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WICHELSEE: Vögel schätzen hiesiges Wasser

Über 20 Vogel-Interessierte haben am Sonntag der Kälte getrotzt, um mehr über Wasservögel und deren Lebensraum zu erfahren. Auch exotische Enten wurden dabei gesichtet.
Patricia Helfenstein-Burch
Gefiederte Wintergäste beobachten mit der naturforschenden Gesellschaft Obwalden und Nidwalden. Exkursionsleiter Roman Furrer (Zweiter von rechts) mit seiner Gruppe. (Bild: Patricia Helfenstein-Burch (Alpnach, 14. Januar 2018))

Gefiederte Wintergäste beobachten mit der naturforschenden Gesellschaft Obwalden und Nidwalden. Exkursionsleiter Roman Furrer (Zweiter von rechts) mit seiner Gruppe. (Bild: Patricia Helfenstein-Burch (Alpnach, 14. Januar 2018))

Patricia Helfenstein-Burch

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Bei klirrender Kälte trafen sich am vergangenen Sonntagnachmittag die Teilnehmer der Exkursion «Gefiederte Wintergäste beobachten» am Wichelsee. Entsprechend warm eingepackt und mit Feldstechern und Fernrohren bestückt, teilten sich die Teilnehmer in zwei Gruppen auf und wurden von den Exkursionsleitern Roman Furrer, Feldornithologe, sowie Beat von Wyl, Biologe und Vorstandsmitglied IG Haubenmeise, dem See entlang geführt. Der Anlass war von der Naturforschenden Gesellschaft Obwalden und Nidwalden (Nagon) zusammen mit der IG Haubenmeise organisiert worden.

Die Exkursionsleiter erklärten vorab die Wasservogelgruppen: Gründelenten, Tauchenten und Lappentaucher. Einige Vögel dieser Gruppen bekamen die Kursteilnehmer auch zu sehen. So zum Beispiel die Reiherenten, von welchen es gemäss aktueller Zählung rund 200000 Stück in der Schweiz gibt, die Tafelenten, gut erkennbar am sogenannten Napoleon-Hut, oder auch einen Silberreiher im schneeweissen Gefieder. Selbst der Zwergtaucher, welcher klein wie ein Küken ist und sein Kleid im Frühjahr zum Prachtkleid wechselt, ansonsten aber vom Gefieder her keinen Unterschied zwischen Männchen und Weibchen macht, liess sich sehen und hören.

Kolbenente profitiert von verbesserter Wasserqualität

«Wussten Sie, dass die exotisch anmutende Kolbenente aus Spanien zum Überwintern zu uns kommt?», fragte Roman Furrer seine Gruppe und erklärte ­sogleich: « Das ist auch auf die verbesserte Wasserqualität zurückzuführen, von der die Kolbenente als ausgesprochene Pflanzenfresserin besonders profitiert. Es ist selten, dass Enten aus dem Westen bei uns überwintern. Die meisten Wasservögel treten die Winterreise zu uns im Osten an.»

Am Sonntag konnten aber auch Mittelmeermöwen beobachtet werden, die gemäss Roman Furrer ganze vier Jahre benötigen, um ihr endgültiges Federkleid in der vollen Färbung und Musterung zu tragen.

Hinten am Felsen entdeckten die Vogelfreunde zudem einen Silberreiher. «Er hat im Schlichtkleid einen gelben Schnabel, der sich zur Brutzeit aber schwarz färbt. Diese Verfärbung wird von den Hormonen gesteuert, genau wie der Gesang der Vögel. Der Vogelgesang wird im Frühling viel schöner und ausgeprägter, weil die Brutzeit anfängt», erklärte Roman Furrer. Ein amüsierter Kursteilnehmer stellte dazu fest, dass er nun verstehe, warum manche Menschen während der Fasnacht lauter singen. Das liege dann wohl auch an den Hormonen.

«Viel wertvolles Wissen vermittelt»

Rita und Bruno Winiger aus Stansstad haben vor einem Jahr den Grundkurs «Vögel bestimmen» bei der IG Haubenmeise besucht und sind seither begeisterte Hobby-Ornithologen. «Die heutige Exkursion hat uns viel wertvolles Wissen in der Praxis vermittelt, was ganz anders ist als das Lernen aus Büchern», sagten sie beide. Abschliessend erklärte Beat von Wyl die acht angelegten Weiher am Wichelsee, welche wertvollen Lebensraum für Amphibien, Libellen, Wasserpflanzen und Insekten bieten.

Mit viel neuem Wissen und Begeisterung für unsere Wasservögel traten die Teilnehmer schliesslich den Heimweg an, wobei sich alle einig waren: «Das Frieren hat sich gelohnt!»

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