Kerns will mehr für Fussgänger-Sicherheit tun

Der Gemeinderat legte der Gemeindeversammlung vom Dienstag ein Diskussionspapier mit Lösungsvorschlägen vor.

Markus von Rotz
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Ein Vorschlag ist, die Postautohaltestelle auf die Höhe der Parkplätze oberhalb dem Gemeindehaus (rechts im Bild) zu verlegen. (Bild: Markus von Rotz, Kerns, 26. November 2019)

Ein Vorschlag ist, die Postautohaltestelle auf die Höhe der Parkplätze oberhalb dem Gemeindehaus (rechts im Bild) zu verlegen. (Bild: Markus von Rotz, Kerns, 26. November 2019)

Die Platzverhältnisse im Dorf sind eng, Verkehrs- und Bevölkerungswachstum haben «die Ausgangslage in jüngster Zeit verschärft», heisst es im Grundlagenpapier, das Gemeinderätin Marlies Durrer, Chefin Tiefbau und Umwelt, gestern an der Gemeindeversammlung vor rund 170 Stimmberechtigten vorstellte. Eine im März 2018 ins Leben gerufene Arbeitsgruppe beobachtete den Verkehrsfluss im Auftrag des Gemeinderats und diskutierte diverse Optionen. Etwa den Vorschlag eines Einbahnsystems via Dorfstrasse und Untergasse oder eine Überführung beim Postplatz sowie eine Wiedereinführung des Lotsendienstes an den Zebrastreifen.

Der Gemeinderat beschloss dann, «sich vorerst auf den Dorfkern im Bereich der Sarner- und Melchtalerstrasse zu fokussieren» und gab dem Ingenieurbüro Slongo Röthlin Partner in Stans den Auftrag, hier Verbesserungen vorzuschlagen. Diese sollen den hohen Fussgängerfrequenzen im Bereich Postplatz samt Schulkindern sowie den engen Verhältnissen für die Postautos Rechnung tragen.

Die Fachleute machen folgende Vorschläge:

Die Sarnerstrasse Richtung «Rössli» verschieben und so mehr Platz für Fussgänger bei der Post schaffen. Die Postautohaltestellen würden optimaler platziert und so die Sicherheit für Fussgänger und der Verkehrsfluss verbessert. Kostenpunkt: 200000 Franken (wie alle weiteren Vorschläge plus/minus 30 Prozent).

Die Postautohaltestellen in Richtung Kreisel Wijermatt zu den Parkplätzen oberhalb des Gemeindehauses verschieben. Gleiche Vorteile wie im ersten Vorschlag, zusätzlich könnte der Postplatz mit einer Mittelinsel sicherer gestaltet werden. Kostenpunkt 0,6 bis 0,8 Millionen Franken. Nachteil: «Erheblicher Landerwerb erforderlich.»

Andere Möglichkeit: Eine Unterführung am Postplatz auf Höhe der Sidernstrasse (Schulareal). Allerdings bräuchte das wegen enger Platzverhältnisse und der Behindertengerechtigkeit einen Lift auf beiden Strassenseiten. Kosten 1,7 bis 2,3 Mio. Franken. Hier wären die Fussgänger «optimal vor dem Verkehr geschützt», diesen würden keine Fussgängerstreifen behindern. Es bräuchte auch hier Land und die Anlage müsste unterhalten werden.

Schliesslich ist angedacht, die Melchtalerstrasse beim Kreisel näher an den «Turm» zu verschieben und dort eine Mittelinsel zu platzieren. Das würde rund 150000 Franken und ein bis zwei Parkplätze kosten.

Der Gemeinderat will keine Vernehmlassung durchführen, aber mit dem Papier zur Diskussion anregen und mit den Grundeigentümern Gespräche aufnehmen. Im Frühling möchte er aufgrund der Rückmeldungen dann eine definitive Lösung suchen.

Das Budget 2020 und die Einbürgerungen wurden diskussionslos angenommen. Im Anschluss an die Versammlung stellte Leiterin Monika Keller noch die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) vor.

Zum Schluss der Versammlung gabs noch eine überraschende Information in Sachen Finanzausgleich:

Böse Steuerüberraschung für die Kernser

Am Schluss der Gemeindeversammlung vom Dienstag und nach Genehmigung des Budgets 2020 hatte Gemeindepräsident André Windlin noch eine unangenehme Weihnachtsbotschaft.
Markus von Rotz