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Gemeindepräsident Beat von Wyl: «Ohne den Geschiebesammler wäre Giswil schon mehrmals überflutet worden»

Vor zehn Jahren befand sich der Geschiebesammler mitten im Bau. Er bewährte sich auch beim Hochwasser vom Sommer 2021.

Matthias Piazza
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Der Kiessammler Gorgen während eines Hochwassers.

Der Kiessammler Gorgen während eines Hochwassers.

Bild: Robert Hess (Giswil, 2. Juni 2013)

«Für Giswil ist dieses Hochwasserschutzprojekt von grosser Bedeutung», sagte Josef Enz, Präsident der Giswiler Wasserbaukommission, im Januar 2012, an einer öffentlichen Begehung des damals mitten im Bau befindlichen Geschiebesammlers Gorgen. Dieser Sammler mit Holzrückhalt kann 70’000 Kubikmeter Geschiebe aufnehmen, was einem 300-jährlichen Ereignis entspricht. Von dort wird die Kleine Melchaa in einem neuen Gerinne mit einer Breite von 10 bis 22 Metern auf direktem Weg in Richtung Sarnen in den Sarnersee geführt. Bei der Kantonsstrasse, dem Gleis der Zentralbahn und bei der Schwerzbachstrasse wurden drei neue Brücken erstellt.

Damit sollte sich nicht wiederholen, was beim grossen Hochwasser 2005, aber auch bei kleineren Hochwasserereignissen immer wieder passierte: Die Kleine Melchaa trat in ihrem ursprünglichen Bachlauf über die Ufer, was zu Überschwemmungen führte.

Doch schon vor der eigentlichen Einweihung im September 2015 bestand das Millionenprojekt bei drei Unwettern seine Feuertaufe. Beim grössten dieser drei Unwetter, bei jenem am 6. Juni im selben Jahr, flossen rund 50 Kubikmeter Wasser pro Sekunde und eine grosse Menge Schwemmholz wurde in den Sammler gespült. Nach einer Viertelstunde war der Sammler auf zwei Drittel seines Fassungsvermögens gefüllt. Eine weitere Bewährungsprobe bestand er beim jüngsten Hochwasser vom Sommer 2021, als er das Dorf vor Schaden bewahrte. Gemeindepräsident Beat von Wyl ist des Lobes voll: «Ohne den Geschiebesammler wäre Giswil schon mehrmals überflutet worden. Schon bei kleineren Ereignissen als jenem im Sommer 2021 hätte die Kleine Melchaa die Wassermassen nicht schlucken können und hätte das Dorf überflutet. Das Dorf Giswil ist jetzt ausserordentlich gut geschützt.»

Eine grosse Investition, die sich bezahlt gemacht habe

Die Baukosten betrugen rund 22 Millionen Franken. Daran zahlte der Bund 13 Millionen, der Kanton rund 4,3 Millionen Franken. Die Zentralbahn beteiligte sich mit rund 1,8 Millionen Franken. Die Restkosten der Gemeinde Giswil betrugen rund 1,9 Millionen Franken. Die Schweizerische Mobiliar leistete einen Beitrag von 1 Million Franken. «Das war für die Gemeinde immer noch ein grosser Betrag, der aber gut investiert ist, wenn man bedenkt, wie viele Schäden dadurch schon vermieden wurden und noch werden, wenn man von einer hundertjährigen Lebensdauer ausgeht.»

Bereits vor über 100 Jahren wurden die ersten Hochwasserschutzdämme an der Laui erstellt und laufend erweitert. Sie verhinderten während des Hochwassers im August 2005 grössere Schäden. Nun soll dieser Schutz noch verbessert werden. «Aktuell laufen Projektierungsarbeiten für den Unterlauf der Laui», sagt dazu Gemeindepräsident Beat von Wyl.

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