Warum brannten die Gebäude am Sarner Dorfplatz nieder?

Nachgefragt beim Feuerwehrkommandanten.

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René Kiser, Feuerwehrkommandant Sarnen (Bild: Nadia Schärli)

René Kiser, Feuerwehrkommandant Sarnen (Bild: Nadia Schärli)

(map) René Kiser ist Kommandant der Stützpunktfeuerwehr Sarnen. Er erklärt, mit welchen Schwierigkeiten seine Vorgänger vor 100 Jahren beim Brand am Dorfplatz zu kämpfen hatten und warum die Bemühungen erfolglos waren.

Das Feuer legte das Joller-Haus und den benachbarten Gasthof zum Schlüssel in Schutt und Asche. Warum konnte die Feuerwehr nichts ausrichten?

René Kiser: Die verschachtelte Bauweise alter Häuser erschwerte die Arbeit der Feuerwehrleute sehr. Brandschutztüren gab es auch nicht. Vor allem aber war die damalige Feuerwehr viel schlechter ausgerüstet als die heutige. Sie musste mit sehr einfachen Gerätschaften löschen. Hubretter und Atemschutz-Ausrüstungen gab’s damals noch nicht. Die Kleidung war alles andere als zweckmässig und der Stahlhelm leitete die Hitze sogar weiter. Da nützte es auch nicht viel, dass die Feuerwehr dank mehrerer dezentraler Standorte in Sarnen sehr rasch vor Ort vor. Der Stützpunkt, das Spritzenhaus, befand sich ja gleich gegenüber dem Joller-Haus.

Was ist heute in Bezug auf die Brandbekämpfung anders als vor 100 Jahren?

In vielen Gebäuden verhindern Brandschutztüren, dass sich ein Feuer überall ausbreiten kann. Auch sind öffentliche Gebäude mit Brandmeldern ausgerüstet. Dank Atemschutz-Ausrüstung und Hubrettern können wir ein Feuer viel effektiver bekämpfen. Auch würden wir eine Austrittsöffnung im Dach schaffen, damit der Rauch und die Hitze entweichen könnten.

Vermutlich entstand der Brand durch eine Kamineinrichtung. Könnte dies auch in der heutigen Zeit noch einen Brand auslösen?

Durchaus. Russreste können bei älteren Kaminen zu einem Brand führen.