WAHLEN: Christoph Amstad ist neuer Obwaldner Regierungsrat

Der neue Obwaldner Regierungsrat heisst Christoph Amstad (CVP): Der 42-Jährige aus Sarnen ist still gewählt worden.

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Christoph Amstad wird kampflos in den Obwaldner Regierungsrat gewählt. (Bild Markus von Rotz)

Christoph Amstad wird kampflos in den Obwaldner Regierungsrat gewählt. (Bild Markus von Rotz)

Am Montagabend um 17 Uhr ist die Frist für die Einreichung von Kandidaturen für die Nachfolge von Hans Wallimann (CVP) abgelaufen. Für die bevorstehende Ersatzwahl ist eine einzige Kandidatur eingegangen, wie die Staatskanzlei mitteilt. Es handelt sich um Christoph Amstad.

Christoph Amstad ist verheiratet und zweifacher Vater. Der Finanzplanungsexperte sitzt seit 2012 im Kantonsrat, ist seit Sommer 2015 im Co-Präsidium seiner Partei und leitet die Geschäftsstelle einer Bank.

«Der Regierungsrat wird nach Ablauf der Frist für den Rückzug eines Wahlvorschlags voraussichtlich am 26. Januar die Gültigkeit des eingereichten Wahlvorschlags feststellen», schreibt die Staatskanzlei weiter.

Amtsantritt am 1. Juli

Regierungsrat Hans Wallimann tritt auf den 30. Juni zurück. Der Amtsantritt des neuen Regierungsratsmitglieds erfolgt am 1. Juli. Wallimann tritt nach 17 Amtsjahren ab. Der 62-Jährige gilt als Vater der Obwaldner Tiefsteuerstrategie.

Eine stille Wahl hatte sich abgezeichnet, nachdem SVP, FDP, CSP und SP in den letzten Wochen erklärt hatten, auf eine Kandidatur verzichten zu wollen. SVP und SP sind somit weiterhin nicht in der Regierung vertreten.

Neben dem zurücktretenden Hans Wallimann gehören der fünfköpfigen Obwaldner Regierung Niklaus Bleiker (CVP, seit 2004), Franz Enderli (CSP, 2009), Paul Federer (FDP, 2010) und Maya-Büchi-Kaiser (FDP, 2014) an (siehe Box).

Amstad ist das einzige der aktuellen Regierungsmitglieder, das in stillen Wahlen neu in das Gremium gewählt worden ist. Vor ihm hatte dies letztmals 2006 Esther Gasser Pfulg (FDP, bis 2014) geschafft. Damals waren alle Regierungsmitglieder still gewählt respektive im Amt bestätigt worden.

Interview mit Christoph Amstad »

Die neue Regierung im Überblick

Christoph Amstad (CVP, neu): Der 42-jährige Sarner ist ein politischer Senkrechtstarter: Nach nur vier Jahren im Kantonsrat schaffte er auf Anhieb den Sprung in den Regierungsrat. Erst im Sommer 2015 hatte er das Co-Präsidium der CVP Obwalden übernommen. Amstad ist Finanzexperte und leitet seit 2009 die Raiffeisen-Geschäftsstelle in Sarnen. Der Ausdauersportler ist verheiratet und hat zwei Kinder. Im frei werdenden Finanzdepartement gehören die Sanierung der Kantonsfinanzen und die Abwendung der drohenden Verschuldung zu den grössten Herausforderungen.

Niklaus Bleiker(CVP, bisher): Das amtsälteste Mitglied wurde 2004 in den Regierungsrat gewählt und übernahm die Volkswirtschaftsdirektion. Zuvor hatte sich die Politkarriere des ehemaligen Bankleiters aus Alpnach vierzehn Jahre lang auf die kommunale Ebene beschränkt. In der Amtszeit des 62-Jährigen stoppte Obwalden die Abwanderung und die Zahl der Firmen stieg überdurchschnittlich. Hartnäckig kämpfte er für ein neues Tourismusgesetz und die Rettung des Wander- und Wintersportgebiets Lungern-Schönbühl. Beim Volk nicht durchgedrungen war er mit der Stilllegung des Flugplatzes Kägiswil oder mit Sonderwohnzonen für Reiche.

Franz Enderli (CSP, bisher): Der 61-jährige Theologe sitzt seit 2009 als Bildungs- und Kulturdirektor in der Obwaldner Regierung. Der gebürtige Urner war davor zehn Jahre im Kantonsrat, vier davon als CSP-Fraktionschef. Bei den Regierungswahlen 2010 und 2014 holte er jeweils hinter dem abtretenden Hans Wallimann die meisten Stimmen. In Bildungsfragen strebt der Pragmatiker eine gewisse Harmonisierung an. Am Herzen liegt ihm die Volkskultur. Er wird als Präsident des entsprechenden Vereins die Gedenkfeiern zum 600. Geburtstag von Bruder Klaus im Jahr 2017 verantworten.

Paul Federer(FDP, bisher): Der 65-jährige Baudirektor ist das älteste Mitglied im Regierungsrat. Der Ingenieur gehört dem Gremium seit 2010 an. Von 2002 bis 2010 war der ehemalige Leiter des Werks Sarnen von Sika Sarnafil Gemeinderat, ab 2008 auch dessen Präsident. Zentrales Thema Federers ist der Hochwasserschutz. Nach dem abrupten Abgang seines Vorgängers gleiste er die Schutzprojekte im Sarneraatal erfolgreich neu auf.

Maya Büchi-Kaiser(FDP, bisher): Die Sachsler Kommunikations-Unternehmerin wurde 2014 in den Regierungsrat gewählt. Die 52-Jährige ist einzige Frau im Gremium und steht der Justiz- und Sicherheitsdirektion vor. Von 2008 bis 2014 war Büchi Kantonsrätin und drei Jahre FDP-Fraktionschefin. Als Regierungsrätin war sie gleich zu Beginn mit anhaltenden Startschwierigkeiten bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) konfrontiert. Im Asylbereich gilt sie als Verfechterin des Bundeszentrums auf dem Glaubenberg .

pd/rem/sda