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Weibel stehen Spalier – für die allererste Weibelin Obwaldens

Dass Giswils Gemeindeweibel Hanspeter Schnider nach 25 Jahren im Amt seine Amtstracht einer Frau – nämlich Esther Windlin – übergibt, ist für Obwalden erstmalig. Dass zu dieser Feier die Weibel aller Gemeinden kamen, ist ebenso einzigartig.
Romano Cuonz
Giswils alt Gemeindeweibel Hanspeter Schnider übergibt seiner Nachfolgerin Esther Windlin-Berchtold die Amtstracht. Die Weibel aller Obwaldner Gemeinden sind mit dabei. (Bild: Romano Cuonz (Giswil, 2. Juli 2018))

Giswils alt Gemeindeweibel Hanspeter Schnider übergibt seiner Nachfolgerin Esther Windlin-Berchtold die Amtstracht. Die Weibel aller Obwaldner Gemeinden sind mit dabei. (Bild: Romano Cuonz (Giswil, 2. Juli 2018))

«In Giswil weiss eigentlich niemand, was unser Gemeindeweibel Hanspeter Schnider in den 25 Jahren, in denen er dieses Amt ausübte, genau getan hat», sagte Gemeindepräsident Beat von Wyl an der Abschiedsfeier für den allseits geschätzten Amtsträger. Was auf den ersten Blick negativ erscheinen mag, ist bei diesem Amt absolut positiv gemeint. «Hanspeter Schnider hat seine Arbeit stets zur vollen Zufriedenheit und vor allem immer mit der nötigen Diskretion erfüllt», anerkannte von Wyl. Und dies sei für einen Gemeindeweibel das grösste Kompliment.

Dass jemand ein öffentliches Amt während 25 Jahren ausübt, ist in unserer schnelllebigen Zeit ziemlich ungewohnt. Ja, rekordverdächtig. Die Wahl von Hanspeter Schnider zum Gemeindeweibel erfolgte 1993. Was diese Jahrzahl wirklich bedeutet, schilderte Beat von Wyl sehr anschaulich: «1993 waren noch Adalbert Durrer Landamman, Adolf Ogi Bundespräsident und Bill Clinton amerikanischer Präsident.» Unglaublich viel sei in diesem Vierteljahrhundert völlig anders geworden. Hanspeter Schnider aber habe in dieser Zeit so manchen Botengang für die Gemeinde gemacht. Dabei habe er oft auch Mitteilungen in schwierigen und ungemütlichen Situationen, wo sich kein Gemeinderat mehr vorwagen wollte, überbracht. «Für diese gewissenhafte Arbeit dankt dir der Gemeinderat und auch die ganze Bevölkerung», sagte der Gemeindepräsident. Dann überreichte er dem treuen Diener, der auch ein passionierter Alphornbläser ist, als Abschiedsgeschenk Gutscheine für ein Konzert im KKL. Hanspeter Schnider war sichtlich gerührt, zumal zu seiner Ehre auch noch die junge Ländlermusik «Echo vom Arni» aufspielte. «So viel Anerkennung hätte ich niemals erwartet und auch nicht verdient», meinte er.

Sechs Weibel begrüssen ihre Kollegin

Dass Hanspeter Schnider nicht einen Nachfolger, sondern mit Esther Windlin-Berchtold eine Nachfolgerin erhält, ist eine Obwaldner Premiere. Zwar hat der Stand mit Hanna Mäder schon eine kantonale Landweibelin, in den Gemeinden jedoch war das Amt bisher nur Männern vorbehalten. Bei ihrem Amtseid gelobte Esther Windlin unter anderem: «Ich schwöre, das Amtsgeheimnis getreulich zu wahren und überhaupt des Landes und der Gemeinde pflichtgetreue Botin und Bedienstete zu sein.»

Kaum war diese feierliche Szene vorüber, öffnete sich im Giswiler Gemeindehaus die Tür und in den Saal traten, einer nach dem andern, die amtierenden Weibel der sechs andern Obwaldner Gemeinden im festlichen Ornat: Peter Spichtig (Sarnen), Josef von Rotz (Kerns), Bruno Betschart (Alpnach), Markus Berchtold (Lungern), Hermann Spichtig (Sachseln) und Paul Niederberger (Engelberg). Zum einen wollten sie den Amtsältesten Hanspeter Schnider verabschieden. Zum andern nahmen sie mit grosser Freude ihre neue Kollegin Esther Windlin-Berchtold in ihren Kreis auf. Diese hatte kurz zuvor von ihrem Vorgänger Hanspeter Schnider die Amtsinsignien und die vornehme Amtstracht samt dem imposanten Weibelhut erhalten.

Worte an die Gäste? «Lieber nicht»

Nun präsentierte sich die erste Obwaldner Gemeindeweibelin den Fotografen inmitten ihrer sechs männlichen Kollegen. Erfreut und voll Stolz. In einem Punkt aber war Esther Windlin-Berchtold schon ganz und gar in ihrem neuen Amt angekommen. Als Gemeindepräsident Beat von Wyl sie fragte, ob sie ein paar Worte an die illustre Schar richten wollte, schüttelte sie den Kopf. «Lieber nicht!», gab sie zu verstehen. Wohl wissend, dass Schweigsamkeit und Diskretion in diesem Amt geradezu Kardinaltugenden sind.

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