Wendelin Imfeld wird in den Gemeinderat von Lungern gewählt

Der CVP-Kandidat erhielt fast doppelt so viele Stimmen wie sein parteiloser Herausforderer Walter Ming.

Matthias Piazza
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Wendelin Imfeld (CVP).

Wendelin Imfeld (CVP).

Bild: PD

Der Gemeinderat von Lungern ist wieder komplett. Am Sonntag wurde im zweiten Wahlgang Wendelin Imfeld (CVP) neu in das Gremium gewählt. Er erhielt 475 Stimmen. Auf seinen unterlegenen Kontrahenten, den parteilosen Walter Ming, entfielen 240 Stimmen.

«Ich bin überrascht und erfreut vom sehr guten Resultat und der hohen Stimmbeteiligung von 49,5 Prozent, womit meine Wahl breit abgestützt ist», sagt Wendelin Imfeld. Ein Wunschdepartement habe er nicht. «Ich kann mit jedem Departement leben. Mir geht es vor allem darum, sich für das Wohl der Gemeinde einzusetzen», sagt der 54-jährige verheiratete Geschäftsführer und Vater zweier Kinder. Ein grosses Anliegen sei ihm, die Schulhaus-Infrastrukturen auf Vordermann zu bringen und die Anliegen des Volkes aufzugreifen und in der Ratsarbeit einfliessen zu lassen. Wendelin Imfeld war zwischen 1999 und 2007 schon einmal Gemeinderat. Er führte damals die Departemente Bau und Raumplanung, Sicherheit sowie Bildung und Kultur. Zwei Jahre lang war er Vizepräsident. «Als ich 2007 demissionierte, hatte ich die Familie vor die politische Tätigkeit gestellt und konnte dann beides nicht mehr zeitlich vereinbaren.» Inzwischen habe er sich so organisiert, dass genügend Zeit für ein Gemeinderatsamt zur Verfügung stehe, erklärt er sein Comeback.

«Ich mag Wendelin Imfeld die Wahl gönnen», sagt dazu Walter Ming. «Nach seinem grossen Stimmenvorsprung im ersten Wahlgang wäre meine Wahl auch eine Sensation gewesen, die nun wie erwartet ausgeblieben ist.» Wendelin Imfeld habe viel Unterstützung durch seine Partei, der CVP, erhalten, erklärt sich der parteilose Walter Ming das deutliche Resultat. «Doch erhoffte ich mir diesmal noch Stimmen, die im ersten Wahlgang an den ebenfalls parteilosen Paul Knüsel gingen, der ja seine Kandidatur zurückzog. Zudem ermunterten mich viele Lungerer, nochmals anzutreten.»

Walter Ming (parteilos).

Walter Ming (parteilos).

Bild: PD

12 Stimmen fehlten ihm im ersten Wahlgang

Im ersten Wahlgang vom 27. September fehlten Wendelin Imfeld (CVP) nur 12 Stimmen zum absoluten Mehr. Der parteilose Walter Ming verfehlte mit seinen 311 Stimmen das absolute Mehr von 541 Stimmen deutlich.

Als Einziger schaffte im ersten Wahlgang Josef Berchtold (CVP) mit 821 Stimmen die Wahl. Paul Knüsel, der wie erwähnt nicht mehr antrat, machte 273 Stimmen.

Die Ersatzwahl wurde nötig, weil Martin Gasser (FDP) im Januar und Denis Schürmann (CVP) Ende Juni zurücktraten.

Aktuell ist Daniel Ming (FDP) mit Wahljahr 2015 das amtsälteste Gemeinderatsmitglied, gefolgt von Bernadette Kaufmann (CSP, 2017, Gemeindepräsidentin) und Andreas Kammer (FDP, 2018). Der parteilose Remo Freiburghaus und Karl Imfeld (CSP) wurden im Oktober 2019 gewählt.

«Froh, dass der Gemeinderat wieder komplett ist»

Auch Gemeindepräsidentin Bernadette Kaufmann freut sich über die hohe Wahlbeteiligung. «Vor allem bin ich froh, dass mit dieser Ersatzwahl der Lungerer Gemeinderat wieder komplett ist.» Nach den vielen Abgängen in den vergangenen Monaten und Jahren sei sie jetzt zuversichtlich, dass dies vorderhand die letzte Ersatzwahl gewesen sei. Sieben Departemente waren auf fünf Gemeinderäte verteilt. So hatte die Gemeindepräsidentin nebst dem Präsidialen interimsmässig auch noch das Baudepartement unter sich. «Das Baudepartement ist sehr interessant, aber arbeitsintensiv, und es sind oft auch Emotionen im Spiel, die zusätzlich belasten können.»

Bereits am Montag will der Gemeinderat die Departemente verteilen. Amtsantritt für die beiden Neugewählten ist am 2. Januar des nächsten Jahres.