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WAHLEN 2018: Polparteien sind die Wahlsieger der Obwaldner Kantonsratswahlen

Die Gewinner der Kantonsratswahlen sind SVP und SP, die je zwei Sitze gewinnen konnten. CVP und FDP müssen erneut Federn lassen. Die Kräfteverhältnisse bleiben insgesamt aber stabil.
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Philipp Unterschütz

philipp.unterschuetz@obwaldnerzeitung.ch

Die CVP bleibt zwar mit 16 Sitzen (davon einer aus der Listenverbindung mit der Generation Engelberg) die stärkste Kraft im Kantonsparlament. Anlass zur Freude gibt das allerdings nicht – die Partei ist nämlich mit einem Verlust von drei Sitzen die eigentliche Verliererin der Wahlen (siehe Grafik). «Das ist schon ein rechter Dämpfer», meinte am Sonntag der enttäuschte und zugleich etwas ratlose Parteipräsident Bruno von Rotz in einer ersten Stellungnahme im Sarner Rathaus. Es sei eine Ernüchterung, weil man doch in den vergangenen vier Jahren sehr aktiv gewesen sei und sachorientierte Politik gemacht habe. «Eigentlich haben wir damit gerechnet, unsere Sitze zu halten. Es ist uns offensichtlich zu wenig gelungen, uns als lösungsorientierte Wertepartei zu positionieren.»

FDP in zwei Gemeinden ohne Kantonsräte

Auch bei der FDP, die zwei Mandate einbüsste und noch über acht Sitze im Kantonsrat verfügen wird, kann man sich das enttäuschende Wahlresultat nicht ganz erklären. «Unser Ziel war es, die Sitze mindestens zu halten, das müssen wir jetzt analysieren», sagte Parteipräsident Hans-Melk Reinhard. Besonders schmerzlich sei es, dass die FDP künftig aus den Gemeinden Engelberg und Giswil keine Vertreter mehr in den Kantonsrat schickt. Ein Grund sei wohl, dass man dort nur mit Zweierlisten angetreten sei, vermutet Reinhard. «In vier Jahren wieder von Null aus antreten zu müssen, ist natürlich viel schwieriger, als einen Sitz zu halten», betonte Fraktionschef Branko Balaban, der sich aber immerhin freut, dass sich die Listenverbindung im Hauptort mit der SVP bewährt habe. «Damit haben wir unsere zwei Sarner Sitze gesichert, wir waren nicht mal auf Restmandate angewiesen.»

Wähler wollen klare Positionen

Strahlende Gesichter gab es dagegen in den Reihen der SVP. Die Partei hat nach den beiden vergangenen Wahlen den Trend fortgesetzt und erneut um zwei Mandate zugelegt, diesmal gab es in Sachseln und in Giswil je einen Sitz mehr. Die SVP-Fraktion mit 15 Sitzen ist nun als zweitstärkste Kraft fast gleichauf mit der CVP. «Damit hat das Volk unsere konsequent bürgerliche Politik honoriert», freute sich Parteipräsidentin Monika Rüegger. «Die Leute wollen klare Positionen, deshalb haben die Parteien rechts und links von der Mitte gewonnen.» Man nehme das Resultat mit grossem Respekt zur Kenntnis.

Sehr zufrieden mit dem Gewinn von zwei Sitzen (Sarnen und Sachseln) zeigte sich auch die Co-Präsidentin der SP, Ruth Koch. «Das Wahlresultat aller Parteien zeigt, dass in Obwalden die Personen auf den Listen zusammen mit dem Proporzsystem eine grosse Rolle spielen.» Beim Sitzgewinn in Sachseln hätte man auch davon profitiert, dass die CSP nicht angetreten sei. «Schade, dass es uns nicht gelugen ist, in Alpnach einen Sitz zu holen.»

«Ein solches Wahlresultat hätte ich heute Morgen sofort unterschrieben», durfte sich schliesslich auch Christian Schäli, Co-Präsident der CSP, freuen. Zwar muss er als Regierungsratskandidat in den zweiten Wahlgang, seine Partei gehört aber auch zu den Wahlsiegern der Kantonsratswahlen. Nach dem Gewinn eines zweiten Sitzes in Sarnen stellt die CSP künftig wie FDP und SP acht Kantonsräte. «Das ist überraschend, damit ist uns eine kleine Trendwende nach den Verlusten 2014 und 2010 gelungen.» Am schwierigsten sei es gewesen, den Sitz in Lungern zu halten.

Erneut weniger Frauen im Kantonsrat vertreten

Die Wahlbeteiligung lag bei rund 54 Prozent nach 47 Prozent im Jahr 2014. Am tiefsten war sie in Giswil (51 Prozent), am höchsten in Lungern (65,9 Prozent). Auffallend hoch ist die Zahl von 488 ungültigen Wahlzetteln im Hauptort Sarnen.

Ein Abwärtstrend ist bei der Frauenquote festzustellen. Im neuen 55-köpfigen Kantonsrat sitzen 14 Frauen (25,5 Prozent), das sind zwei weniger als 2014 und vier weniger als 2010. Am höchsten ist der Frauenanteil bei der CSP, die Hälfte ihrer acht Mandate entfällt auf Frauen.

Das sind die gewählten Obwaldner Kantonsräte

Nicole Wildisen (v.l.) und Ruth Koch analysieren Wahlresultate zusammen mit Guido und Claudia Dillier. (Bild: Roger Zbinden (Sarnen, 4. März 2018))

Nicole Wildisen (v.l.) und Ruth Koch analysieren Wahlresultate zusammen mit Guido und Claudia Dillier. (Bild: Roger Zbinden (Sarnen, 4. März 2018))

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