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Von Ennetmoos nach Kerns: ein Radweg ohne Grenzen

Nid- und Obwalden planen gemeinsam die Veloverbindung über die Kantonsgrenze hinaus.
Philipp Unterschütz
Auf der Kernserstrasse nach St.Jakob Richtung Kerns endet der Velostreifen, weshalb viele Velofahrer auf dem Trottoir weiterfahren.

Auf der Kernserstrasse nach St.Jakob Richtung Kerns endet der Velostreifen, weshalb viele Velofahrer auf dem Trottoir weiterfahren.

Schon seit vergangenem Sommer sind die Gemeinde Ennetmoos und der Kanton Nidwalden daran, ein Betriebs- und Gestaltungskonzept für den Strassenraum zu entwickeln. Auslöser war der Fussgängerstreifen bei der Bushaltestelle, bei dem ein Sicherheitsdefizit, insbesondere für Schulkinder, besteht (wir berichteten).

Mittlerweile gehört zu diesem Konzept auch die bisher fehlende Veloverkehrsanlage zwischen dem Ortsausgang St. Jakob Richtung Kernwald/Ortsteil Sand bis über die Kantonsgrenze von Obwalden in die Gemeinde Kerns. Das Vorhaben des grenzenlosen Radwegs wird in Ennetmoos begrüsst. «Es war immer ein Wunsch unserer Gemeinde, dass es zu einer Zusammenarbeit über die Grenze hinaus kommt», freut sich Gemeinderat Roland Kaiser.

Aktuell prüfen das Nidwaldner Amt für Mobilität und die Gemeinde Ennetmoos gemeinsam mit dem Kanton Obwalden und der Gemeinde Kerns Varianten für einen Radweg. Dabei werden verschiedene Möglichkeiten wie Radstreifen auf beiden Strassenseiten oder auch separate, kombinierte Rad-/Gehweglösungen verglichen und eine Best-Variante erarbeitet. Bereits klar ist die Linienführung: «Der Radweg wird voraussichtlich unmittelbar neben der Kantonsstrasse verlaufen. In erster Linie soll er Pendler ansprechen und da ist immer der direkteste, schnellste Weg gefragt», erklärt die Nidwaldner Kantonsingenieurin Stephanie von Samson und betont, dass eine Lösung angestrebt werde, die für die beiden Kantone und die beiden Gemeinden passt.

Obwalden will bei der Planung mitreden

Aus Obwalden war bisher aber immer wieder zu hören, dass man die Planung der Radwege aus finanziellen Gründen momentan nicht weiterverfolgen könne. Baudirektor Sepp Hess bestätigt allerdings auf Anfrage, dass sich der Kanton Obwalden 2020 mit rund 15000 Franken an der Planung beteiligt. «Damit können wir bei diesem Vorhaben mitreden. Wenn Nidwalden auf seinem Territorium bis zur Kantonsgrenze etwas baut, liegt es auch in unserem Interesse, dass es schliesslich über die Grenze hinaus eine gute Verbindung gibt, bei der alles zusammenpasst.» Josef Hess macht aber auch klar, dass Investitionen für bauliche Massnahmen frühestens ab 2024 möglich sein könnten. «In der Finanzplanung 2021 bis 2023 sind keine Beträge für einen Radweg von Kerns bis zur Kantonsgrenze Nidwalden vorgesehen.»

Der öffentliche Druck für diesen Radwegabschnitt sei auch wesentlich geringer als für die Strecke Sarnen - Kerns, wo ab 2022 grössere Investitionen geplant seien.

Hochwasserprojekt spielt keine grosse Rolle

Ob Obwalden deswegen seinen Teil erst später bauen kann, ist fraglich. Das Betriebs- und Gestaltungskonzept inklusive Radweg soll zwar im Frühling 2020 fertig sein. Bis aber wirklich gebaut werden kann, dürfte noch einige Zeit vergehen. «Es könnten auch Etappierungen möglich sein, oder Obwalden könnte die Verbindung problemlos später fertigstellen, da wir ja eine gemeinsame Lösung erarbeiten» erklärt Stephanie von Samson.

Eine geringere Rolle als befürchtet spielt das Ennetmooser Hochwasserprojekt Melbach. «Wir wissen mittlerweile, dass an der Brücke der Kantonsstrasse über den Melbach keine grösseren, zeitaufwendigen Massnahmen nötig sind». Auch Roland Kaiser rechnet damit, dass es bis Baubeginn noch dauern dürfte. «Taktgeber sind letztlich der politische Prozess und die verschiedenen Mitwirkungs- und Auflageverfahren.»

Zugunsten der Sicherheit im Strassenraum wurden auf dem Gemeindegebiet von Ennetmoos aber bereits erste Massnahmen umgesetzt. Seit rund einem Monat gilt unter anderem eine Temporeduktion von 80 auf 60 km/h von der Obwaldner Kantonsgrenze bis zur Dorfeinfahrt St. Jakob. Das Betriebs- und Gestaltungskonzept soll weitere Massnahmen zur Sicherheitsverbesserung aufzeigen. «Die Verkehrsteilnehmer sollen merken, dass sie nicht mehr auf der Überlandstrasse sind, sondern in ein Dorf reinfahren», erklärt Stephanie von Samson. Und Roland Kaiser ergänzt: «Das wollen wir im Optimalfall durch die Gestaltung des Strassenraums lösen.» «Das Betriebs- und Gestaltungskonzept sei für Ennetmoos sehr wichtig, weil es um nichts weniger gehe, als die Ausrichtung des Dorfes und die künftige Sicherheit für die nächsten Jahrzehnte.

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