Weiterer Triumph gegen die ZSC Lions: Zug besiegt den Leader zum dritten Mal

Der EVZ gewinnt gegen die ZSC Lions 3:1. Hochverdient, der Leader aus Zürich hat wieder kein Rezept gegen die Zentralschweizer.

René Barmettler
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Stark: EVZ-Goalie Luca Hollenstein parierte 38 der 39 Schüsse. (Bild: Patrick B. Kraemer/Keystone, Zug, 22. November 2019)

Stark: EVZ-Goalie Luca Hollenstein parierte 38 der 39 Schüsse. (Bild: Patrick B. Kraemer/Keystone, Zug, 22. November 2019)

«Hollenstein, Hollenstein, Hollenstein»: Der Zuger Anhang hat einen neuen Publikumsliebling. Luca Hollenstein, der Nummer-2-Goalie des EVZ, hielt den Sieg gegen die ZSC Lions fest, parierte 38 der 39 Schüsse, die auf sein Tor kamen. Die letzten drei Minuten spielten die Zürcher mit sechs gegen vier Feldspieler, doch der Genoni-Ersatz hielt dicht: Mit vereinten Kräften konnte der 3:1-Vorsprung über die Zeit gebracht werden. Die Vorentscheidung fiel in der 57. Minute, als Lino Martschini bei einem Konter den frei stehenden Jan Kovar bediente. Der Tscheche bezwang ZSC-Goalie Lukas Flüeler zum 3:1. Anfangs dieses Schlussdrittels hatte Yannick-Lennart Albrecht mit dem 2:1 den Sieg für sein Team vorgespurt. Insgesamt war dieser Erfolg verdient, die Zuger waren nach verhaltenem Start zwei Drittel lang das bessere Team.

Dies gegen eine Equipe, die derzeit unangefochten die Rangliste anführt. Die letzte Saison, in der die Playoffs nicht geschafft wurden, scheint keine Spuren hinterlassen zu haben. Weshalb es den Zürchern wieder so gut läuft, darauf hat ZSC-Stürmer Denis Hollenstein keine Antwort parat: «Ich kann es beim besten Willen nicht sagen. Es ist praktisch dieselbe Mannschaft.» Auf die Frage, ob der neue Trainer Rikard Grönborg einen entscheidenden Anteil am derzeitigen Höhenflug habe, meinte der Nationalstürmer zögernd: «Sicher auch. Aber es liegt an uns Spielern, gute Leistungen auf dem Eis abzuliefern.» Was sollte er auch anderes sagen? Doch Grönborg, der 2018 mit Schweden Weltmeister wurde, hat das Team wieder in die Spur gebracht. Der Mann mit dem dichten Bart hat Charisma und sagt, wie wichtig auch «Fingerspitzengefühl» sei. Dieses Wort drückte er übrigens in Zürcher Dialekt aus.

Genoni wird wohl auch nächste Woche fehlen

So gut wie es in dieser Saison läuft, mit einem Gegner kamen die Zürcher bisher nicht klar: dem EV Zug. Zwei Niederlagen nach jeweiligen Zwei-Tore-Führungen – die Zürcher haben, auch wegen der schlechten Saison 2018/19 den Nimbus des Angstgegners eingebüsst.

Im gestrigen dritten Aufeinandertreffen erwischten die Zuger den etwas besseren Start. In der 13. Minute fing Martschini in der eigenen Zone einen verunglückten Querpass ab. Den Konter schloss er ab, Flüeler parierte. Der Puck kam wieder zu Martschini. Diesmal versuchte er es mit einem Pass, Captain Raphael Diaz konnte den herrenlosen Puck zum 1:0 einschieben. Viel Sicherheit gab dieser Vorsprung den Zentralschweizern indes nicht. Der ZSC erhöhte den Druck und dominierte fortan. In der 19. Minute nahm Verteidiger Maxim Noreau Anlauf und liess zwei Zuger stehen, wobei der EVZ-Kanadier David McIntyre in der Mittelzone einen kläglichen Eindruck hinterliess. Noreau fuhr in die Zuger Zone, mitten im Durcheinander erzielte Chris Baltisberger den Ausgleich. Die Coaches Challenge der Zuger wegen Abseits war vergebens, die Unparteiischen gaben den Treffer und sprachen in der Folge eine Zweiminutenstrafe aus – das sieht das Reglement so vor, falls sich die Coaches «irren» oder sich letzte Zweifel anhand der Kameraeinstellungen nicht ausräumen lassen. «Ein fraglicher Entscheid», befand EVZ-Verteidiger Diaz im Pauseninterview, «ich würde sagen: 50:50».

Hatten die Zürcher im ersten Abschnitt noch die grösseren Spielanteile, übernahmen die Zuger nach dem ersten Seitenwechsel resolut das Diktat. 20:8 Torschüsse in den zweiten 20 Minuten, und doch stand es danach immer noch 1:1. Vor allem Martschini scheiterte mehrfach an ZSC-Torhüter Flüeler.

Leonardo Genoni wird wegen seinen Adduktoren-Problemen wohl auch noch die nächste Woche im Zuger Tor fehlen. Doch Hollenstein nützte auch gegen die Zürcher seine Chance, hielt tadellos, der 19-Jährige spielte mit der Ruhe eines Routiniers. Diese Gelassenheit könnte auch heute Abend in Langnau gegen den Tabellennachbarn SCL Tigers (19.45 Uhr, Ilfishalle) eine Rolle spielen.

Zug – ZSC Lions 3:1 (1:1, 0:0, 2:0)

6900 Zuschauer. – SR Hebeisen/Dipietro; Kaderli/Gnemmi. Tore: 13. Diaz (Martschini) 1:0. 19. Chris Baltisberger (Marti, Noreau) 1:1. 43. Albrecht (Alatalo) 2:1. 57. Kovar (Martschini) 3:1. Strafen: 8-mal 2 Minuten gegen Zug, 6-mal 2 Minuten gegen die ZSC Lions. Zug: Luca Hollenstein; Schlumpf, Alatalo; Diaz, Stadler; Zryd, Zgraggen; Thiry; Klingberg, Lindberg, McIntyre; Martschini, Kovar, Hofmann; Simion, Leuenberger, Meyer; Langenegger, Albrecht, Zehnder. ZSC Lions: Flüeler; Noreau, Marti; Phil Baltisberger, Geering; Trutmann, Berni; Blindenbacher; Pettersson, Roe, Suter; Denis Hollenstein, Krüger, Bodenmann; Wick, Prassl, Diem; Chris Baltisberger, Schäppi, Pedretti. Bemerkungen: Zug ohne Genoni, Bachofner, Schnyder, Morant, Thorell und Senteler. ZSC Lions ohne Sigrist (alle verletzt) und Ortio (überzähliger Ausländer). – Pfostenschüsse: 23. Wick, 59. Suter. – Time-out ZSC Lions (58.), ab 56:54 ohne Goalie.