WÄRMEVERBUND STALDEN: Der hohe Heizölpreis sorgt für Rückenwind

Die Korporation Schwendi realisiert in Stalden einen Wärmeverbund. Mit dem Bau der Heizzentrale wurde bereits begonnen.

Drucken
Teilen
Aus solchen Holzschnitzeln will künftig auch die Korporation Schwendi Wärme gewinnen. (Bild Guido Röösli/Neue LZ)

Aus solchen Holzschnitzeln will künftig auch die Korporation Schwendi Wärme gewinnen. (Bild Guido Röösli/Neue LZ)

«Vor einiger Zeit stellten die Verantwortlichen der Korporation Schwendi fest, dass in ihren eigenen fünf Gebäuden in Stalden überall die Sanierung der Heizung ansteht. Als Korporation mit einer eigenen Waldfläche von 1550 Hektaren lag die Idee, mit Holz zu heizen, nahe», so Korporationsverwalter Walter Abächerli. Die Verantwortlichen beschlossen, eine Machbarkeitsstudie für eine Schnitzelheizung mit Wärmeverbund zu erstellen.

1,7 Kilometer Wärmeleitung bis ins Dorfzentrum
Die Projektgruppe mit Korporationsvizepräsident Josef Burch, Revierförster Gori Jakober und Korporationsverwalter Walter Abächerli stellte bald fest, dass die Nachfrage auch bei anderen Hauseigentümern in Stalden vorhanden ist. Korporationsvizepräsident Josef Burch fügt an: «Zudem spendet uns der steigende Heizölpreis willkommenen Rückenwind.»

Die Stimmberechtigten der Korporation Schwendi bewilligten anlässlich der Korporationsversammlung vom 25. April den Kredit von 2,15 Millionen Franken für den Bau des Wärmeverbundes, der die Heizzentrale und die Wärmeleitung von rund 1,7 Kilometer beinhaltet. Diese führt ab der Heizzentrale zum Restaurant Rössli, der Strasse entlang bis zur Obstaldenstrasse, zum Raigräbli, zur Rainstrasse und zur Eistrasse. Eine Abzweigung führt über die Fussmatte ins Dorfzentrum. Ein zweiter Abgang erschliesst die meisten Häuser im Gebiet Mos und Mosrain.

Viel weniger Feinstaub als bei einem Cheminée
Die Holzfeuerungsanlage mit einer Leistung von 1100 Kilowatt wird CO2-neutrale Wärmeenergie für 38 Gebäude produzieren. «Durch die Nutzung von Holz aus hiesigen Wäldern werden rund 240 Tonnen Heizöl eingespart», sagt Korporationsverwalter Walter Abächerli, und ergänzt, «der Feinstaub wird mit einem Elektrofilter auf 20 mg/m3 Ausstoss begrenzt. Vergleichsweise wenig, wenn man bedenkt, dass ein einfaches Cheminée um die 300 mg Feinstaub in die Atmosphäre schickt.»

Das der Heizzentrale angegliederte Schnitzelsilo weist eine Grösse von 400 Kubikmetern aus. Pro Jahr werden 2500 Kubikmeter Holzschnitzel benötigt. Diese werden im Wald hergestellt, per Camion zum Silo transportiert und relativ geräuscharm gekippt.

Anfang Dezember soll der Ofen gezündet werden können
Die Korporation Schwendi hat für den Bau des Wärmeverbunds einen engen Zeitplan. Obwohl keine festen Termine vorgegeben sind, da praktisch alle künftigen Bezüger über eine funktionierende Heizung verfügen, will die Korporation keine Zeit verlieren. Mitte August sollen unter der Führung von Förster Gori Jakober die Grabarbeiten für die Wärmeleitung in Angriff genommen werden. Gleichzeitig werden Installationen in der Zentrale und in den anzuschliessenden Gebäuden vorgenommen. Der Zeitplan sieht vor, dass der Ofen noch in diesem Jahr, das heisst Ende November oder Anfang Dezember, gezündet werden kann.

Markus Villiger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Obwaldner Zeitung.