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Weniger Streit dank «Obwaldner Modell» für Denkmalpflege

Obwalden stellt 37 Kulturobjekte in Sarnen und Sachseln neu unter Schutz. Der Kantonsrat genehmigte am Freitag die entsprechenden Berichte. Im Vorfeld bewährte sich das Vorgehen, mit den Besitzern einen Konsens zu finden.
Philipp Unterschütz
Das alte Landammannhaus an der Melchtalerstrasse in Kerns wurde unter Mithilfe der Denkmalpflege saniert. (Bild: OZ)

Das alte Landammannhaus an der Melchtalerstrasse in Kerns wurde unter Mithilfe der Denkmalpflege saniert. (Bild: OZ)

«Der Mensch hat ein Bedürfnis nach kollektiver Erinnerung, nach einer Identität – und ich bin überzeugt, dies wird künftig noch zunehmen», stellte Franz Enderli, Vorsteher des Bildungs- und Kulturdepartements, gestern im Kantonsrat fest. Bezogen war die Aussage auf den Denkmalschutz – Enderli fragte die Kantonsrätinnen und Kantonsräte, was sie denn Besuchern in Obwalden zeigen würden? «Es sind mit Sicherheit typische, markante, schöne Gebäude – und die meisten davon stehen unter Schutz.»

Mit seinem Votum lud Enderli das Parlament ein, die Berichte des Regierungsrats zu Nachträgen zum kantonalen Schutzplan der Kulturobjekte von regionaler und nationaler Bedeutung zu genehmigen. Die vier Berichte befassen sich mit Objekten in Sachseln und in Sarnen, Ramersberg und Schwendi-Wilen. Der Regierungsrat beantragte – gestützt auf das überarbeitete Inventar – insgesamt 37 Kulturobjekte neu in die Schutzpläne aufzunehmen. Wie die Äusserungen der verschiedenen Fraktionen zeigten, war man im Kantonsrat der Meinung, dass die Unterschutzstellung neuer Objekte mit Augenmass geschehen sei. Insbesondere, dass man immer den Konsens mit den Besitzern gesucht hatte, fand Anklang. Offenbar habe man aus dem Fall der Villa Landenberg gelernt, war zu hören. Das Parlament genehmigte alle Berichte einstimmig.

Weniger Händel dank eigenem Modell

Lobend erwähnt wurde das «Obwaldner Modell», das sich sehr bewähre. Obwalden vollzieht den Denkmalschutz über kantonale Schutzpläne. Darin werden die Kulturobjekte von regionaler und nationaler Bedeutung einer Einwohnergemeinde alle auf einmal unter Denkmalschutz gestellt. Der wesentliche Unterschied zu anderen Kantonen liegt darin, dass die beabsichtigten Unterschutzstellungen mit den Grundeigentümern nicht erst im Zusammenhang mit konkreten Bauvorhaben diskutiert werden, sondern vorgängig und unabhängig davon.

Der grösste Vorteil des Obwaldner Systems liegt laut der Regierung aber in der Rechtssicherheit. In den Schutzplänen, den Zonenplänen und im Geografischen Informationssystem (GIS) ist für jedermann nachvollziehbar, welche Objekte rechtskräftig unter Schutz stehen. Dank dieser Vorzüge sei die kantonale Denkmalpflege auch weniger in Streitfälle verwickelt.

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