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WILEN: Stararchitekt entwirft neues Waldheim

Das Parkhotel Waldheim stellt den Betrieb rund zwei Jahre ein. Stararchitekt Mario Botta wird anstelle des heutigen Hotels einen Neubau errichten.
Die Chefin des Parkhotels Waldheim, Alexandra Townend Genoni, vor der soeben erworbenen Skulptur «Minotaurus» des Tessiner Künstlers Pedro Pedrazzini. (Bild Romano Cuonz)

Die Chefin des Parkhotels Waldheim, Alexandra Townend Genoni, vor der soeben erworbenen Skulptur «Minotaurus» des Tessiner Künstlers Pedro Pedrazzini. (Bild Romano Cuonz)

«In unserer Region werden anspruchsvolle Gäste aus dem Euroraum mehr und mehr durch Gruppentouristen aus Asien verdrängt, und im Seminartourismus setzt sich die zentrale Lage in Städten gegen Standorte in bezaubernder Natur durch», stellt Alexandra Townend Genoni als Chefin des bekannten Parkhotels Waldheim am Sarnersee fest. Deshalb wolle sie sich – beraten von ihrem Gatten und Finanzfachmann Maurizio Genoni – rechtzeitig neuen touristischen Herausforderungen stellen. Im Klartext: Die Familie Townend Genoni, seit 1886 Besitzerin und Betreiberin des Resorts, möchte sich den Trends frühzeitig und erfolgreich anpassen.

Am heutigen Standort, direkt am Sarnersee, proaktiv mit einem neuen innovativen Geschäftsmodell. «Natürlich müssen wir einem solchen Vorhaben die nötige Zeit und unsere volle Aufmerksamkeit widmen», stellt die Hotelfachfrau fest. Deshalb werde nun das «Waldheim» auf Ende Dezember 2015 seinen Gastrobetrieb für rund zwei ­Jahre einstellen. Was man Gästen am Sarnersee bis zum Beginn der Umbauarbeiten als Zwischenlösung noch anbiete: «eine ‹Lakeside-Villa› für gehobene Ansprüche mit kürzlich renovierten Zimmern und Infrastruktur. Die restlichen Betriebe, mit Ausnahme des Restaurants Aiola im Sarner Zentrum, werden bis auf weiteres geschlossen.

Mario Botta zeigte sich begeistert

Diesen Sommer konnte man im «Waldheim» einem prominenten Gast begegnen: dem Schweizer Stararchitekten Mario Botta. Botta begnügte sich aber nicht damit, einfach seinen Aufenthalt zu geniessen. Der Tessiner fertigte da eine Skizze an, notierte dort eine Idee auf Papier. «Wir kennen Botta seit vielen Jahren, und er hat an meinem Geburtsort im Bleniotal auch ein Haus für uns gebaut», erklärt Maurizio Genoni. Deshalb sei es naheliegend gewesen, ihn als einen der Ersten in die Pläne einzuweihen. Heute darf sich Genoni freuen: «Botta war begeistert von der Lage und zeigte sich bereit, hier für uns einen Neubau zu planen.» In der Tat: Der Tessiner Architekt, der für seine eigenwilligen und meist auch recht unkonventionellen Ideen bekannt ist – man braucht sich nur ans Rigi Kaltbad zu erinnern –, legte der Obwaldner Hoteliersfamilie gleich auch erste Skizzen vor. «Den Auftrag hat er. Wie er das ‹Waldheim› aber genau verändert, wird die Öffentlichkeit erst später erfahren», schmunzelt Alexandra Townend, die gerne vor der kürzlich erworbenen Skulptur eines anderen berühmten Tessiners posiert. Nämlich vor dem «Minotaurus» des Bildhauers Pedro Pedrazzini, mitten im Labyrinth-Garten.

Waldheim bleibt Tourismus erhalten

Nach einer sehr guten Saison haben Alexandra und Maurizio Townend Genoni in den letzten Tagen die Mitarbeiter, aber auch Behörden und Banken über ihr Vorhaben informiert. «Unsere Pläne stiessen auf Interesse und Verständnis», bilanziert Alexandra Townend Genoni.

Wert auf gediegenes Umfeld legen

Und so viel verrät sie: «Unser Ziel ist es, dass wir uns noch konsequenter auf Individualtouristen konzentrieren, die ein gediegenes Umfeld bevorzugen.» Das «Waldheim» werde deshalb die Mitgliedschaft bei «Relais du Silence» – dort vertritt Alexandra Townend Genoni die Schweiz – beibehalten.

Zu diesem Verbund gehören europaweit 200 auserlesene Hotels, die Aufenthalte, «bei denen alle Sinne erwachen», versprechen. «Genau diesem Motto wollen wir mit unserem neuen Geschäftsmodell noch besser gerecht werden», hält Alexandra Townend Genoni fest. Während der Umbauzeit würde es in allen Details entwickelt.

Ob, von wem und auf welche Weise im neuen Konzept Gastronomie gepflegt wird, steht noch nicht fest. Eines aber verspricht die Chefin: «Der traditionelle Familienbetrieb soll auch mit der neuen Ausrichtung und wenn möglich in der nächsten Generation im Hotel- und Tourismusgeschäft angesiedelt bleiben.»

Lösungen für Mitarbeiter suchen

«Der grösste Teil unseres Personals ist saisonal angestellt», sagt Alexandra Townend Genoni. Sechs fest angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, denen gekündigt werden müsse, werde man bei der Suche nach möglichst guten Lösungen behilflich sein.

Maurizio Genoni, der sich darum persönlich kümmern will, ist überzeugt: «Das von uns angestrebte, neue Geschäftsmodell wird langfristig neue Arbeitsplätze schaffen und seinen Beitrag zur Stärkung der Tourismusregion Sarnersee und Obwalden leisten.» Die Arbeiten für die vom Architekten Mario Botta angedachten und geleiteten Umbauten will die Hoteliersfamilie in der Region vergeben.

Romano Cuonz

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