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VOLKSKULTURFEST: Von der Volg-Kasse zum Obwald-Solo

Die Nidwaldner Solojodlerin Petra Gander trat im Gsang mit einem selber komponierten «Naturjuiz» vors Publikum. Um dieses «Traumengagement» ranken sich einige hübsche Geschichtlein.
Romano Cuonz
Petra Gander bei ihrem ersten Auftritt als Solojodlerin am Obwald – mit einem Lied für Frau Landammann. (Bild: Romano Cuonz (Giswil, 5. Juli 2017))

Petra Gander bei ihrem ersten Auftritt als Solojodlerin am Obwald – mit einem Lied für Frau Landammann. (Bild: Romano Cuonz (Giswil, 5. Juli 2017))

Romano Cuonz

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Als die 25-jährige Solojodlerin ­Petra Gander aus Ennetbürgen im Festzelt im Giswiler Gsang vors riesige Publikum trat, mit glockenreiner Stimme ihren Natur­juiz «Eysi schenschti Melodie» anstimmte, wurde es mucksmäuschenstill im Publikum. Da kam jeder Ton an. Der zierlichen Jodlerin gelang es, ohne jede instrumentale Begleitung, allein mit ihrem Gesang den riesigen Raum zu füllen. Begeisterter Applaus, und man spürte, wie sehr Petra Gander die einmalige Obwald-­Atmosphäre genoss. «Einmal am Obwald als Solojodlerin aufzutreten, war lange schon ein Traum von mir», strahlt die junge Frau. Nein, aufgeregt sei sie nicht gewesen. «Wenn man aus dem Wald nebenan immer noch die Vögel zwitschern hört, hat man nie das Gefühl, vor so vielen Zuhörern zu stehen.» Da kämen die richtigen Töne einfach so, und man könne sie geniessen.

Ihr Talent in Sarnen entdeckt

Petra Gander ist zusammen mit ihren beiden Schwestern Isabelle und Martina auf dem väterlichen Heimet Buechli aufgewachsen. «Das Jodeln ist uns wortwörtlich in die Wiege gelegt worden», sagt sie. Auch ihr Vater sei Jodler, und so hätten sie denn zu Hause immer gesungen und regelmässig Jodlerabende besucht. Als Kind hörte sich Petra «Juize» auf CDs und Kassetten an. «Da habe ich selber immer ein wenig mitgesungen, das war ganz lustig und ging gut», sagt die heutige Vorjodlerin. Ihre Karriere begann aber ganz zufällig. Vor zehn Jahren – sie war ein fünfzehnjähriger Teenager – ging sie mit den Grosseltern an ein Konzert in die Sarner Aula Cher. Am Schluss lud der Veranstalter alle, die Lust zum Singen hatten, dazu ein, auf die Bühne zu kommen. Der Grossvater ermunterte Petra, mitzutun. «Ich ging auf die Bühne und war furchtbar aufgeregt, aber es war ein schönes Gefühl, so vor Publikum zu singen», erinnert sich Petra Gander. Mit ihrer wunderschönen Stimme erstaunte sie nicht nur das begeisterte Publikum. Der Volksmusikfachmann und Dirigent André von Moos lud die talentierte Nidwaldnerin ein, beim Jodlerklub Sarnen in eine Probe zu kommen. Heute ist Petra von Moos – mittlerweile zusammen mit ihren Schwestern Isabelle und Martina – Vorjodlerin im Sarner Klub. «Die Obwaldner empfingen uns mit offenen Armen. Ich hatte dies nicht gesucht, es hatte wohl einfach so sein müssen», lacht die Jodlerin. Von André von Moos habe sie dann unglaublich viel gelernt. «Ich selber kann keine Noten lesen, wenn mir ein Juiz in den Sinn kommt, singe ich ihm vor, und er schreibt dann auf.»

Aufgefrischte Erinnerung führt zu Engagement

Schon zwei Mal durften nun die Gander-Schwestern mit dem Sarner Jodlerklub am Obwald auftreten. «Das war wunderschön, und natürlich hat mir Martin Hess damals hinter der Bühne beim Anstossen auch das Du angeboten», verrät Petra Gander, die seit ihrem Lehrabschluss als Verkäuferin im Volg Emmetten arbeitet. Nun aber will es der Zufall, dass auch Kulturmanager und Obwald-Initiant Martin Hess – wenn er nicht gerade in aller Welt unterwegs ist – auf Alp Hammen, hoch über Emmetten, haust. «Da kam er denn auch ab und zu in unseren Volg, um bei mir einzukaufen», sagt Petra Gander. «Aber gekannt hat er mich nicht mehr, und ich traute mich nicht, ihn weiterhin zu duzen», erzählt sie.

Doch eines Tages liess die junge Jodlerin Martin Hess über eine Lehrtochter – sie wohnt auch im Hammen – zutragen, wer sie sei. Damit war die Erinnerung wieder aufgefrischt. Schon beim nächsten Einkauf trat der charismatische Intendant auf die junge Verkäuferin zu. «Mehr noch», berichtet Petra Gander, «zu meiner Überraschung engagierte er mich gar fürs heurige Obwald!» Dies wiederum hätte sie nie zu hoffen gewagt. Und so kam es, dass ein Traum Wirklichkeit wurde: Die Nidwaldnerin sang am grossen Obwaldner Volkskulturfest, das gestern zu Ende ging, mit den ­Vögeln um die Wette. Hinter der Bühne aber sass Martin Hess. Er lauschte. Zeigte ganz spontan seine Freude. «Sie hat eine einzigartig schöne Stimme, wie bin ich froh, dass sie mich daran erinnert hat», schwärmte er. Voll unverhohlener Begeisterung über sein einmal mehr «feines Näschen».

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