Wenn die Senioren nach Afrika reisen

Volles Haus und volle Tanzfläche in der Kernser «Krone». Die Seniorenfasnacht entführt die Gäste nach Afrika, ins Land des Ehrenguuggers Daniel 1.

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Die Jugend, rechts Maria Burch, setzten eine Polonaise in Gang. Die Seniorinnen kommen aus dem Staunen nicht heraus. (Bild: Primus Camenzind / Neue OZ)

Die Jugend, rechts Maria Burch, setzten eine Polonaise in Gang. Die Seniorinnen kommen aus dem Staunen nicht heraus. (Bild: Primus Camenzind / Neue OZ)

«Das ist phänomenal», erklärt uns Walter Reinhart, Präsident der Fasnachtsgesellschaft Kerns. «Die Ü-60-Party beginnt um 13.30 Uhr und der «Kronen»-Saal ist voll.» Und Ehrenguugger Daniel 1. setzt noch einen drauf: Ü 60 will heissen, ich muss nur noch 20 Jahre warten, und dann gehöre ich auch dazu.» Das war jedoch schon gestern Freitag der Fall, denn Daniel und dessen Lebenspartnerin Maria Burch, beide als Raubtiere verkleidet, waren laufend auf der Tanzfläche oder mitten in einer Polonaise.

Zwei auf Safari-Reise

Es galt das Motto der Kernser Fasnacht 2012: «Hallo Afrika!» Dementsprechend befanden sich Rita und Ueli Durrer-Gubler, sie 69 und er 68 Jahre alt, auf ihrer privaten «Safari-Reise». So weit haben es beide im nicht-fasnächtlichen Leben allerdings noch nicht gebracht. «Wir hoffen auf einen Wettbewerbsgewinn», sagt Rita. «Und wenn nicht, waren wir wenigstens an der Seniorenfasnacht», doppelt Ueli nach.
Wenige Tanzschritte entfernt «schwofen» Hedi Müller (73) und Theres Bucher (79) miteinander. Hedi ist als Hexe verkleidet. «Das passt schon, denn in Afrika gibts Hexen und Hexenverbrennungen, habe ich mir sagen lassen.»

Schützenliesel und mehr

Intermezzo: Es wird mucksmäuschenstill. Die «Obwaldner Jungjuitzer» geben zwei bekannte Lieder zum Besten und ernten Applaus. Umgehend nimmt das «Duo Jamas» wieder auf dem Podium Platz – und umgehend ist auch die Tanzfläche wieder voll. Zu Melodien wie «Ich werd dich nie, nie vergessen», «Tulpen aus Amsterdam», oder «La Paloma» kommt wieder Bewegung in die Ü-60-Party. Einmal mehr schlängelt sich eine generationenübergreifende Polonaise zwischen den Tischreihen durch. Dazu die passende Melodie: «Schützenliesel, dreimal hats gekracht!»

Primus Camenzind