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Wieder alle gegen die SVP

2011 verlor die Obwaldner SVP ihren Nationalrat. Nun sorgt sie dafür, dass Karl Vogler nicht einfach still in seinem Amt bestätigt werden kann.
Karl Vogler (links) gegen Daniel Wyler (Bilder Keystone / Corinne Glanzmann)

Karl Vogler (links) gegen Daniel Wyler (Bilder Keystone / Corinne Glanzmann)

Markus von Rotz

Es war eine schmerzhafte Niederlage vor vier Jahren für die SVP: Zwar holte ihr bisheriger Nationalrat Christoph von Rotz 43 Prozent der gültigen Stimmen. Doch der von einem überparteilichen Komitee portierte Karl Vogler, Mitglied der CSP, überflügelte ihn mit 8896 zu 6739 Stimmen. Nach nur einer Amtsdauer war von Rotz abgewählt. Erreicht hatte das eine breite Allianz der anderen Parteien, angeführt von CSP, FDP und SP. Diese führte dazu, dass sich CVP-Kandidat Jürg Berlinger mangels Unterstützung durch die anderen Parteien zum Rückzug veranlasst fühlte.

In einer Bilanz zwei Monate später sagte SVP-Kantonalpräsident Albert Sigrist: «Ich vermute, dass sich das Stimmvolk gegen die SVP entschieden hat und nicht gegen die Person Christoph von Rotz. Das war übrigens ein schweizweites Phänomen. Die SVP wurde bewusst bekämpft.» Besonders geschmerzt hatte ihn damals, dass von Rotz in seiner Wohngemeinde Sarnen knapp 700 Stimmen hinter Vogler lag. Eine hauchdünne Mehrheit holte der SVP-Mann einzig in Engelberg.

Geschichte wiederholt sich

Am 18. Oktober ist die Ausgangslage in Obwalden wieder die gleiche wie 2011: Alle gegen die SVP. Allerdings kommt diese nicht mehr wie von vielen erwartet mit von Rotz, der inzwischen wieder im Kantonsrat politisiert. Herausforderer ist neu Kantonsrat Daniel Wyler aus Engelberg. Und seine Ausgangslage ist parteipolitsch von Anfang an alles andere als leicht: Karl Vogler wird nicht nur von «seiner» CSP, sondern auch wieder von CVP, FDP und SP offiziell unterstützt. Vogler politisiert in Bern seit seiner Wahl vor vier Jahren in der CVP-Fraktion.

Nichtwähler sollen SVP helfen

Die breite Phalanx fordert die SVP erneut heraus. Albert Sigrist sagte es an der Nominationsversammlung in Giswil deutlich: «Wir haben nur eine Chance, wenn wir jene für uns gewinnen, die sonst nicht wählen.» Es sei darum «sehr wichtig, dass jeder 20 Stimmen aus seinem Umfeld mobilisiert, aber nicht nur solche, die ohnehin wählen», redete Sigrist seinen Parteimitgliedern ins Gewissen. Einzig ein geschlossenes Auftreten könne es möglich machen, «dass wir das grosse Ziel, wenigstens einen Sitz zu holen, erreichen.» Die SVP kandidiert mit dem Unternehmer Adrian Halter aus Sarnen dieses Jahr erstmals in Obwalden auch noch für den Ständerat.

Ein Jurist sollte es sein

Bei der Suche nach ihrem Kandidaten liess sich die SVP von klaren Kriterien leiten, wie Sigrist in Giswil verriet: Es müsse einer in einem politischen Amt sein, mit beruflicher Führungserfahrung und gewohnt, unternehmerisch zu denken, zudem müsse er aus einer Gemeinde mit einem hohen Stimmenanteil – Engelberg gilt als SVP-Hochburg – kommen, mehrsprachig sein, grosse Lebenserfahrung auch ausserhalb des Kantons geholt haben und nach Möglichkeit auch Jurist sein wie Vogler. Wyler wohnt seit 2002 in Engelberg und sitzt seit 2011 im Kantonsrat. «Ich habe mich zur Verfügung gestellt, damit die Obwaldner eine echte Auswahl treffen können, denn das bedeutet ja erst eine Wahl», sagte Wyler in Giswil über seine Motivation.

CVP-Lob für Vogler

Aus dem Herausforderer Vogler von 2011 für von Rotz ist nun der Herausgeforderte geworden, der wie gesagt auf eine breite politische Unterstützung zählen kann. Die FDP Obwalden hat sich einstimmig für ihn ausgesprochen. Ebenso die CVP: Er habe sein Wahlversprechen, eine konsequente Mittepolitik zu betreiben, glaubwürdig eingelöst, sagte CVP-Co-Präsidentin Margrit Freivogel am Parteitag Ende Juni: «Er wird gehört, geschätzt, ernst genommen.»

Kurz nach seiner Wahl hatte Vogler Anfang 2012 ein persönliches Tief im Zusammenhang mit der Justizaffäre. Von einem Suizidversuch hat er sich nach einer längeren Auszeit aber gut erholt. Inzwischen sitzt er wieder fest und selbstbewusst im Rat. Er zog auch beruflich Konsequenzen, so nehme er fast nur mehr notarielle Aufgaben wahr, auch sei er nicht mehr immer so früh wie bisher im Büro anzutreffen, sagte er im Mai 2015 und betonte: «Ich leide unter keinen Nachwirkungen und bin voll einsatzfähig und motiviert.»

Der totale Mitte-Politiker

Gemäss einem Rating der «Neuen Zürcher Zeitung» hat sich Karl Vogler in den vergangenen Jahren politisch genau in der Mitte positioniert: Er erreichte jedes Jahr den Wert 0.0 im Links-Rechts-Schema – sein Vorgänger Christoph von Rotz hatte bei einem Maximum von 10 Punkten deren 7,7. Und er hat auch Einfluss, wie ein Rating des «Sonntags-Blicks» von Anfang September zeigt, das der Politologe Michael Herman erstellt hat: Karl Vogler ist auf Platz 39 der einflussreichsten Parlamentarier – dies verdankt er nicht zuletzt offenbar seiner Arbeit in den Kommissionen. Als Mitglied der Kommission für Rechtsfragen sowie der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie sitzt Vogler im Bundeshaus an zwei wichtigen Schalthebeln.

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