))

«Im Gespräch mit verschiedenen Leuten habe ich festgestellt, dass in der Bevölkerung fast kein Wissen zum Energiekonzept, zu unseren Energiestädten und zur kantonalen Förderung vorhanden ist», eröffnete der frühere Obwaldner Baudirektor Paul Federer eine Veranstaltung der FDP Obwalden in Sarnen. Um gemeinsam weiterzukommen, sei es notwendig, die Energiediskussion zum Laufen zu bringen.

Einen Anfang machte jetzt die FDP, indem sie gleich vier kompetente Referenten in die Kantonsschulaula einlud.

Marc Kenzelmann: Zuversichtlich

«Obwohl die Energiestrategie 2050 des Bundes sehr ehrgeizige Ziele verfolgt, hat sich der Grossteil unserer Bevölkerung damit grundsätzlich einverstanden erklärt», hielt Marc Kenzelmann, Vizedirektor im Bundesamt für Energie) gleich zu Beginn der Veranstaltung fest. Aber gerade in der Schweiz müsse man sich erlauben, angesichts des Klimawandels hohe Ziele zu setzen. Einige Merkzahlen zur Strategie: Der durchschnittliche Verbrauch von Energie pro Person soll bis 2020 um 16 und bis 2035 gar um 43 Prozent gesenkt werden. Im Gegenzug dazu möchte unser Land die inländische Produktion von erneuerbaren Energien – ohne die Wasserkraft – bis 2035 von 3653 Gigawattstunden (2017) auf stolze 11400 erhöhen. Dazu Kenzelmann mit viel Optimismus: «Wenn sich alle Kantone, Gemeinden und Menschen auf ihrer Stufe und in ihrem Umfeld bemühen, da mitzumachen, können wir für die Energiezukunft und unseren Planeten auf jeden Fall sehr viel Gutes erreichen.» Anerkennende Worte gab es für den Kanton: «Obwalden ist beispielsweise im wichtigen Bereich Gebäude und Energie, der in kantonaler Verantwortung liegt, sehr gut unterwegs», lobte Kenzelmann.

Yolanda Grille: Mit gewissem Stolz

«Der Kanton Obwalden hat in den letzten zehn Jahren in Sachen Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn) seine Hausaufgaben gut gemacht», stellte Yolanda Grille vorerst fest. Doch im gleichen Atemzug fügte die Obwaldner Projektleiterin Hochbau und Energie hinzu: «Nun aber ist es wichtig, dass wir nicht stillstehen und mit dem Bund am gleichen Strang ziehen.» Entscheidend wäre ihrer Ansicht nach, dass es zu den Normen bald eine gesetzliche Verankerung gäbe. «Nur mit klaren Vorschriften kann man letztlich die Umsetzung der Mustervorschriften auch wirklich durchführen», ist sie überzeugt.

Fordern sei eines. Noch wichtiger aber sei das Fördern. «Wir animieren unsere Bevölkerung seit 2009 mit einem stets von neuem angepassten Förderprogramm dazu, freiwillig Energiemassnahmen zu treffen», bilanziert Grille. Ihre grosse Hoffnung: Dass irgendeinmal in ferner Zukunft weder das Fordern noch das Fördern mehr nötig sind, weil die Menschen die Notwendigkeit selber erkennen.

Jules Pikali: Heute schon möglich

Energieberater der sieben Obwaldner Energiestädte ist Jules Pikali von Oekowatt. Er bestärkte Yolanda Grille noch, indem er festhielt: «Es ist schon heute gut möglich, Gebäude auf wirtschaftliche Weise CO2-neutral zu machen.» Eine alles entscheidende Bedingung allerdings gebe es bei der aktuellen Gesetzeslage: Die Gebäudebesitzer müssten bereit sein, langfristig zu denken. «Nicht die momentanen Investitionskosten sollten ausschlaggebend sein, viel mehr jene über die ganze Lebensdauer eines Gebäudes.»

Ruedi Windlin: Mehr Drive nötig

«Obwalden ist nach wie vor der einzige Kanton, der flächendeckend Energiestädte hat», strich Ruedi Windlin, Kernser Gemeinderat und Vorsitzender Arbeitsgemeinschaft Energiestädte Obwalden, heraus. In Bezug auf die Hilfe von Seiten der Öffentlichen Hand aber stosse man nun an Grenzen. «Energiestadt» sei kein politisches Programm, viel mehr einfach eine «coole Sache».

Man müsse die Energiestadt wollen. Und so gäbe es denn, so Windlin, zurzeit nur eines: «Es muss wesentlich mehr Drive in die Sache kommen, vor allem gilt es, endlich auch die Bevölkerung miteinzubeziehen.» Genau in diesem Punkt sollen Windlin und die sieben Obwaldner Energiestädte nach diesem Abend gewichtige Schützenhilfe erhalten.

«Das Ziel dieser Veranstaltung mit vielen fundierten Informationen zum Thema Energie und Ich ist, dass wir eine kleine Arbeitsgruppe bilden», versprachen Paul Federer und die FDP. Diese solle den Kanton und die Energiestädte mit Ideen aus der Bevölkerung unterstützen. Damit könne Obwalden in Sachen Energiestrategie nochmals besser werden. Federers Aufruf verhallte nicht ungehört: Im Anschluss an eine von Professor Miro Georg Trawinka geleitete animierte Diskussion zeigten sich rund zehn Personen zur Mitarbeit bereit.

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