Werterhalt
Kanton wird künftig wohl mehr Personal brauchen: Obwaldner Regierung antwortet darauf mit einer Immobilienstrategie

Gut 60 Immobilien besitzt der Kanton. Für deren Bewirtschaftung und Werterhalt hat er nun eine Strategie entwickelt. Miteinbezogen werden auch Gebäude des Klosters Muri-Gries, die nicht dem Kanton gehören.

Matthias Piazza
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Das Psychiatriegebäude in Sarnen ist ebenfalls sanierungsbedürftig.

Das Psychiatriegebäude in Sarnen ist ebenfalls sanierungsbedürftig.

Bild: Urs Flüeler/Keystone (27. Januar 2021)

In den kommenden Jahren stehen für den Kanton Obwalden wichtige Entscheidungen im Immobilienportfolio an. Sie betreffen grössere Sanierungsvorhaben für einzelne Objekte, Aus- und Neubauten von Liegenschaften sowie langfristig ausgerichtete Standortentscheide von Verwaltungseinheiten. Diese Entscheidungen sollen nicht ad hoc auf der Basis von einzelnen Projekten erfolgen, sondern auf einer gesamtheitlichen Entwicklung des Immobilienportfolios, wie der Regierungsrat am Freitag in einer Medienmitteilung schreibt. Der Kanton besitzt 250 Grundstücke mit insgesamt 61 Immobilien zu einem Gebäudeversicherungswert von rund 300 Millionen Franken, aufgeteilt auf zwölf Areale.

Im vergangenen Jahr wurde nun eine Immobilienstrategie erarbeitet. Dies unter Einbezug der Verwaltung, der Gerichte, des Regierungsrats sowie der kantonsrätlichen Kommission für strategische Planungen und Aussenbeziehungen mit Unterstützung externer Experten aus der Immobilienökonomie. Die Grobplanung umfasst die anstehenden Vorhaben und den Finanzbedarf bis 2040. Erwartet werden jährliche Investitionen von rund 6,5 Millionen Franken für die nächsten 20 Jahre. So müssen als Nächstes etwa das Psychiatrie- oder auch das Polizeigebäude saniert werden.

«Natürlich schauen wir jetzt schon zu unseren Gebäuden», sagt der Obwaldner Baudirektor Josef Hess auf Anfrage. Auslöser für die Immobilienstrategie sei das Bedürfnis, die Standorte der Verwaltung optimal anzusiedeln und die Investitionen aus einer Gesamtsicht zu planen. Eine Rolle spiele auch die Entwicklung des behördlichen Personalbestandes. «Wir rechnen damit, dass es bis 2040 rund 10 Prozent mehr Arbeitsplätze braucht.» Und dies, obwohl man aus Spargründen in den vergangenen zwei Jahren 20 Stellen abgebaut habe. Grund dafür sei das erwartete Bevölkerungswachstum, das der Verwaltung mehr Arbeit beschere.

Auch Liegenschaften des Klosters im Fokus

In seine Überlegungen bezieht der Regierungsrat auch Liegenschaften ein, die nicht im Besitz des Kantons stehen, für ihn aber von Bedeutung sein könnten. Dazu gehören insbesondere jene des Benediktinerklosters Muri-Gries mit dem Professorenheim und der Kollegikirche. «Mit der vorliegenden Immobilienstrategie hält sich der Regierungsrat insbesondere die Option offen, sich für die längerfristige Nutzung der Klosterliegenschaften Professorenheim und Kollegikirche zu engagieren», meint Regierungsrat Hess weiter. «Damit kann der Kanton eine aktive Rolle beim Erhalt von Kulturgütern einnehmen.»

Das Professorenheim in Sarnen ist auch Teil der Immobilienstrategie des Kantons.

Das Professorenheim in Sarnen ist auch Teil der Immobilienstrategie des Kantons.

Bild: Robert Hess (22. Oktober 2009)

Sollte bis 2024 keine Lösung für eine Kantonsbeteiligung an der langfristigen Nutzung der Klosterliegenschaften zustandekommen, sieht die Immobilienstrategie vor, Staatsarchiv und Kantonsbibliothek in einem Neubau auf dem Areal Hostett unterzubringen und das Gebäude des Historischen Museums am heutigen Standort zu modernisieren.

Hinweis: Der Kantonsrat behandelt die Immobilienstrategie an seiner Sitzung vom 18. März.