Wie werden sie in Bern abstimmen?

Im Wahlkampf versprechen die Politiker, wofür sie sich in Bern einsetzen wollen. Wir haben analysiert, wie Vertreter der Kandidatenparteien stimmten.

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Der Nationalrat debattiert. (Bild: Keystone)

Der Nationalrat debattiert. (Bild: Keystone)

Es wäre schön, wenn es möglich wäre, schon in die Zukunft zu schauen, wie sich unsere Nationalräte dereinst verhalten werden. Das ist naturgemäss nicht möglich. Ist Christoph von Rotz der von vielen geschimpfte Parteisoldat der SVP? Hätte es anders ausgesehen, wenn an seiner Stelle jemand von der CVP gestimmt hätte? Wie anders wäre Nidwalden mit einem Grünen vertreten gewesen als mit einem FDP-Politiker?

Zwei Luzerner helfen aus

Wir haben eine Vielzahl von wichtigen Abstimmungen analysiert. Für die Ständeräte ist das nicht möglich, weil ihr Stimmverhalten nicht einzeln protokolliert wird. Deshalb haben wir uns auf den Nationalrat konzentriert. Wir stellen das Abstimmungsverhalten des abtretenden Edi Engelberger (FDP, Nidwalden) im Vergleich mit Christoph von Rotz (SVP, Obwalden) und zwei Politikern jener Fraktionen dar, welche bei einer Wahl von Karl Vogler (CVP) und Conrad Wagner (Grüne) den Vertreter Nid- oder Obwaldens stellen würden. Bei der CVP fiel unsere Wahl auf den Entlebucher Schreinermeister Ruedi Lustenberger (61, seit 1999) aus Romoos, bei den Grünen auf den Stadtluzerner Louis Schelbert, Sekretär Luzerner Gewerkschaftsbund (59, seit 2006). Der Vergleich des Stimmverhaltens kann Anhaltspunkte geben, wie ihre Parteien den Kanton vertreten (werden).

Aus der Tabelle ist ferner ersichtlich, ob das jeweilige Fraktionsmitglied anders oder gleich als die Mehrheit gestimmt hat. Das Abstimmungsverhalten kann auf nachkontrolliert und für andere Vorlagen überprüft werden. Dabei ist allerdings zu beachten, dass ein Ja oft ein Nein bedeutet, beispielsweise bei Initiativen ist es oft ein Ja zum Gegenentwurf statt nur Initiative. Es lohnt sich, jeweils auch den Kommentar zu lesen.

Markus von Rotz