Wenn Giswiler Hexen an der Fasnacht Wünsche erfüllen

Sie ist eine leidenschaftliche Fasnächtlerin und gehört zu den wilden Melchaa-Tobel-Häxä. Gfürchig sieht Isabel Berchtold (47) aus mit ihrer hölzernen Hexenmaske.

Kurt Liembd
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Isabel Berchtold mit ihrer Hexenmaske. (Bild: Romano Cuonz, Giswil, 3. März 2019)

Isabel Berchtold mit ihrer Hexenmaske. (Bild: Romano Cuonz, Giswil, 3. März 2019)

Und noch gfürchiger zusammen mit ihren Gspänli, eine reine Frauengruppe aus rund 20 Hexen, welche auf ihren Besen durch die Gegend bis zur Höhle im Melchaa-Tobel fliegen. «Es macht viel Spass und Freude», sagte Isabel Berchtold, begeisterte Fasnachtshexe. Ihre Begeisterung für den Hexenkult ist keine kurzzeitige Modeerscheinung, sondern basiert auf Tradition. Denn Hexe ist ja eine bekannte Märchenfigur, die auch in der Literatur ihren Platz hat. Zum andern ist Berchtolds Hexenlarve über 40 Jahre alt und ein Unikat, geschaffen vom bekannten Giswiler Maskenschnitzer Albin Rohrer.

Überall, wo die Giswiler Hexen auftreten, ernten sie Staunen und Wertschätzung für ihren originellen Auftritt. So auch im Wallis, wo sie kürzlich den 1. Preis bei der Hexenabfahrt auf der Bel­alp gewannen. Aus praktischen Gründen trugen sie dabei die Masken hinter dem Kopf, was umso magischer und ebenso hexenhaft wirkte.

Und ohne Hexenkleid, Besen und Maske? «Wir sind ganz liebe und brave Familienfrauen», sagt Jeanette Ming (53), eine Hexenfreundin von Isabel Berchtold. Während Berchtold erst seit vier Jahren bei den Melchaa-Tobel-Hexen ist, fliegt Ming schon seit 40 Jahren auf dem Besen übers Melchaatobel.

Beide Frauen haben drei erwachsene Kinder und empfinden Hexe alles andere als ein Schimpfwort. «Von den Hexen gehen Energie aus und manchmal gar Zauberkräfte», sagt Jeanette Ming. Als Giswiler Verein nahmen sie schon an internationalen Hexen-Treffen teil und sind dort vor allem deshalb aufgefallen, weil sie als reine Frauengruppe auftraten. Am Giswiler Fasnachtsumzug vom Sonntag traten Berchtold und ihre Hexenfreundinnen als grosse Nummer auf und nahmen eine Blick-Story aufs Korn. Unter dem Motto «Pimp My Home» inszenierten sie, wie das Schlafzimmer der beiden Giswiler Bruno und Uschi Abächerli frischen Wind erhielt und neu gestylt wurde. «Miär hättid nid nur Farb und scheene Parkett, miär Häxä erfillid Wohnträim, dass iis jedä Stil-Expertä wett.» Grosse Freude an den Giswiler Hexen hatte auch die 9-Jährige Sia, Isabel Berchtolds Gottenkind aus Österreich, welches den Umzug mit grosser Begeisterung verfolgte und ihr Gotti bewunderte und anfeuerte.

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