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Wenn der Metzger in die Dörfer kommt

Chrigel Lussi tourt mit einer rollenden Fleischtheke durch Obwalden und Nidwalden.
Beat Christen
Philipp Infanger hinter seiner Fleischtheke. (Bild: Beat Christen, 1. Oktober 2019)

Philipp Infanger hinter seiner Fleischtheke. (Bild: Beat Christen, 1. Oktober 2019)

Die Zeiten, wo es in einer Gemeinde noch einen Bäcker, eine Sennerei und einen Metzger gegeben hat, sind sowohl in Obwalden wie auch in Nidwalden längst vorbei. Viele der einst traditionsreichen Betriebe haben ihre Türe geschlossen. Jüngstes Beispiel: Ende September hat die Metzgerei Lattmann in Lungern zugesperrt. Somit gibt es in Obwalden gerade noch einen Metzgereibetrieb in Kerns mit einem Verkaufslokal. «Das Sterben der Metzgereien wird weitergehen», ist Chrigel Lussi aus Oberdorf überzeugt. Er, der den Beruf des Metzgers als Drittberuf erlernt hat, verfolgt diese Entwicklung mit grosser Sorge um einen einst stolzen Berufsstand. Die Gründe dafür sind vielfältig. «Zum einen sind die Investitionen in einen Metzgereibetrieb sehr hoch und zum anderen hat sich das Konsumverhalten grundlegend verändert. Dabei», ist Chrigel Lussi überzeugt, «haben es die Kundinnen und Kunden selber in der Hand, ob beispielsweise ein Metzgereibetrieb überlebt oder nicht.» Für den 36-jährigen ist es klar, «dass man zu den noch bestehenden Detailhandelsgeschäften Sorge tragen muss.»

Nicht jammern, sondern handeln

Eigentlich war Chrigel Lussi lange Zeit auf der Suche nach geeigneten Verkaufslokalitäten. Doch meistens waren die hohen Mietpreise für leer stehende Betriebe ein Killerkriterium.

Und so machte der Metzgereifachmann aus der Not eine Tugend. Die Idee der rollenden Fleischtheke war geboren. Wärch 303 nennt sich das Unternehmen, welches aus einem jungen, aufgestellten Team besteht, das sich die Veredelung von Rohprodukten auf die Fahne geschrieben hat. Das Tierwohl steht dabei an erster Stelle und gearbeitet wird dabei vorwiegend noch von Hand. Dadurch kann Chrigel Lussi garantieren, dass bei der rollenden Fleischtheke nur Fleisch von bester Qualität über den Verkaufstisch geht.

Und so tourt sein Unternehmen Wärch 303 seit geraumer Zeit durch nicht weniger als fünf Obwaldner Gemeinden. Hinzu kommt Stansstad in Nidwalden. Und dies mit zunehmendem Erfolg. «Die Konsumenten ernähren sich heute bewusster und schätzen unser Angebot. Kommt hinzu», so der Fachmann, «dass die Konsumenten Informationen zu den einzelnen Produkten wünschen.» Die rollende Fleischtheke Wärch 303 bezieht die Rohprodukte von der Lussi Hofmetzgerei in Oberdorf. Entsprechend ist die Fleischtheke ausgestattet. «Für uns gelten die genau gleichen Hygienevorschriften wie für einen Betrieb mit festem Standort. Die regelmässigen Kontrollen erfolgen dabei durch die Lebensmittelinspektoren.» Flexibilität ist ein weiteres Merkmal von Chrigel Lussi und seinem Team. Auf Vorbestellung nehmen sie gleich ganze Wocheneinkäufe mit an die jeweiligen Standorte in Sachseln (Montag), Sarnen (Dienstag), Giswil (Mittwoch), Stansstad (Donnerstag), Alpnach (Freitag) und Engelberg am Samstag.

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