Wiedereröffnung
Nun gibt's wieder freie Zimmer im geschichtsträchtigen Sachsler Hotel Kreuz

Seit Anfang April ist das Hotel Kreuz in Sachseln wieder geöffnet. Vieles im traditionellen Haus entspricht nun dem modernen Zeitgeist.

Primus Camenzind
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Mathias Rüesch (links), General Manager des Hotel Kreuz und Lukas Fritschi, Head of Hotel Operations in einem der neuen Zimmern.

Mathias Rüesch (links), General Manager des Hotel Kreuz und Lukas Fritschi, Head of Hotel Operations in einem der neuen Zimmern.

Bild: Primus Camenzind (Sachseln, 7. April 2021)

Ein altehrwürdiges, stattliches Hotel in geschichtsträchtiger Umgebung sticht dem Besucher ins Auge, wenn er sich auf dem Weg in Richtung Sachsler Pfarr- und Wallfahrtskirche befindet. Das Hotel Kreuz war schon immer das «erste Haus am Platz», und seine Geschichte lässt in der Dorfbevölkerung kaum jemanden kalt. Diese Tatsache scheint auch den neuen Betreibern bewusst. Das seit 1. April vom Liechtensteiner Gastrounternehmen B-Smart Selection geführte Hotel besinnt sich dabei auf die Worte von Josef Britschgi, dessen Familie das Haus über 450 Jahre geführt hat: «Wertvolles Altes erhalten, Neues schaffen, das den Bedürfnissen der Zeit entspricht.»

Bild: Primus Camenzind (Sachseln, 7. April 2021)

«Dieses Haus entspricht unserer Wachstumsstrategie, wir engagieren uns dort, wo wir es als sinnvoll erachten, zur Hauptsache in ländlichen Regionen», erklärt Lukas Fritschi, Leiter der Hotel-Operations, im Gespräch mit unserer Zeitung. «B-Smart Selection» beschäftigt rund 130 Mitarbeiter in aktuell 14 Übernachtungsbetrieben. Nebst zahlreichen Motels in der Deutschschweiz und im «Ländle» befinden sich auch Hotels in der Zentralschweiz, in Wolhusen, Dagmersellen und neu in Sachseln. Die Liechtensteiner Gruppe ist Pächterin, während die Anlage – das historische Farbhaus ausgenommen – einem Immobilienpartner gehört. «Unser Konzept ist dem Gästebedürfnis der heutigen Zeit angepasst», betont Fritschi. Vor allem im Hotel Kreuz gelte es, die historischen Gegebenheiten hervorzuheben und sie mit der Moderne zu verknüpfen. Man scheint in die richtige Richtung zu agieren: «Über die Ostertage waren wir ausverkauft», bekräftigt Fritschi mit Stolz.

7 mal 24 Stunden lautet die Devise

Er zeigt uns an der Hotelrezeption, wie es mit einfachen Schritten möglich ist, dass der Gast rund um die Uhr selbstständig einchecken und bezahlen kann. «Braucht er dennoch Hilfe, stehen ihm tagsüber Mitarbeiter des Hotelteams zur Verfügung; reist er mitten in der Nacht an, bekommt er jederzeit telefonische Hilfe», lässt uns Fritschi wissen. Auch das Auschecken am Abreisetag entfällt. «Die Aufenthaltsdauer kann flexibel und unabhängig angepasst werden», führt er weiter aus.

Lukas Fritschi an der Reception.

Lukas Fritschi an der Reception.

Bild: Primus Camenzind (Sachseln, 7. April 2021)

Inzwischen hat sich Mathias Rüesch zu uns gesellt. Er ist der neue Manager des Hotels und schätzt sich glücklich, weil das gesamte ehemalige Team und Kader – insgesamt 10 bis 15 Personen – dem Haus treu bleibt. Rüesch ist in Obwalden kein Unbekannter, denn er arbeitete in führenden Positionen bereits in renommierten Häusern in Sarnen und Giswil.

Ein helles und einladendes Design

Unsere Besichtigungstour führt zuerst ins Restaurant. «Wir brennen darauf, bald wieder Gäste aus dem Dorf und der Umgebung bewirten zu können», gibt uns Fritschi zu verstehen. In den öffentlichen Räumen und den 23 Zimmern des Haupthauses dominieren helle Pastelltöne, kombiniert mit Altmessing, Hotel- und Golddekor. Sie lassen das «Kreuz» in neuem Glanz erstrahlen. An verschiedenen Punkten, auch im Aufzug, ist die über 500-jährige Geschichte des Hauses illustriert. Dieselben Farben und Materialien prägen sowohl die Zimmer als auch das Restaurant und die Lobby. Das neue Konzept bringt es mit sich, dass die Zimmer – trotz der historisch bedingten, teilweise unterschiedlichen Grundrisse – einheitlich eingerichtet sind. «Wir verzichten bewusst auf allerlei Schnickschnack und bieten dafür ein helles, einladendes Design und eine Ausstattung, die dem Standard eines gehobenen Mittelklassehotels entspricht», lässt uns Fritschi wissen.

Für eine vielfältige Gästeschar konzipiert

Das Hotel Kreuz soll für eine vielfältige Gästeschar anziehend wirken, betonen unsere beiden Gesprächspartner. «Auch Pilger gehören dazu», meint Fritschi. Zumal sich dieses Gästesegment inzwischen nebst der Wallfahrt auch der Faszination des Sarneraatals nicht mehr entziehen kann und vermehrt auch als Feriengast anreist. Die Strategie der neuen Betreiber ist allerdings kaum auf grössere Reisegruppen ausgerichtet. «An diesem zum Teil nicht mehr kostendeckenden Preiskampf können wir nicht teilnehmen», betont der Fachmann.

Hinweis: Take-away für Abendessen: Derzeit bietet das Hotel Kreuz ein entsprechendes Angebot für Einheimische. Details finden Sie unter www.kreuz-sachseln.net.