Vorwurf der Tätlichkeit: Experte untersucht nun Vorfälle an Beckenrieder Schule

Mit den Vorwürfen, wonach eine Lehrerin an der Beckenrieder Schule mehrfach handgreiflich wurde, beschäftigt sich ein Auswärtiger.

Matthias Piazza
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Das Primarschulhaus in Beckenried.

Das Primarschulhaus in Beckenried.

Archivbild: Corinne Glanzmann
(3. November 2010)

Hat eine Beckenrieder Lehrerin Schüler geschlagen? Seit Monaten stehen solche Vorwürfe im Raum (wir berichteten). Nun hat der Gemeinderat für die Untersuchung des Falls einen externen Fachexperten eingesetzt, wie er am Mittwoch in einer Medienmitteilung schreibt. «Wir sind sehr glücklich, dass wir mit Anton Strittmatter einen Fachmann gefunden haben, der schon viel Erfahrung mit schwierigen Situationen an Schulen hat», sagt Gemeindepräsident Bruno Käslin dazu.

Anton Strittmatter

Anton Strittmatter

Bild: PD

Der 72-jährige Zuger Bildungswissenschafter Strittmatter ist seit Sommer 2011 freiberuflicher Berater. Seine Spezialgebiete sind Unterrichtsqualität, Team- und Führungsentwicklung vor Ort, Unterstützung von Schulen in Situationen wie aktuell in Beckenried und Reorganisation der Führungs- und Aufsichtsstrukturen in Gemeinden sowie Kantonen. Er lebt mit seiner Familie in der Nähe von Olten, heisst es in der Medienmitteilung.

«Wir wollten die Untersuchung der Vorfälle in externe Hände geben, so sind die notwendige Distanz und Neutralität gewährleistet», begründet Bruno Käslin den Umstand, dass statt Gemeinderat, Schulkommission und Schulleitung ein Aussenstehender mit dem Fall beauftragt wurde. Die Kosten dafür seien allerdings noch nicht abschätzbar. «Auch intern hätte die Untersuchung des Falls Kosten verursacht», fügt er an. Anton Strittmatters Auftrag werde sein, mit allen Beteiligten ausführlich zu sprechen und die Akten zu studieren. Zudem betreut er die zentrale Anlaufstelle. Dort können auch weitere Personen Vorkommnisse und Erlebnisse melden, welche von Anton Strittmatter streng vertraulich behandelt werden.

Lückenlose Aufklärung erhofft

«Wir erhoffen uns von der externen Untersuchung eine lückenlose Aufklärung der Vorfälle und dass dann an der Beckenrieder Schule auch wieder Ruhe einkehrt», so Bruno Käslin. Bis wann man mit den Ergebnissen rechnen könne, sei schwierig zu sagen. Auch die Nidwaldner Staatsanwaltschaft ist aktiv geworden. Sie untersucht, ob eine strafbare Handlung vorliegt. Eine Ohrfeige würde bereits als einfache Körperverletzung gelten.

Mehrere Eltern meldeten in der Vergangenheit der Schulleitung, dass die Lehrerin Schüler geschlagen haben soll. Daraufhin wurde die Frau nicht mehr als Klassenlehrerin, sondern nur noch als Fachlehrerin eingesetzt. Als die Staatsanwaltschaft Mitte Monat aktiv wurde, wurde die Lehrerin bis zum Abschluss der Untersuchung freigestellt. Fürs neue Schuljahr, das am 17. August beginnt, wurde eine neue Klassenlehrerin eingestellt. Ob und in welcher Rolle die beschuldigte Lehrerin wieder an der Beckenrieder Schule unterrichtet, kann Bruno Käslin nicht sagen. «Für die Lehrerin, die sämtliche Vorwürfe bestreitet, gilt nach wie vor die Unschuldsvermutung», hält er fest.

E-Mail-Adresse für Hinweise: anton.strittmatter@bluewin.ch.