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Wie konnte das geschehen?

Wir wollten von FDP-Kantonalpräsident Hans-Melk Reinhard wissen, wie es zur Panne kam.
Markus von Rotz

Wie nimmt so ein Papier einen offiziellen Weg?

Dass das Papier so offiziell abgegeben wurde, basiert auf einer Verknüpfung mehrerer ungeschickter Vorkommnisse und war ein grosser Fehler. Verschiedene Gruppierungen und Einzelpersonen haben ihre Meinung intern abgegeben, am Schluss aber fand statt der gesammelten bereinigten Rückmeldungen leider eine einzelne, unbereinigte Rückmeldung den Weg zu den Behörden und in die Öffentlichkeit.

Wie konnte das passieren?

Dieses Ergebnis aus einer kleinen Gruppierung wurde auch mir zugestellt. Ich war aber damals und bis Anfang Januar im Ausland in den Ferien. Als Geschäftsleitung hätten wir das Papier freigeben müssen, weil aber keine Reaktion meinerseits kam, fand das Papier den Weg in die GL nicht und wurde direkt auf unserer Webseite aufgeschaltet. Ich war dann noch mal Mitte Januar geschäftlich im Ausland und hörte erst nach meiner Rückkehr von eigenen Parteimitgliedern, warum ihre Meinungen nicht in die Vernehmlassung eingeflossen seien. Erst jetzt und aufgrund von Reaktionen durch Dritte realisierte ich den Fehler und habe umgehend sowohl das Departement, den Lehrerverein, Schulleitungen wie auch diverse Einzelpersonen darüber informiert. Wir haben inzwischen bereits intern neue Kontrollmechanismen eingeführt, um solche Vorkommnisse zu eliminieren.

Sie haben sich beim Lehrerverein entschuldigt – die Frage aber bleibt: Wie viel FDP-Gedankengut steckt im inoffiziellen Papier?

Ich habe mich persönlich und im Namen der FDP entschuldigt und gleichzeitig Gesprächsbereitschaft angeboten. Vom Begleitbrief mit den kritisierten Inhalten distanzieren wir uns vollumfänglich. Angesichts der nicht überall fertigen Sätze und der fehlenden Begründungen hätte man sehen können, dass es sich um ein Arbeitspapier handelt. Aber es stammt aus FDP-Kreisen, das stimmt. Die angehängten Antworten auf Fragen der Regierung hingegen decken sich in weiten Teilen mit unserer Meinung.

Obwalden stehe am Schluss der Rangliste, aber die Löhne im Bildungssystem seien zu hoch. Teilen Sie persönlich diese Meinung? Verdienen Obwaldner Lehrer zu viel?

Im gesamt- oder zentralschweizerischen Branchenvergleich tun sie das nicht. Aber die Löhne im schweizerischen Bildungswesen sind aus unserer Sicht im Vergleich mit der Privatwirtschaft am oberen Limit und im Vergleich mit Führungsfunktionen in unserer Firma sehr stattlich.

Daraus zieht das FDP-Papier den Schluss, man sollte Lehrer statt nach Dienstalter eher nach Klassengrösse entlöhnen. Ein ernsthafter Vorschlag?

Nein, den teile ich nicht, schliesslich kann eine Lehrperson ja die Grösse ihrer Klasse nicht bestimmen. Hingegen würde ich eine leistungsbezogene Lohnkomponente im Bildungswesen sehr befürworten.

Die FDP ist nicht gerade die Partei der Lehrer. Hat Ihre Partei das Know-how, um Bildungsfragen zu beurteilen?

Die Mitglieder der FDP sind auch Eltern und wir haben viele Unternehmer in der Partei. Diese wiederum bilden viele Lehrlinge aus, welche aus der Volksschule kommen. In der FDP hat es sehr viele «Kunden» unseres Bildungswesens. Somit kann ich diese Frage mit Ja beantworten. Vielleicht finden sich in unserer Parteibasis weniger Lehrer als in anderen Parteien. Aber als Abnehmer bringen wir wichtiges Know-how mit, um Bildungsfragen zu beurteilen.

Interview: Markus von Rotz

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