Wer hat sich in Obwalden an den Pranger manövriert?

An der «Pranger Rätschätä» der Sarner Lälli Zunft wird enthüllt, wer mit seinen Taten fasnächtlichen Hohn und Spott auf sich zieht.

Philipp Unterschütz
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An der letztjährigen Pranger Rätschätä trugen Zünftler Sprüche aus dem Pranger vor. Das soll dieses Jahr auch in musikalischer Form geschehen.

An der letztjährigen Pranger Rätschätä trugen Zünftler Sprüche aus dem Pranger vor. Das soll dieses Jahr auch in musikalischer Form geschehen.

Bild: Philipp Unterschütz (Sarnen, 8. Februar 2019)

Echte Obwaldner Fasnächtler erinnern sich. In einer beispiellosen karitativen Anwandlung entschloss sich die Sarner Lälli Zunft vergangenes Jahr, mit ihrer Fasnachtszeitung «Pranger» die maroden Kantonsfinanzen mit einem Rappen pro verkauftem Exemplar zu unterstützen. Und tatsächlich – es kam einiges zusammen. Nicht weniger als die stolze Summe von 26 Franken wird die kantonale Säckelmeisterin Maya Büchi an der «Pranger Rätschätä» im «Muffis» in Sarnen von Zunftmeister Stefan I. entgegennehmen dürfen.

Am Anlass, der mottogerecht «usseriridisch guät» werden soll, wird aber die Taufe der druckfrischen 39. Ausgabe der Fasnachtszeitung im Mittelpunkt stehen. Selbstverständlich ist ganz Obwalden gespannt, wer es heuer geschafft hat, sich selber an den Pranger zu manövrieren. Wer sich in Sachen Fettnäpfe besonders agil verhalten hat, will der Pranger-Chefredaktor, der, um seine Ohren unbemerkt spitzen zu können, weiter unerkannt bleiben will, nicht verraten. Aber: «Die Wahlen und der Umgang damit sind sicher ein regionaler Schwerpunkt, es gibt amüsante Beiträge über richtige und Möchtegern-Politiker.»

Da kann man sich doch immerhin schon eine gewisse Vorstellung machen, wer es geschafft haben könnte. Ein weiteres Schwerpunkt-Thema sei «der Klimaschutz mit Greta im Obwaldner Style». Und der Chefredaktor verrät: «Wir haben alle Protagonisten, die es ins Blatt geschafft haben, persönlich eingeladen.» Dies sorgt für zusätzliche Spannung. Welche Stars und Sternchen wagen es, die Lorbeeren persönlich abzuholen?

Schnitzelbänke im Obwaldner Stil

Inhaltlich darf man vom 39. Pranger, der wieder in einer Auflage von 2600 Stück erscheint, also einiges erwarten. Das Team – sieben Schreiber, ein Grafiker und zwei Zeichner – haben wieder rund 100 Beiträge gestaltet. «Nach dem eher schwierigen 2018 konnten wir 2019 wieder aus dem Vollen schöpfen», freut sich der Prangerchef. «Es ist viel passiert, was geradezu nach einem Auftritt in der Fasnachtszeitung schreit.» Besonders gelungen seien auch die Bilder der beiden Zeichner Urs Krähenbühl und Tobias Tschopp. Es seien zudem auch nach Redaktionsschluss tolle Beiträge entstanden, die es nicht mehr in den Pranger schafften und deshalb exklusiv nur an der «Pranger Rätschätä» zu hören sind.

Die Sprüche aus dem druckfrischen Pranger werden an der «Rätschätä» diesmal nicht nur vorgelesen, sondern teilweise auch in einer Art musikalischer Form vorgetragen. Das sollte dann klingen wie ein Basler Schnitzelbank im Obwaldner Dialekt. «Da müssen die Vortragenden aber schon noch etwas üben», sagt der Prangerchef und betont, «dass es aber auch vom Publikum Toleranzbereitschaft braucht».

Verzichtet wird hingegen dieses Jahr auf einen Humoristen als Gast. «Wir mussten ja jeweils schwer um unsere Hausmacht kämpfen, deshalb haben wir dieses Jahr zu Gunsten der Vortragenden keine Konkurrenz ins Haus geholt», sagt der Chefradaktor und lacht. Für mottogetreu ausserirdisch gute Musik werden Pianissimo und DJ Bäri sorgen.

Freitag, 31. Januar, 19.30 Uhr, «Pranger Rätschätä» der Lälli Zunft Sarnen im «Muffis» in Sarnen. Eintritt frei.

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