Engelberg will Zukunft des Kursaals klären

Die Gemeinde stellt in einer Vernehmlassung Varianten für den künftigen Betrieb des Saals zur Diskussion. Vom Ist-Zustand bis zur Verpachtung ans neue Hotel.

Martin Uebelhart
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Blick auf die Bühne des Kursaals während des Dreikönigskonzerts im Januar 2016. Bild: Roger Zbinden

Blick auf die Bühne des Kursaals während des Dreikönigskonzerts im Januar 2016. Bild: Roger Zbinden

Eine lange Zeit der Unsicherheit sollte für die Kursaal Engelberg AG bald vorbei sein – und zwar nach Abschluss der Bauarbeiten des Hotels Palace Engelberg Titlis und der Wiedereröffnung des Kursaals im Herbst 2020. Das schreibt der Einwohnergemeinderat Engelberg zu einer am Mittwoch gestarteten Vernehmlassung. Jetzt sei der richtige Zeitpunkt, grundsätzlich über die Zukunft der Kursaal Engelberg AG zu diskutieren.

Die Kursaal Engelberg AG ist zu zwei Dritteln im Besitz der Gemeinde und zu einem Drittel im Besitz des Tourismusvereins (TUV). «Die Zukunft der Gesellschaft ist unter den Eignern gemeinsam zu klären», hält man in dem Schreiben weiter fest. Die Vernehmlassung richtet sich an die Ortsparteien, den Hotelier- und Gastroverein, das Engelberger Gewerbe, die Engelberg-Titlis Tourismus AG, die Vereine sowie die Engelberger Bevölkerung. Zur Diskussion gestellt werden drei Varianten.

Option 1: Der Betrieb wird durch die Kursaal Engelberg AG weitergeführt. Bei dieser Variante würde an der AG in der heutigen Form festgehalten. Der Gemeinderat und der TUV sähen jedoch, dass dann auch einzelne Veränderungen erzielt werden müssten. Bereits arbeite die AG an einem neuen Angebotskonzept, um die Auslastung des Saals und die Wertschöpfung für Engelberg zu erhöhen.

Option 2: Die Einwohnergemeinde führt den Betrieb. Bei dieser Variante bliebe die AG Eigentümerin der Liegenschaft und lediglich der Betrieb würde durch die Gemeinde gewährleistet und finanziert. In einem Vertrag müssten betriebliche Abläufe und Synergien geklärt werden. Unter dem Strich sei davon auszugehen, dass Kosten für die Gemeinde höher wären als die Einnahmen.

Option 3: Verpachtung des Kursaals an die Betreiber des neuen Hotels. Bei dieser Variante würden die Rahmenbedingungen in einem Pachtvertrag festgehalten. Zu klären wären zudem gewisse Fragen der Belegungsprioritäten. Zwischen dem Hotelbetrieb und dem Betrieb des Kursaals böten sich sehr viele Synergien, etwa bei der Reservation, der Reinigung, der Aufsicht oder der Technik.

Die drei Varianten hätten sich in den Gesprächen zwischen dem Gemeinderat und dem Tourismusverein ergeben, sagt Talammann Alex Höchli auf Anfrage. «Uns ist wichtig, dass wir die Weichen für die Zukunft zusammen mit der Bevölkerung und weiteren Partnern stellen», betont er.

Die Form der heutigen AG habe man seinerzeit gewählt, um flexibler am Markt agieren zu können, sagt Höchli. Auch mit der zweiten Variante hat die Gemeinde bereits Erfahrung. Der Sporting Park werde als Annex-Betrieb der Gemeinde geführt. Aufgrund der Lage des Kursaals beim neuen Hotel sei auch die Verpachtung eine Idee, die auf den Tisch kommen und geprüft werden soll.

Sonderkonditionen für Vereine sollen bleiben

Je nach Variante sei die politische Kontrolle unterschiedlich, sagt Talammann Höchli. «Beim Annexbetrieb wäre diese am höchsten, bei der Verpachtung am geringsten.»

Für den Gemeinderat sei ganz wichtig, dass die Vereine nach wie vor von Sonderkonditionen für den Kursaal profitieren könnten. «Und zwar unabhängig von der Variante», hält Alex Höchli fest. Dies habe man bei der Urnenabstimmung über die Gründung der heutigen AG festgeschrieben. «Und dem wollen wir auch weiter nachleben», so Höchli. Je nach Variante müsste die Gemeinde wohl mit Beiträgen den Betrieb an sich und das Festhalten an diesen Konditionen sicherstellen.

Die heutige Kursaal Engelberg AG war Ende 2008 gegründet worden, um die Totalrenovation und Restaurierung des bestehenden Kursaals sowie einen Annexbau für Nebenräume zu finanzieren. Seit dem Baubeginn für das Hotel Palace Engelberg Titlis im April 2016 ist der Kursaal geschlossen.