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Sie reiste von Lungern zu den Ärmsten Afrikas

Silia Ming aus Lungern hat ihre Lehre gleichzeitig als Türöffner genutzt. Seit ihrem Lehrabschluss kümmert sie sich in Afrika um kranke und behinderte Kinder.
Silia Ming (19) während ihres Praktikumseinsatzes in Sambia mit einem behinderten Buben. (Bilder: PD)

Silia Ming (19) während ihres Praktikumseinsatzes in Sambia mit einem behinderten Buben. (Bilder: PD)

Vergangenen Sommer schloss Silia Ming aus Lungern ihre Lehre zur Fachfrau Gesundheit EFZ ab. Und was nun? Die Weiterbildung zur diplomierten Pflegefachfrau? Klar. Aber noch nicht jetzt. Zuerst wollte sie Erfahrungen in der Arbeitswelt sammeln. Nicht einfach im nächstbesten Spital, sondern am liebsten in einem unbekannten Land, weit weg vom trauten Heim.

Auslöser für ihr exotisches Vorhaben war das Lehrabschlussprojekt zum Thema «Soziale Gerechtigkeit – globale Zusammenhänge erkennen». Hier erfuhr sie, dass die Organisation Comundo mehrmonatige Hospitationseinsätze in Afrika anbietet. Silia Ming war sogleich Feuer und Flamme. Zusätzlich motiviert wurde sie von Klassenlehrerin Marta Lehmann: «In einem solchen Einsatz können die jungen Berufsleute enorm viel für ihre Zukunft profitieren, diese Chance sollten sie unbedingt packen», so ihre Devise.

Bewegende Einzelschicksale

Anfang Jahr flog die 19-Jährige für ein dreimonatiges Praktikum nach Sambia. Was sie im Hospiz vorfand, überstieg ihre Vorstellungskraft. Unzählige Kinder, viele von ihnen Waisen oder Halbwaisen, die praktisch nichts haben, oft nicht einmal Schuhe. Zudem leidet ein Grossteil von ihnen an Unterernährung und entsprechenden Folgekrankheiten. Auch die hygienischen Zustände im Hospiz sind mit jenen in der Schweiz kaum zu vergleichen. Doch am meisten bewegen Silia Ming die persönlichen Schicksale. «Wir betreuten mal ein kleines Kind mit Augenkrebs, dessen Gesicht stark entstellt war», erzählt sie. «Weder wir noch das Spital konnten ihm noch helfen.» Zwischendurch erlebt die Obwaldnerin aber auch schöne Momente. Zum Beispiel in ihrer Gastfamilie, wo man nach Feierabend oft zusammen redet, kocht und TV schaut. Oder auch im Hospiz. «Die Kinder freuen sich riesig, wenn ich mich um sie kümmere.» Das Strahlen in ihren Augen sei jeweils der grösste Lohn für die ganze Arbeit.

Apropos Arbeit: Im Hospiz hilft Silia Ming vorwiegend in der Pflege mit. Regelmässig wird sie aber auch mit Küchen- und Büroarbeit konfrontiert. In der integrierten Vorschule für Kinder durfte sie ebenfalls schon mithelfen. Und zwischendurch macht sie mit Arbeitskollegen Hausbesuche, um zu dokumentieren, wie die Menschen leben. Mit dem Ziel, dass letztlich jene Leute Unterstützung bekommen, die sie auch am nötigsten haben. Keine Frage: Silia Ming wird viel Wertvolles mitnehmen. Dazu gehöre auch die Erkenntnis, dass man ohne materiellen Besitz und Zukunftsperspektive glücklich sein könne. Dass dem so ist, zeige sich darin, dass die Sambier bei jeder Gelegenheit gemeinsam singen, tanzen und lachen würden.

Über Burkina Faso ins HF-Studium

Vor kurzem hat Silia Ming das Hospiz in Sambia verlassen und ist für ein zusätzliches sechswöchiges Praktikum nach Burkina Faso in Afrikas Westen weitergezogen, wo sie in einem Waisenheim tätig ist. Danach will sie noch herumreisen, um die Zeit bis zum HF-Studium in Luzern, das im September startet, optimal zu nutzen. «Wenn ich schon mal in Afrika bin, möchte ich so viel wie möglich erleben», erklärt sie. Was Silia Ming jetzt schon weiss: Ein Praktikum in Afrika ist ein echter Gewinn. Für die Praktikanten wie auch für die Hilfsbedürftigen.

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